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Berichte & Presse

Irak: 15 000-fache Weihnachtsfreude für Kinder - „Kirche in Not“ unterstützt Verteilung von Geschenkpaketen

Erbil im kurdischen Teil des Irak. Eine große Lagerhalle, in die die Kälte des anbrechenden Winters zieht. Ein trister Ort. Auf dem Boden türmen sich hunderte Schachteln. Auf Holzpaletten stapelt sich neue Fracht, die ausgepackt werden muss. Dazwischen wuseln Arbeiter. Die Halle ist eine Werkstatt für Kinderträume.

Oneal, Reben, Santa und weitere Freiwillige der chaldäisch-katholischen Gemeinde von Erbil sind zu „Mitarbeitern des Christkinds“ geworden. Sie packen 15 000 Weihnachtspakete, füllen sie mit Jacken, Schals, Stiften, Büchern und Süßigkeiten. Die Adressaten der Geschenke: die Kinder in den Flüchtlingslagern rund um Erbil. Aber auch an die Kleinen ist gedacht, die dieses Jahr schon zu Hause Weihnachten feiern können, in den Dörfern der Ninive-Ebene. So werden nicht nur in Erbil Kinderaugen strahlen, sondern auch in Karakosch, Karamles, Bartella, Baschika und anderen Ortschaften, wo die Pakete zu Weihnachten in kirchlichen Einrichtungen verteilt werden. 15 000-fach Freude und Hoffnung.

Für alle, Große und Kleine, ist das Fest in diesem Jahr ganz anders: Es ist das erste Weihnachten ohne Angst, nach drei langen Jahren. Der Terror des sogenannten „Islamischen Staats“ hat sein Ende gefunden. Das Morden ist vorbei. Die einen Familien warten auf Rückkehr, die anderen haben den Sprung schon gewagt. Rund 25 000 Menschen sind in die Dörfer rund um Mossul heimgekehrt.

„Weihnachten wird dieses Jahr gleichzeitig freudig und schmerzhaft sein“, sagt Schwester Niam vom Orden der „Töchter Mariens“. Sie leitet die Geschenkwerkstatt und koordiniert die Verteilung. „Freudig, weil viele Christen in ihre Heimat zurückehren konnten. Schmerzhaft wegen der Lage ihrer Städte und Dörfer.“ Viele von ihnen gleichen noch einer Trümmerwüste. In neun Orten rund um Mossul sind rund 13 000 Gebäude beschädigt, manche niedergebrannt oder komplett zerstört. Unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ hat das weltweite Päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ mit den lokalen Kirchen den Wiederaufbau in die Hand genommen. Viel ist noch zu tun.

Viele Kinder können sich gar nicht mehr an ihr altes Zuhause erinnern. Zu jung waren sie, als sie mit ihren Familien im August 2014 über Nacht fliehen mussten. Fremd im eigenen Land, mit notdürftigem Obdach in Flüchtlingscamps oder überfüllten angemieteten Wohnungen – so erlebten sie die vergangenen Weihnachtsfeste.

Das hat Spuren hinterlassen. „In ihren Briefen an das Christkind schreiben viele Kinder, dass sie sich vor allem einen Platz wünschen, wo sie in Frieden leben können“, erzählt Schwester Niam. Dann folgen der Wunsch nach einer guten Schule und einem Platz zum Spielen. Es sei sehr bewegend zu sehen, dass für die Kinder Materielles kaum eine Rolle spiele – anders als in vielen anderen Ländern der Welt. „Auch wenn wir Frieden, Sicherheit, gute Zukunft nicht in Geschenkpapier einwickeln können: Wir wollen den Kindern und ihren Familien zeigen, dass jemand an sie denkt“, so die Ordensfrau. „Kirche in Not“ finanziert die Aktion; umgerechnet 20 Euro kostet ein Weihnachtspaket. Auch für Kinder im syrischen Aleppo gibt es eine solche Weihnachtsüberraschung.

Wichtig sei vor allem die warme Kleidung im Geschenkpaket, so Schwester Niam. Denn dort, wo im Sommer 50 Grad keine Seltenheit sind, fällt das Thermometer jetzt oft unter null. „Nicht alle Kinder haben ausreichend Kleidung und nicht alle Familien haben ausreichend Öl oder Holz zum Heizen.“ Aber nicht nur für das materielle Wohl ist gesorgt. Auch eine Kinderbibel von „Kirche in Not“ oder ein anderes religiöses Buch gehört zur Grundausstattung im Weihnachtspäckchen. „Wir möchten, dass der geistliche Charakter von Weihnachten nicht vergessen wird. Vielen Familien gibt der Glaube in dieser schweren Zeit Kraft“, sagt die Ordensfrau.

Ihre Mitschwestern und die zwanzig Helfer arbeiten hochkonzentriert. Die Zeit drängt. Sie haben Sonderschichten eingeteilt, um die Menge an Paketen zu bewältigen. Trotz der Anstrengung ist die Stimmung der jungen Helfer gelöst. Schließlich sind sie „Mitarbeiter des Christkinds“. „Mit den Geschenken wollen wir die Freude über die Geburt Jesu weitertragen“, so Schwester Niam. „Weihnachten trägt den Stempel der Liebe Gottes – und das Geschenk dieser Liebe brauchen die Kinder im Irak ganz besonders.“

Die Webseite www.irak-wiederaufbau.at informiert über die wichtige Unterstützung christlicher Flüchtlinge durch KIRCHE IN NOT und dem Projekt "Zurück zu den Wurzeln", das die Rückkehr der Christen in ihre Heimatdörfer ermöglicht.

Um die Weihnachtskation für Kinder im Irak und die Rückkehr der Christen in ihre Heimat unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden - online unter www.kircheinnot.at oder auf das Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT 
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600 
BIC: GIBAATWWXXX 
Verwendungszweck: Irak Wiederaufbau

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