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Berichte & Presse

Bischöfe kritisieren Korruption der Regierung

13.02.2015

Die „hässliche Flut der Korruption” in der nigerianischen Regierung – mit diesen Worten hob ein katholischer Bischof die großen Herausforderungen hervor, mit denen die neue Regierung des Landes nach den Wahlen konfrontiert sein wird. In einem Schreiben an das katholische Hilfswerk “Kirche in Not” brachte Bischof Matthew Hassan Kukah von Sokoto (Nigeria) zum Ausdruck, das nächste Parlament müsse sich dringend der Faktoren annehmen, die die Nation destabilisierten. Die jahrelange Korruption habe den Sinn für Loyalität gegenüber dem nigerianischen Staat geschwächt. Den neuen Präsidenten rief er dazu auf, „die Bürger in einem Projekt nationaler Identität und Einheit zu versammeln“.

Nach Angaben von Bischof Kukah sei die Ungleichheit hauptsächlich das Ergebnis der Tatsache, dass der aus den Bodenschätzen Nigerias stammende Reichtum in den Händen weniger Menschen konzentriert sei. Er sagte: „Trotz der immensen Mittel, die das Land durch Ölverkäufe in noch nie dagewesener Höhe gewinnt, gibt es im Leben der Normalbürger kaum etwas, was darauf hindeutet. Das unkontrollierte Ausbluten der Ressourcen hat dazu geführt, dass das Elend im Volk allgegenwärtig ist.“ Er rief den Gewinner der Wahlen dazu auf, Mittel in die Bildung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Landwirtschaft zu leiten.

Bischof Kukah warnte zudem davor, dass die Terrororganisation Boko Haram die Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften verstärkt habe. „Der Aufstand hat den guten Willen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen stark vermindert und den Bruch zwischen Christen und Muslimen weiter vertieft.“ In Bezug auf die kürzlich erfolgten Angriffe durch Boko Haram sagte der Bischof: „Die Stadt Sokoto, in der ich lebe, hat ebenso wie die meisten anderen Städte im Norden in den vergangenen Monaten einen Exodus von Einwohnern erlebt. Einige haben das Land verlassen, andere sind in die Heimat ihrer Vorfahren in verschiedenen Teilen des Landes gegangen. Christen hätten „begonnen, ihre Familien dorthin zu schicken, von woher ihre Vorfahren stammten, und das sogar vor Weihnachten“.

Der Grund liege in den „hässlichen Erfahrungen, die mit einigen der schlimmsten Arten von Gewalt in Nigeria assoziiert werden“. Es bestehe die Befürchtung, dass sich die Gewalt wiederholen könne, die nach den Wahlen von 2011 ausbrach und durch die binnen drei Tagen 800 Menschen getötet und zahlreiche Kirchen, Geschäfte und Wohnhäuser zerstört wurden. Bischof Kukah beklagte, dass die föderale Regierung fast nichts für die Wiedergutmachung getan habe. „Niemand wurde vor Gericht gestellt, und mit wenigen Ausnahmen hat sich die föderale Regierung nicht mit der Wiedergutmachung für die Mehrheit derjenigen Bürger befasst, die ihr Hab und Gut verloren haben.“ Dennoch zeigte sich der Bischof hinsichtlich der gegenwärtig für den 28. März angesetzten Wahlen positiv: „Die Nigerianer sehen den kommenden Wahlen mit einem gemäßigten Optimismus, mit Spannung und einem tiefen Gefühl der Vorsicht und sogar der Angst entgegen.“

Der Bischof bezeichnete das Ergebnis als „unvorhersehbar“ und lobte die Versuche im Vorfeld der Wahlen, die kürzlich weiter südlich erfolgten Angriffe von Boko Haram niederzuschlagen. „Die konzertierten Versuche, die Angriffe zu beenden, ermutigen uns und wir sind froh über die internationale Zusammenarbeit. Alles in allem sind die normalen Bürger hoffnungsvoll, dass wir in der Tat erfolgreiche und friedliche Wahlen erleben können“.

„Kirche in Not“ hat eine Nothilfe von 45.000 Euro für Binnenflüchtlinge aus der Diözese Maiduguri gewährt, die vor dem Vormarsch von Boko Haram geflohen sind. Außerdem hat das Hilfswerk Priestern der Diözese, von denen die Hälfte in der Nachbardiözese Yola Zuflucht gesucht hat, Messstipendien in Höhe von insgesamt 37.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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