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Berichte & Presse

„Hab keine Angst, kleine Herde“

Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Bulgarien, wo Papst Franziskus am 5. und 6. Mai die Städte Sofia und Rakowski besuchen wird, reist das Oberhaupt der katholischen Kirche am 7. Mai ins benachbarte Nordmazedonien, wie die ehemalige Republik Mazedonien seit Februar offiziell genannt wird.

Während seines zehnstündigen Aufenthaltes in der Hauptstadt Skopje wird Franziskus zunächst den Präsidenten, den Ministerpräsidenten sowie weitere Regierungs- und Landesvertreter treffen, ehe er eine Gedenkstätte für die in Skopje geborene Mutter Teresa besuchen und dort den Armen des Landes begegnen wird. Mittags zelebriert er eine Heilige Messe auf dem Makedonija-Platz. Am Nachmittag sind noch Treffen mit Jugendlichen sowie Priestern und Ordensleuten geplant, bevor Franziskus am Abend nach Rom zurückfliegen wird. 

„Hab keine Angst, kleine Herde“ – das gewählte Motto der Reise macht die Situation der Katholiken in dem früher zu Jugoslawien zählenden Staat deutlich: Von rund zwei Millionen Einwohnern sind lediglich etwa zwei Prozent katholisch – und damit nach 1,2 Millionen Orthodoxen und über einer halben Million Muslimen in der Tat nur eine kleine Herde, die sich „wie eine Familie“ fühle, wie die Nordmazedonien-Referentin von KIRCHE IN NOT International, Magda Kaczmarek, berichtet. Umso bedeutungsvoller sei für die wenigen Gläubigen der Besuch ihres Papstes, betont Kiro Stojanov, Bischof des einzigen Bistums von Nordmazedonien. „Wir haben 15 Gemeinden und einige Filialkirchen mit insgesamt 22 Priestern“, schildert der Bischof die aktuelle Landessituation. „Die Gläubigen kommen aus verschiedenen ethnischen Gruppen, die meisten sind Mazedonier, Kroaten oder Albaner.“

„Das Miteinander der Religionen verläuft weitgehend friedlich und die Ordensschwestern leisten eine wunderbare Arbeit in der Kinder- und Jugendpastoral“, berichtet Magda Kaczmarek. Sorgen würden ihr viel mehr die verbreitete Armut und die schwache Wirtschaftsleistung des Landes bereiten, in dem viele ausschließlich von der Landwirtschaft leben. Viele Jugendliche und Gebildete, die dem Land zum Aufschwung verhelfen könnten, würden in andere Länder auswandern. Die Geburtenrate sei mit 1,5 Kindern pro Frau niedrig, die Arbeitslosigkeit mit etwa 30 Prozent extrem hoch. „Wenn der Politik es nicht gelingt, bessere Lebensbedingungen zu schaffen und der Jugend eine Perspektive zu bieten, blickt das Land dunklen Zeiten entgegen“, befürchtet Magda Kaczmarek.

Deshalb wünsche sich Nordmazedonien durch den Papstbesuch nicht nur religiöse Impulse zur Festigung des Glaubens. Vielmehr hoffe das Land, dass Franziskus bei seinem Besuch an die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft appelliert, um Nordmazedonien zu einer stabileren Zukunft zu verhelfen, so Magda Kaczmarek.

Hintergrund:
KIRCHE IN NOT International hat im vergangenen Jahr insgesamt 76400 Euro für Projekte in Nordmazedonien (im vergangenen Jahr noch Republik Mazedonien) insbesondere für den Bau und die Renovierung von Kirchen ausgegeben. Aktuelle Priorität liegt im Bau einer neuen Kirche in Kumanovo, der zweitgrößten Stadt des Landes. Außerdem unterstützt KIRCHE IN NOT Ordensleute in ihrer Existenz.

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