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Nigeria: Hilfe für fünf neue Missionsstationen in Gebieten, in denen sich der Islam immer stärker ausbreitet
Das Apostolische Vikariat Kontagora liegt im Nordwesten Nigerias im Bundesstaat Niger. Wie in zwölf weiteren der 36 nigerianischen Bundesstaaten gilt hier das islamische Recht der Scharia nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im Strafrecht. Der Islam breitet sich immer stärker aus und greift auch in das Leben von Nicht-Muslimen ein. Der Bischof von Kontagora, Timothy Carroll, macht sich große Sorgen um die Menschen in seinem Apostolischen Vikariat. Zwar gehören mehr als 80 Prozent der Einwohner traditionellen afrikanischen Religionen an, aber die meisten von ihnen suchen einen neuen Weg für die Zukunft. Niemand wolle mehr als „heidnischer Buschmensch“ gelten, berichtet Msg. Carroll. So bieten sich der Bevölkerung zwei Möglichkeiten: Entweder, sie konvertieren zum Islam, oder sie nehmen den christlichen Glauben an. Und der Islam nutzt die Gunst der Stunde: Mit Petrodollars aus den arabischen Staaten wird in jedem Dorf, das zum Islam konvertiert, eine Moschee errichtet, auch ein muslimischer Lehrer wird zur Verfügung gestellt. Die katholische Kirche tut zwar, was sie kann, aber ihre finanziellen Mittel sind begrenzt. Der Bischof schreibt uns: „Die kommenden 5-10 Jahre sind entscheidend. Wenn wir die Menschen nicht evangelisieren, verlieren wir sie für immer an den Islam.“ In seinem Brief zitiert er die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: „Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und sehr, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte.“ (Joh 4,35) Und er stellt sich und uns die Frage: „Soll die katholische Kirche hier ernten, oder überlassen wir die Ernte dem Islam?“ Die katholische Kirche hat in den letzten drei Jahren fünf neue Missionsstationen errichtet. Die Kirche bringt den Menschen die Frohe Botschaft Jesu Christi, nach denen sich viele sehnen, aber auch Gesundheitsfürsorge, Bildung und Entwicklungshilfe. Da 80 Prozent der Menschen nicht lesen und schreiben können, hat die Kirche Alphabetisierungskurse ins Leben gerufen. Der Mangel an Bildung führt auch zu einer schlechten gesundheitlichen Situation. Auch hier setzt die Kirche sich ein. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Erziehe die Mutter, und du erziehst eine ganze Familie“. Eine als Krankenschwester ausgebildete Ordensfrau lehrt die Mütter, Krankheiten zu vermeiden und ihre Kinder gesund zu ernähren. Die Kirche hilft den Menschen auch dabei, Brunnen zu bohren, denn sauberes Trinkwasser ist von höchster Bedeutung. Aber vor allem kümmert sich die Kirche um die Seelen der Menschen. Da es in dieser Region Nigerias im Gegensatz zum Süden und Osten des Landes zu wenige Priester gibt, werden Laien dazu ausgebildet, Wortgottesdienste und Andachten abzuhalten und mit den Gläubigen zu beten und zu singen. Inzwischen sind auch schon Kapellen entstanden, aber der Bau verläuft nicht immer problemlos, denn beispielsweise in der Pfarrei Nsanji Nkoso haben Muslime versucht, den Bau neuer Gotteshäuser zu stoppen. Einige neu errichtete Kirchen wurden bei Nacht niedergerissen. In anderen Fällen haben die Oberhäupter der Dörfer die Katholiken dazu aufgefordert, ihre Gotteshäuser selbst niederzureißen. Natürlich lehnten die Gläubigen dies ab. Einige Male musste die katholische Kirche sich an höhere Instanzen wenden, um gegen Bauverbote, die durch muslimische Oberhäupter ausgesprochen worden waren, Berufung einzulegen. Die katholische Kirche steht also vor zahlreichen Herausforderungen, aber sie weiß, dass die Menschen in Kotagora am Scheideweg stehen. Wer nicht Christ wird, wird Moslem, und diese Menschen sind für die Kirche verloren. Der Bischof bittet uns also dringend um Hilfe für den Unterhalt der fünf neuen Missionsstationen. Wir haben ihm für dieses Jahr 45.000 Euro versprochen, damit die „reife Ernte“ nicht an den Islam fällt.
Bild: Die Gläubigen im Apostolischen Vikariat Kontagora loben Gott zum Klang der Trommeln.
Spendennummer: 141-08-39
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