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Tschechische Republik: „Ein Leuchtturm des Glaubens“ - KIRCHE IN NOT trauert um Miroslav Kardinal Vlk

Das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT trauert um Miroslav Kardinal Vlk, der am vergangenen Samstag (18.3.) im Alter von 84 Jahren verstorben ist. „Kardinal Vlk war ein Leuchtturm des Glaubens in einem durch den Kommunismus geprüften Land, in dem die Menschen bis heute die geringste Bindung an den Glauben in ganz Europa aufweisen“, sagt der Internationale Geistliche Assistent des Werkes, Pater Martin Barta. Der ehemalige Prager Erzbischof, der aufgrund der kirchenfeindlichen Repressalien der kommunistischen Regierung nach seiner Priesterweihe jahrelang als Fensterputzer arbeiten musste und nur im Geheimen als Priester tätig sein durfte, habe laut Barta „viele Menschen durch sein treues priesterliches Zeugnis unter schwersten Bedingungen entscheidend geprägt“ und sei nach der politischen Wende zu einer „Symbolfigur des Glaubens in einer Gesellschaft geworden, die den Weg zu Gott neu entdecken musste“.

Miroslav Kardinal Vlk war zudem „ein langjähriger Freund unseres Werkes“, betonte Pater Martin Barta. Die Hilfe, die KIRCHE IN NOT ihm beim Wiederaufbau der Kirche in seiner Erzdiözese Prag leistete, habe er „in einer anderen Währung – der des Gebetes – erwidert“, wie es der Kardinal wiederholt gegenüber dem Hilfswerk zum Ausdruck gebracht habe.

In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2007 sprach der Kardinal insbesondere über seine Erfahrungen zur Zeit der Verfolgung: „Die Verfolgung hat uns geholfen, Gott treuer zu sein. Wer hätte uns auch sonst helfen können? Am Anfang, als die Kommunisten die Macht ergriffen, glaubte so mancher in der Tschechoslowakei noch, die Amerikaner würden eingreifen. Aber das war nur eine Illusion. Nur Gott war unser Licht. In der Verfolgung gab es keine Literatur, keine Mittel. Man konnte nur Gott wählen und suchen. Dies war für mich eine große Gnade“. 
Heute sehe man, dass die Kommunisten weg seien. „Aber Gott ist nicht verschwunden! ER ist immer da!“, betonte der Kardinal.

Mit Sorge sah Miroslav Kardinal Vlk aber auch einen Verfall der Grundwerte in der Gesellschaft: einen mangelnden Respekt vor dem anderen Menschen, vor dem Leben, ein schwindendes Gefühl für Ehre, einen sich ausbreitenden Egoismus. Er betonte: „Eine Gesellschaft kann nicht auf Egoismus aufgebaut sein, sondern es gehört zur menschlichen Identität, sich einander zu öffnen. Die Kirche muss vor allem Zeugnis ablegen, denn das gelebte Zeugnis findet Beachtung und löst in den menschlichen Herzen einen Widerhall aus.

Für KIRCHE IN NOT seien „die freundschaftliche Verbundenheit, die der Kardinal uns entgegenbrachte, sowie sein Zeugnis ein kostbares Vermächtnis, das wir im Herzen tragen“, betonte Barta. „Wir hoffen und beten, dass sein Beispiel auch über seinen Tod hinaus Menschen dazu bewegen möge, den Glauben zu finden, der durch den Kommunismus radikal verwüstet wurde und der nun wieder zu einer zarten Blüte kommt“.

Waren im Jahr 1950 auf dem Territorium der heutigen Tschechischen Republik (damals Teil der Tschechoslowakei) noch 76 Prozent der Bevölkerung katholisch, so sind es heute nur 10,4 Prozent. Weitere 11 Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an. Mit 34 Prozent Konfessionslosen sowie weiteren 44 Prozent, die keine Angaben zu ihrer Religionszugehörigkeit machen, ist die Tschechische Republik das am stärksten atheistisch geprägte Land Europas. Zu kommunistischer Zeit war die damalige Tschechoslowakei eines der Länder, in denen die Katholische Kirche am stärksten verfolgt wurde. 

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