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Berichte & Presse

Erzbischof von Mosul: „Die größte Herausforderung besteht darin, die Hoffnung zu bewahren“

12.06.2014

"Nie zuvor haben wir so etwas erlebt. Eine Großstadt wie Mosul ist dem Chaos angreifenden Gruppen zum Opfer gefallen“ So kommentiert der chaldäische Erzbischof von Mosul, Amel Shimon Nona, gegenüber „Kirche in Not“ die tragische Situation der zweitgrößten Stadt des Iraks, die seit drei Tagen besetzt ist.

Die Kämpfe, so berichtet der Bischof, haben am Donnerstag den 5. Juni begonnen, jedoch hätten sie sich zunächst auf einige Viertel im Westteil der Stadt beschränkt. „Die Armee hat begonnen, die betroffenen Gebiete zu bombardieren, aber dann haben die bewaffneten Kräfte und die Polizei in der Nacht von gestern auf Montag plötzlich Mosul verlassen und haben es der Willkür der Angreifer überlassen.“ Mehr als die Hälfte der Einwohner und die ganze christliche Gemeinschaft sind sofort in die nahegelegene Ninive-Ebene geflohen. „Gegen 5 Uhr am gestrigen Morgen haben wir die flüchtenden Familien aufgenommen und haben versucht, sie in Schulen, Katechesesälen und verlassenen Häusern unterzubringen“, erklärt Erzbischof Nona, der sich zu Zeit in Tall Kayf, einem ca. drei Kilometer nördlich von Mosul gelegenen Dorf, aufhält.

Der Angriff wurde mutmaßlich vom „Islamischen Staat im Irak und in Syrien“ (ISIS) verübt, einer mit Al-Kaida verbundenen Terrororganisation, die für ihre grausamen Übergriffe gegen Christen in Syrien bekannt ist. Erzbischof Nona glaubt dennoch, dass auch andere Gruppierungen daran beteiligt sein könnten: „ Wir wissen noch nicht, um welche Gruppierungen es sich handelt. Manche sprechen von ISIS, andere meinen, dass es sich um Angehörige verschiedener Gruppierungen handeln könnte. Wir müssen abwarten, um die wirkliche Situation besser zu verstehen. Es steht fest, dass die Extremisten hier sind. Viele haben sie in den Straßen patrouillieren gesehen.“

Die Anwesenheit der Dschihadisten beunruhigt die Christen, und in diesen Stunden verbreitet sich die Nachricht, ISIS habe vier Kirchen und ein Kloster angegriffen. „Wir haben keine Drohungen erhalten, denn alle Gläubigen haben die Stadt verlassen. Wer weiß, ob sie jemals zurückkehren können”, sagt der Erzbischof. Im Jahr 2003 habe die christliche Gemeinde von Mosul noch 35.000 Gläubige gezählt. In den 11 Jahren, die dem Kriegsbeginn folgten, ist die Zahl tragischerweise auf ca. 3000 gesunken. „Jetzt ist wahrscheinlich keiner mehr hier geblieben.“

“Wir beten weiterhin für unser Land, dass es endlich den Frieden finden möge”, bekräftigt Erzbischof Nona, der in den vergangenen Tagen des Schreckens seine Gläubigen wieder einmal dazu aufrufen musste, die Hoffnung nicht zu verlieren. „Es ist nicht leicht nach so vielen Jahren des Leids, aber wir irakischen Christen stehen unerschütterlich fest im Glauben und müssen die Hoffnung trotz der Verfolgung bewahren. Es ist nach dem, was in diesen Tagen geschehen ist, eine enorme Herausforderung.“

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