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Berichte & Presse

„Fürs Überleben haben viele nicht mal einen Dollar pro Tag“

17.11.2014

„Kirche in Not“ stärkt Seelsorge im Norden Simbabwes – Priester sind bettelarm
Felix Tachiona Mukaro ist von den Politikern seines Landes enttäuscht, wie viele Simbabwer: „Es geht ihnen um Einfluss und Macht, nicht um das Land. Dabei ist die Wirtschaft in einem schlechten Zustand und die Leute wissen nicht, wie sie den Tag überstehen sollen.“ Felix Tachiona Mukaro ist seit 2007 katholischer Priester und derzeit als Entwicklungsbeauftragter für die Diözese Chinhoyi im Norden Simbabwes tätig. Dass das ostafrikanische Land seit Jahren stagniert und der inzwischen offene ausgebrochene Streit um das Erbe des langjährigen, 90 Jahre alten Präsidenten Robert Mugabe, Simbabwe lähmt, erfährt der Priester täglich: „Wie sehr die Mehrheit der Menschen darunter leidet, spüren wir in der Seelsorge deutlich.“

Millionen haben nach den Worten von Pater Felix inzwischen Simbabwe verlassen. Sie gingen in die Nachbarstaaten Botswana, Mozambique, Sambia und Südafrika sowie in die Vereinigten Staaten oder Europa. Weil die Menschen der einheimischen Währung, dem Simbabwe-Dollar nicht mehr vertrauen, greifen die, die es sich leisten können, zu US-Dollar, Euro, britischem Pfund oder südafrikanischem Rand.

Viele Simbabwer, die im Ausland leben, schicken Geld in die Heimat, aber „nicht alle haben das Glück, eine Familie im Ausland zu haben, die Hilfe schickt“, wie Pater Felix im Gespräch mit Mitarbeitern des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ betont. Er nennt Beispiele, die zeigen, wie angespannt die Lage ist: „Fürs Überleben haben viele nicht mal einen Dollar pro Tag. Wenn Priester die herrschende Ungerechtigkeit ansprechen, werden sie bedroht oder sogar tätlich angegriffen.“

In der Diözese Chinhoyi, die 56.000 Quadratkilometer umfasst und zu 95 Prozent ländlich geprägt ist, ist der wirtschaftlichen Rückschritt greifbar: Minen wurde geschlossen, ehemals gut bewirtschaftete Farmen enteignet und von Anhängern der Regierungspartei übernommen. Jetzt liegt das Land brach. Rasche politische Veränderungen erwartet Pater Felix nicht, denn dazu ist seiner Meinung nach ein Mentalitätswechsel notwendig. Er setzt auf die mühsame, täglich Pastoralarbeit in den 19 Pfarreien der Diözese, in denen gegenwärtig 48 Priester tätig sind.

Deren Ressourcen sind allerdings rar. Die Distanzen sind groß und Transportmittel, etwa Autos, stehen oft nicht zur Verfügung. „Unsere Diözese ist auf Hilfe angewiesen. Die Mess-Stipendien, die wir etwa von ‚Kirche in Not‘ erhalten, sind für unserer Priester sehr wichtig, weil sie wirklich bettelarm sind“, so Pater Felix. Die Seelsorger können nach seinen Worten für ihren Lebensunterhalt nicht selbst sorgen, weil sie kein Einkommen haben. Sie können auch nicht auf die Unterstützung der Gläubigen hoffen, weil die Menschen selbst kaum das Nötigste haben. Für die Jahre 2013 und 2014 hat „Kirche in Not“ der Diözese Chinhoyi daher je 20.000 Euro als Mess-Stipendien zur Verfügung gestellt.

Für die Hilfe ist das Bistum dankbar. Es sichert den Unterhalt von Priestern und damit den Bestand der Seelsorge im ländlichen Raum. Felix Tachiona Mukaro: „Wir stützen uns ganz auf das Evangelium, diese Werte verteidige wir. Würden wir aber Zuwendungen von Politikern entgegennehmen, würde das die Seelsorge schwächen, weil wir dann deren Verhalten rechtfertigen müssten.“

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