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Berichte & Presse

"Christliche Liebe kennt keine Grenzen" - "Kirche in Not" beschenkt Flüchtlingskinder

29.12.2014

Iraks christliche Flüchtlingskinder haben alles verloren. Zu Weihnachten werden sie jetzt beschert. "Kirche in Not" macht es möglich.

Unermüdlich öffnen die Schwestern und ihre Helferinnen die Kartons, die sich mannshoch um sie herum stapeln. Sie holen Kleidung aus den Kisten. Die Plastikverpackung raschelt laut. Berge von Kleidung liegen auf dem Boden. Schwester Angela vom chaldäischen Orden der Töchter Mariens schnürt zusammen mit anderen Ordensfrauen und Freiwilligen Päckchen für christliche Kinder. Seit Wochen wird die Aktion vorbereitet, die sich an Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren richtet. Finanziert wird sie vom internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not".

"Die Kinder haben ein sehr trauriges Jahr hinter sich. Sie mussten im Sommer vor ISIS flüchten und sind zu Flüchtlingen geworden. Wir wollen ihnen ein wenig Freude bereiten und stellen ein Weihnachtsgeschenk für sie zusammen", sagt die junge Schwester, die selbst flüchten musste. "Wir hatten ein Waisenhaus in Karamles. Im August mussten wir Hals über Kopf fort. Mitten in der Nacht haben wir uns zu acht in ein kleines Auto gequetscht. Wir hatten große Angst." 15000 Päckchen bereiten die Schwestern vor. Besonders die christlichen Flüchtlingskinder aus Mossul und der Ninive-Ebene sollen so an Weihnachten beschert werden. "Die Kinder werden neben Kleidung wie einem Trainingsanzug eine kleine "Kirche in Not"-Kinder-Bibel auspacken können und natürlich Süßigkeiten. Auch eine kleine Krippe ist dabei", sagt Schwester Angela, während sie eine neue Kiste öffnet. "Jedes Päckchen ist etwa 25 Dollar wert. Ihm liegt außerdem eine Karte unserer Wohltäter bei, sowohl auf Englisch als auch auf Arabisch", erklärt Pater Andrzej Halemba. Er ist bei "Kirche in Not" für die Irak-Projekte verantwortlich. " Damit sollen die Kinder persönlich angesprochen werden. Sie sollen sehen, dass man weltweit an sie denkt und christliche Liebe keine Grenzen kennt."

Gerade die Kinder wurden von Flucht und Vertreibung besonders hart getroffen, weiß Douglas Bazi. Der chaldäische Priester leitet das Mar Elia Centre in Ankawa, einem christlichen Stadtteils von Erbil in Irakisch-Kurdistan. Hier haben seit August hunderte Menschen aus der Ninive-Ebene in Zelten Zuflucht gefunden. "Sie kamen hier bei uns völlig verstört an. Viele haben schlecht geträumt", berichtet der Priester. "Ganz am Anfang haben wir Spielzeug ausgeteilt. Wir wollten den Kindern eine Freude machen. Sie hatten ja nichts. Mein Mitarbeiter kam danach schockiert zurück und meinte, die Kinder hätten das ganze Spielzeug zerstört. Jeder wollte etwas für sich haben und dachte, er käme zu kurz. Dadurch ging alles entzwei. Das zeigte uns, welche Verlustängste die Kinder hatten und wieviel Aggression in ihnen war. Das ist mittlerweile ganz anders. Sie sind Gottseidank viel ruhiger geworden."

In Schaklawa, in den Bergen Kurdistans, leben die christlichen Flüchtlinge unter anderem in einer großen Halle. Wo sonst die großen Hochzeiten und Familienfeiern der christlichen Großfamilien stattfinden, leben jetzt hunderte Menschen in einer Halle. "Es ist nicht einfach. Es gibt überhaupt keine Privatsphäre. Und laut ist es auch. Nachts wird das Licht um 11 gelöscht. aber das heißt nicht, dass es danach still ist. Aber was soll man tun. wir versuchen das Beste daraus zu machen." Hanna ist vierfache Mutter. Das jüngste ist gerade sechs Monate alt. Zusammen mit ihnen und ihrem Mann ist die syrisch-katholische Christin im August aus Karakosch geflüchtet. "Wir haben nichts mehr. Alles ist dort geblieben." Weihnachten, erzählt sie, war in den christlichen Dörfern der Ninive-Ebene traditionell ein großes Fest. Die Menschen besuchten sich gegenseitig. "Wir fasten vor dem Weihnachtsfest. Entsprechend groß ist die Freude auf das Festessen an Weihnachten immer gewesen. Wir Frauen haben besondere Gerichte zubereitet und Süßigkeiten. Aber in diesem Jahr machen wir das nicht. Wir haben keine Zutaten und sind ehrlich gesagt auch nicht in der Stimmung." Weihnachten fällt für sie und ihre Familie dennoch nicht aus. "Die einheimischen Christen von Schaklawa haben und Süßigkeiten und Gebäck vorbeigebracht. Und die Kirche veranstaltet ein großes Fest für uns Flüchtlinge. Die Kinder freuen sich darauf." Doch ihre zehnjährige Tochter Tamara will vor allem eines: "Mein größter Wunsch zu Weihnachten ist, dass ich wieder zurück kann und wieder zusammen mit meine Freunden spielen kann. Ich will nach Hause. Das ist das Wichtigste."

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