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Berichte/Presse

Christen in Pakistan:
Datum: 10.04.2012
"Wir brauchen den Schutz der internationalen Gemeinschaft"
Der pakistanische Minister für Nationale Eintracht, Paul Bhatti, empfiehlt einen stärkeren Dialog zwischen europäischen Regierungen und Institutionen auf der einen und privaten, nichtregierungsgebundenen Organisationen (NGO) in Pakistan auf der anderen Seite. Die Verhandlungen und Gespräche der EU und der einzelnen Staaten sollten sich nicht auf Kontakte mit der Regierung in Islamabad beschränken. In einem Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ begründet der Bruder des vor einem Jahr ermordeten Ministers Shahbaz Bhatti seine Empfehlung mit der Kompetenz und größeren Freiheit privater Organisationen. Diese Empfehlung habe er auch bei seinem jüngsten Besuch in Brüssel bei Treffen mit der Kommission und Mitgliedern des Europa-Parlaments deutlich ausgesprochen. Die privaten NGOs wüssten ganz konkret vor Ort zu helfen.

Besonders notwendig sei die Hilfe im Bereich der Bildung. „Analphabetismus und Intoleranz sind die wesentlichen Ursachen für die Verschlechterung der sozialen Verhältnisse und für die Spannungen zwischen den einzelnen ethnischen und religiösen Gruppen der Bevölkerung“, sagte Bhatti. Er ist wie sein ermordeter Bruder katholisch. Dessen Ministerium für die Rechte von Minderheiten war nach dem Mord unbenannt worden. Der Premierminister selbst hatte den Bruder des Ermordeten gebeten, seine Arztpraxis in Italien aufzugeben und sich als Berater des Premiers mit Ministerrang in Pakistan für die nationale Eintracht zu engagieren. Auf Einladung von Kirche in Not traf er zusammen mit dem Erzbischof von Karatschi, Joseph Coutts, mit hochrangigen Politikern in Brüssel zusammen, unter anderem mit dem Präsidenten der Europäischen Union, Hermann van Rompuy. Sein Bruder habe „einen guten Kampf gegen jede Form von Diskriminierung“ gekämpft und sich „dabei immer auf die Lehren des Neuen Testaments gestützt“. Die Minderheiten „brauchen den Schutz der internationalen Gemeinschaft“, sagte Bhatti.

In Pakistan leben etwa 2,2 Millionen Christen, 1,2 Millionen sind katholisch. Christen machen rund zwei Prozent der Bevölkerung aus. Auch das Blasphemie-Gesetz hat in den letzten Jahren zu mehr Willkür gegen Christen, Hindus und auch gegen Muslime geführt. Die Rechtsunsicherheit im Land wächst im gleichen Maße wie die Intoleranz und der Fanatismus. In dieser Situation sind viele Christen in Pakistan auf Hilfe von außen angewiesen. Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“, die sich ausschließlich aus privaten Spenden finanziert, unterstützt zahlreiche Projekte im Land. Die Stiftung hilft generell Menschen, die sich im Dienst der Kirche für andere einsetzen. Jährlich werden mindestens 5.000 Projekte finanziert, die vor allem auch der Seelsorge dienen. Ein unverzichtbares Anliegen von „Kirche in Not“ ist der Einsatz für Religionsfreiheit. Seit der Gründung 1947 wird „Kirche in Not“ als Stimme für bedrängte und verfolgte Christen wahrgenommen. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Hilfswerk eine Dokumentation zur „Religionsfreiheit weltweit“ sowie „Christen in großer Bedrängnis“, einen Bericht über die Verfolgung von Christen weltweit.



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