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Berichte & Presse

Bischof Komarica fordert Ende der Diskriminierung von Katholiken

„Politiker aus dem Westen sollen Druck auf die bosnischen Politiker ausüben, damit endlich auch katholische Kriegsflüchtlinge nach Bosnien zurückkehren können“, forderte Bischof Franjo Komarica von Banja Luka, der zugleich Vorsitzender der Bischofskonferenz für Bosnien und Herzegowina ist, im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.. Aus dem Gebiet des heutigen Bosnien und Herzegowina stammende Katholiken sind von ihrer ethnischen Abstammung her Kroaten. Die Politik müsse dafür sorgen, dass ihre Grundrechte anerkannt werden, so der Bischof.

Bis heute seien Kroaten mit den zwei anderen im Land lebenden Volksgruppen nicht gleichgestellt, erklärte Komarica. „Von den Geldern, die von der Internationalen Gemeinschaft für die Rückkehr ehemaliger Flüchtlinge bereitgestellt werden, haben katholische Kroaten jahrelang keinen Cent erhalten. Für sie erhebt niemand die Stimme“. Über 4000 Familien seien seinen Angaben zufolge zur Rückkehr bereit, jedoch gebe es für sie zur Zeit „keine Garantie auf eine tragfähige Rückkehr, keine Häuser, keine Arbeit, kein Strom, keine Straßen, keine medizinische Versorgung, keine Schulen“. Ein kroatischer Name bedeute bei der Arbeitssuche oftmals, dass der Kandidat benachteiligt werde. „Sehr viele Kroaten sind zwar nach dem EU-Beitritt Kroatiens durch ihren Pass Staatsbürger der Europäischen Union, sie sind in Bosnien aber Staatsbürger ohne feststehende Grundrechte“, beklagt Komarica. „Für viele der entrechteten kroatischen Katholiken, besonders in der Entität Republik Srpska, setzt sich von den einheimischen Politikern kaum jemand ein. Es gibt jedoch in den letzten Tagen einige Versprechungen, die Hoffnung auf bessere Zeiten zumindest für einige dieser Benachteiligten erwecken.“

Dazu komme nach Ansicht des Bischofs, dass die instabile Lage dazu führe, dass auch Investitionen aus dem Ausland ausbleiben. „Das Land, das durch den Dayton Vertrag aus dem Jahr 1995 unnatürlich und ungerecht in zwei Teile geteilt wurde, versinkt im gesellschaftlichen und politischen Chaos. Als Zukunftsperspektive sehen wir nur ein von EU und USA kontrolliertes Chaos. Aber dass das Leben so nicht funktionieren kann, zeigt die ganze Nachkriegspraxis. Dies ist ein Verrat an den europäischen Werten und Prinzipien, eine Missachtung der internationalen Vereinbarungen und eine Schande sowohl für die einheimischen als auch für die internationalen Politiker, die für Bosnien und Herzegowina zuständig sind“, so Komarica.

Die bisherigen und jetzigen Forderungen der Kirche seien klar, betont der Bischof: „Kroatische Katholiken müssen mit den anderen zwei Volksgruppen endlich gleichgestellt werden. Sie müssen aus dem Ausland zurückkehren dürfen, und für sie müssen Möglichkeiten geschaffen werden, sich ein Leben in den Heimatorten aufzubauen.“ Die Katholische Kirche versuche in all diesen Jahren ihrerseits, durch soziale und Bildungsprojekte zu einem guten Zusammenleben im Land beizutragen. Ein Beispiel seien unter anderem die kirchlich geführten Europaschulen, die Kindern aller Volksgruppen und Religionsgemeinschaften offenstehen. Diese Schulen, die von „Kirche in Not“ von Anfang an unterstützt wurden, hätten mehr Anmeldungen, als sie annehmen könnten, erklärte er.

Nach Angaben der Katholischen Kirche leben von den ca. 835.000 Katholiken, die vor dem Krieg zwischen 1992 und 1995 in Bosnien-Herzegowina lebten, heute nur noch ca. 440.000 im Land. In der Teilrepublik Republika Srpska hat sich die Zahl von ca. 220.000 auf heute nur ca. 11.500 reduziert. Im Oktober diesen Jahres wurde nach 22 Jahren wieder eine Volkszählung durchgeführt, die in einigen Monaten Auskunft über die aktuellen Zahlen geben wird. Laut inoffiziellen Schätzungen machen Katholiken ca. 10 % an der Bevölkerung aus.

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