Berichte & Presse

"Kirche in Not" eröffnet erste Flüchtlingsschule im Irak

12.12.2014

In Erbil-Ankawa ist am Donnerstag die erste  Schule für christliche Flüchtlingskinder eingeweiht worden. Bei der Einrichtung handelt es sich um die erste von insgesamt acht Schulen, die vom internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" finanziert werden. Zur Einweihung im christlichen Stadtteil Erbils, Ankawa, war der Präsident des Hilfswerks, Johannes Freiherr von Heereman angereist. "Für unser Hilfswerk ist die Bildung der Kinder erste Priorität. Wir dürfen im Irak keine syrischen Verhältnisse bekommen, wo Kinder teilweise seit Jahren keine Schule mehr besuchen. Das sind verlorene Generationen mit unabsehbaren Langzeitfolgen. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir durch die Einweihung dieser Schule einen kleinen aber wichtigen Beitrag zur Sicherung der christlichen Präsenz im Irak leisten können", betonte Freiherr von Heereman am Donnerstag in Ankawa.

Betreut wird das Schulprojekt vom Leiter der Nahostabteilung des Hilfswerks, Andrzej Halemba. "Wir haben etwa 2 Millionen Euro für die Schulprojekte bereitgestellt. Die Schulen können den Bedarf natürlich nicht decken. Aber es ist ein Anfang. Dabei wird auch die Ökumene unterstützt. Eine Schule in Dohuk wird überwiegend syrisch-orthodoxen Kindern dienen. Darüber hinaus werden aber auch jesidische Kinder unsere Schulen besuchen können." Halemba betonte weiter, dass die aufnehmenden Gemeinden so entlastet würden. "Nicht zuletzt viele Schulgebäude dienten und dienen als Flüchtlingsunterkünfte. Die Eltern der Schüler befürchteten, dass die Schulbildung ihrer Kinder unterbrochen würde. Das hat zu Spannungen geführt. Die können jetzt abgebaut werden", so Halemba. "Die Schulen geben Eltern und Kindern neue Hoffnung. Sie sind ein Argument mehr, in dem Land zu bleiben, das sie lieben."

Der chaldäische Erzbischof von Erbil-Ankawa, Baschar Matti Warda, dankte "Kirche in Not" für die Unterstützung. "Das ist ein wichtiger Beitrag, um unseren Flüchtlingen neue Perspektiven zu geben. Wir danken allen Wohltätern für ihre Großzügigkeit."

Die aus Fertigteilen errichtete Schule wird die erste von insgesamt acht Schulen in den irakischen Provinzen Dohuk und Erbil sein. Im Januar kommenden Jahres sollen alle in Betrieb genommen werden können. Insgesamt sollen so etwa 7200 vorwiegend christliche Kinder unterrichtet werden. In zwei Schichten werden dort vormittags und nachmittags jeweils cirka 450 Kinder aller Jahrgangsstufen beschult werden. Unterrichtet werden sie von Lehrern aus den jetzt von ISIS besetzten christlichen Ortschaften. Die Bagdader Zentralregierung kommt für den Unterhalt des Lehrpersonals auf. Die Schulräume sollen neben dem Schulunterricht aber auch für katechetische Unterweisung und andere kirchliche Aktivitäten genutzt werden.

Seit dem Vordringen der islamistischen Terrormiliz ISIS im Juni diesen Jahres im Nord- und Westirak mussten in mehreren Schüben weit über 100 000 Christen aus ihren Stammgebieten fliehen und alles zurücklassen. Sie haben meist in der nordirakischen Region Kurdistan Zuflucht gefunden. Die Bischöfe befürchten eine zunehmende Abwanderung aus dem Irak, wenn den Menschen nicht rasch Perspektiven geboten werden können. "Kirche in Not" hat für die verfolgten Christen im Irak in diesem und im vergangenen Jahr deshalb 4,6 Millionen Euro Hilfe zur Verfügung gestellt. Dies beinhaltet neben vielem anderen die Anschaffung von Wohncaravans und die Bereitstellung von Lebensmitteln.

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