Hilfe für die Seelsorge in einem unterentwickelten Gebiet

August 2017
Afrika

Das Gebiet der Borana liegt im Süden Äthiopiens im Grenzgebiet zu Kenia. Hier steckt die Katholische Kirche noch in den Kinderschuhen: Vor 45 Jahren kamen zum ersten Mal katholische Missionare in das Gebiet. Die Spiritanerpatres, die dort tätig sind, haben inzwischen drei Pfarren sowie mehrere Schulen gegründet.

Die Einwohner von der Volksgruppe der Borana sind Nomaden. Ein Teil von ihnen ist zwar schon sesshaft geworden, weil die Missionare Brunnen gebohrt haben, in deren Umkreis sich die Menschen niedergelassen haben, aber noch immer ziehen viele von ihnen auf der Suche nach Weideplätzen mit ihren Rinderherden umher.

Da die Region jedoch sehr trocken ist, ist Wasser eine Frage von Leben oder Tod. Daher kommt es bisweilen zu Kämpfen mit den Angehörigen anderer Stämme, wenn das Wasser oder die Weidemöglichkeiten knapp werden und ein Stamm sein Vieh auf das Gebiet des anderen treibt. Seitdem die katholische Kirche jedoch in dem Gebiet präsent ist, gibt es weniger Kämpfe. In der Vergangenheit galt das ungeschriebene Gesetz, dass ein Mann tapfer sein musste. Zog ein anderer die Waffe, musste auch er das Gewehr einsetzen. Es hieß: „Er oder ich“. Inzwischen hat sich das geändert, denn die christlichen Stammesangehörigen rufen sofort dazu auf, Frieden zu schließen.

Auch für die Frauen verändert sich das Leben durch die Präsenz der Kirche zum Positiven: In der Tradition der Borana „heiratet“ ein Mädchen nicht, sondern „wird geheiratet“. Bei der Trauung wurde es nicht gefragt, ob es einverstanden ist. Es gab bislang kein Bewusstsein für die Würde der Frau. Wurde ein Mädchen vor der Hochzeit schwanger, wurde es an einen feindlichen Stamm verkauft. Die Katholische Kirche lehrt die Menschen hingegen, dass Mann und Frau vor Gott denselben Wert haben. Immer größer wird auch das Interesse an Bildung. Die Kirche vermittelt den Eltern das Bewusstsein, dass eine Schulausbildung auch für Mädchen wichtig ist. Die Spiritanerpatres haben in der Region mehrere Schulen eröffnet. Erst waren die Menschen misstrauisch. Aber sie verstanden schließlic, dass Bildung ihnen dabei hilft, ihre Lebensumstände zu verbessern und ihre Rechte zu vertreten. Außerdem können sie ihren Glauben vertiefen, wenn sie die Bibel und religiöse Schriften lesen können.

Das Interesse am christlichen Glauben ist groß, besonders bei den Kindern und Jugendlichen. Die Spiritanerpatres möchten besonders die Arbeit mit der Jugend noch verstärken. So veranstalten sie beispielsweise Treffen mit den Jugendlichen anderer Stämme. In dem weit abgelegenen Gebiet ist es normalerweise eher selten, dass die Jugend sich mit den jungen Leuten anderer Stämme austauschen kann. In dem Vielvölkerstaat Äthiopien, in dem mehr als 80 Volksgruppen zusammenleben, die ebenso viele Sprachen sprechen und verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören, ist dies eine wichtige Erfahrung. Denn nicht selten wandern junge Leute aus abgelegenen und unterentwickelten Gebieten in andere Regionen oder in die Städte ab und haben dann große Probleme, mit einer ihnen völlig fremden Situation umzugehen.

Wichtig ist es aber auch, dass die Erwachsenen auf ihrem Glaubensweg gut begleitet werden. Viele, die sich taufen lassen, sind bereits nach traditionellem Ritus verheiratet. Wenn sie das Christentum annehmen, werden sie auch auf eine kirchliche Trauung vorbereitet, damit sie ihre Ehe in christlichem Sinne leben. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Zahl der Gläubigen, die die Heilige Messe besuchen und die Kommunion empfangen, durch diese Eheprogramme stark ansteigt. Außerdem sollen Kranke und Behinderte, die nicht zur Kirche gelangen können, häufiger zu Hause besucht und begleitet werden. Sie sollen dabei die Gelegenheit haben, die Heilige Kommunion oder die Krankensalbung zu empfangen.

Die Spiritaner möchten auch dafür sorgen, dass die Katecheten, die den Menschen in den Dörfern den Glauben vermitteln und sie betreuen, besser ausgebildet werden, denn es ist wichtig, das sie die Heilige Schrift und die Lehre der Kirche gut kennen, um die Menschen zum Glauben zu führen und ihnen dabei zu helfen, ihr Glaubensleben zu vertiefen.

Wir haben 4.800 Euro versprochen, um die pastorale Arbeit der Spiritaner in diesem Gebiet zu stärken und zu unterstützen.

Spendennummer: 118-04-49

SAMBIA: “Mich hat immer wieder beeindruckt, wie beispielhaft viele Priester ihren Dienst versehen“

Der Sambia-Referent beim Päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) Tony Zender hat das afrikanische Land kürzlich besucht. Sein Ziel: Über die Unterstützung des Hilfswerks in den letzten Jahren Bilanz zu ziehen und den zünftigen Bedarf der Ortskirche festzustellen.  Sambia ist ein weitestgehend stabiler Entwicklungsstaat. Es gab in der Vergangenheit einige politische Unruhen wegen des...

» weiterlesen

Bartella lebt nach dem IS wieder auf, die ersten Christen kehren nach Hause zurück

KIRCHE IN NOT und das Ninive-Wiederaufbaukomitee schließen die Wiederherstellung der ersten 17 Häuser in dem christlichen Dorf in der Ninive-Ebene ab. Die Familien, die wieder daheim sind, sagen: „Hier ist unser Leben, unsere Geschichte. Hier wollen wir leben“. In den Dörfern der Ninive-Ebene, die zwischen 2014 und 2015 vom sogenannten Islamischen Staat (IS) besetzt und geplündert...

» weiterlesen