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Berichte & Presse

Syrien: Katholischer Priester erschossen - Mutmaßlich gezielter Überfall durch Kämpfer des IS

Bei einem bewaffneten und vermutlich gezielten Überfall auf ein Auto eines Priesters sind am vergangenen Montag in Syrien der Geistliche und dessen mitgereister Vater getötet worden. Ein weiterer Mitfahrer wurde verletzt, einem vierten Insassen gelang die Flucht. 

Wie der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, gegenüber dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ berichtete, waren die vier Männer auf dem Weg nach Deir ez-Zor, rund 350 Kilometer östlich von Aleppo, um dort die Baustellen von Häusern und der Kirche besuchen, die zurzeit wiederaufgebaut werden. Kurz vor ihrem Ziel seien die Reisenden von zwei bewaffneten Personen auf einem Motorrad überholt worden, die sofort das Feuer eröffnet hätten. Pfarrer Hovsep Hanna Bedoyan (43) wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg zum Krankenhaus starb. Sein Vater war sofort tot.

Die Untersuchungen des Vorfalls seien noch im Gange. Daher wisse man noch nicht, wer sie getötet habe, auch wenn sich offenbar der IS zu dem Überfall bekannt habe, so der Erzbischof. „Sicher ist, dass Pfarrer Hovsep einen Priesterkragen trug und daher erkennbar war, ebenso sein Auto, das auf dem Heck die Aufschrift ,Armenisch-katholische Kirche‘ trug.“

So könne man davon ausgehen, dass der Geistliche wegen seines Priesteramts und aufgrund seines Beitrags zur Wiederherstellung der christlichen Präsenz in Deir ez-Zor getötet worden sei, vermutet Erzbischof Marayati. Die Stadt im Osten Syriens ist seit Beginn des Krieges besonders umkämpft. Der IS eroberte Deir ez-Zor im Jahr 2014, erst drei Jahre später konnten syrische Streitkräfte die IS-Kämpfer vertreiben.

Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan wurde in der Stadt Kamischli (Qamishli) im Nordosten Syriens beigesetzt. Die Stadt liegt in der Grenzregion zur Türkei und zum Irak. Hier komme es aufgrund der Kämpfe zwischen Türken und Kurden derzeit zu schweren Spannungen, sagt Erzbischof Marayati. „Die Situation ist chaotisch. Es sind Türken, Kurden, Amerikaner und Russen vor Ort. Die Christen haben große Angst, und bei jedem Gewaltausbruch entscheiden sich viele Familien für eine Auswanderung.“ Vor dem Krieg hätten 5000 armenische Katholiken in der Stadt gelebt, heute seien es nur noch rund 2000. Von den einstmals fünf Kirchen seien nur noch zwei geöffnet.

Erzbischof Marayati appellierte im Gespräch mit „Kirche in Not“ an die internationale Gemeinschaft: „Wir bitten nur darum, dass dieser Krieg aufhört. Aber das kann nicht geschehen, wenn Sie weiterhin den Terroristen helfen und Waffen nach Syrien schicken.“ An die Christen in der Welt gewandt sagte er: „Ich bitte Sie: Beten Sie für uns und unser Volk! Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit.“

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