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Berichte & Presse

SÜDSUDAN: „Ich war bereit für die neue Mission“

Die katholische Kirche begeht den außerordentlichen Monat der Weltmission. Oft geschieht das missionarische Wirken der Kirche unter erschwerten Bedingungen: In Verfolgung, Armut und Krieg. So auch im Südsudan. Hunderttausende Todesopfer, Millionen Geflüchtete – der Bürgerkrieg, der im Jahr 2013 im damals erst zwei Jahre alten afrikanischen Staat Südsudan ausbrach und bis zum Waffenstillstand im vorigen Jahr andauerte, hat das Land in einem desolaten Zustand hinterlassen. So äußert sich Pater Boniface Isenge aus der in der Mitte des Landes gelegenen Diözese Rumbek bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT.

Etwa 38 Prozent der gut 13 Millionen Südsudanesen seien Christen, so Pater Boniface. In seiner Diözese leben etwa 180.000 Katholiken. Viele hielten die katholische Kirche gar für die einzig funktionierende Institution im Land. Der Spiritaner lebte zunächst als junger Priester acht Jahre im benachbarten Äthiopien, ehe er sich im Jahr 2013 dazu entschloss, in den Südsudan zu gehen: „Nachdem das Landunabhängig wurde, hat mein Orden dringend Priester und Missionare gesucht, um hier tätig zu werden. Ich wollte etwas Neues machen und war bereit für diese neue Mission“, erinnert sich Pater Boniface. Er sieht es als seinen Auftrag, Frieden in die vom Krieg zerrüttete Region zu bringen.

Bereits kurz nach seiner Ankunft stellte der Geistliche fest, dass seine Gläubigen sich nach Bildung sehnen. „Die Schulen im Südsudan sind teilweise sehr weit voneinander entfernt“, beklagt er. „Sie sind überfüllt, sodass in der Regel 60 Schüler pro Klasse und mitunter über 100 Personen in einem Raum unterrichtet werden müssen.“ Nach Behördenangaben sind etwa drei Viertel aller Einwohner des Südsudans über 15 Jahre Analphabeten. Schon bald erkannte der Pater: „Bildung ist der Schlüssel, um immer wieder aufkommende Spannungen in der Bevölkerung zu beseitigen. Mit Bildung kommt Frieden!“

Neben der Seelsorge ist es Pater Boniface auch ein wichtiges Anliegen, Eltern die Wichtigkeit von Bildung für ihren Nachwuchs zu vermitteln. Nicht nur, damit die Kinder trotz der schwierigen Bedingungen und Probleme im Land eine bessere Chance als die Generation vor ihnen hätten, sondern auch um ihre Unabhängigkeit zu stärken. „Denn noch immer werden im Land 17 Prozent aller Ehen mit minderjährigen Mädchen geschlossen, das ist hier leider noch gängige Praxis“, sagt der Ordensmann.

Obwohl der Südsudan das drittärmste Land der Welt ist, sei das Preisniveau verhältnismäßig hoch. „Viele können sich selbst einfachste Grundnahrungsmittel nicht leisten und sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.“ Außerdem machen zahlreiche Krankheiten wie Malaria dem Land zusätzlich zu schaffen. Trotz all dieser Probleme ist Pater Boniface zuversichtlich: „Mein herzlicher Dank geht an alle, die uns unterstützen oder im Gebet mit uns verbunden sind. Ich bin hoffnungsvoll, dass man im Südsudan in Zukunft ein gutes Leben führen kann.“

Die Päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT hat allein seit dem Jahr 2015 die Kirche im Südsudan mit über 3,4 Millionen Euro unterstützt, darunter der Wiederaufbau von Kirchen und Pastoraleinrichtungen, die Ausbildung von Priestern sowie Messstipendien.

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