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Eine Kirche in der Diözese Faisalabad

Mai 2015
Asien Bauhilfe

Zu der Pfarrei der Unbefleckten Empfängnis in Toba Tek Singh in der Diözese Faisalabad gehören 75 Dörfer mit ca. 2700 katholischen Familien. Viele der christlichen Dorfbewohner sind Tagelöhner oder Straßenkehrer, die Frauen verdingen sich als Hausangestellte. Nur weinige können ihre Kinder zur Schule schicken. Christen in Pakistan haben kaum eine Möglichkeit, sozial aufzusteigen.

In Pakistan herrscht vielerorts noch ein Feudalsystem wie im Mittelalter. Die Landlords, also die muslimischen Großgrundbesitzer, behandeln noch heute ihre Landarbeiter wie Sklaven. Ihren Befehlen müssen die Arbeiter bedingungslos gehorchen. Die Landlords und die Fabrikbesitzer haben die wahre Macht im Land. Durch Korruption haben sie die Polizei, die Justiz, das gesamte System unter sich gebracht. Missbrauchen sie beispielsweise die Frau oder Tochter eines ihrer Leibeigenen, so kann dieser nur schweigen. Am schlimmsten ist es, wenn sich Landarbeiter verschulden. Dann gerät ihre ganze Familie in vollkommene Abhängigkeit vom Landlord. Eine Krankheit genügt. Dann müssen sich die Leute Geld von ihrem Herrn leihen. Dieser verlangt daraufhin so hohe Zinsen, dass die Familien ohne Hilfe von außen nie wieder aus dieser Abhängigkeit herauskommen und sich die Schulden von Generation zu Generation weitervererben. Die Kinder werden dann schon als Sklaven geboren. Auch die Arbeiter in den Ziegeleien sind ihren Herren auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Mit bloßen Händen fertigen sie die Ziegel an und lassen sie in der Sonne trocknen. Beginnt es zu regnen, bevor die Rohlinge in den Öfen gebrannt wurden, deren hohe Schornsteine die Landschaft prägen, so war die ganze Arbeit umsonst. Der Fabrikbesitzer sagt dann jedoch oft: „Was kann ich dafür, dass es zu regnen begonnen hat?“ Also bezahlt er die Leute nicht.

Eines der Dörfer, die zu der Pfarrei gehören, ist Pertabpur Chak 246. Es liegt 65 Kilometer vom Zentrum der Pfarrei entfernt. Rund 300 Katholiken leben hier. Im Glauben finden sie Trost. Bislang finden die Heilige Messe, Andachten und andere Treffen im Freien unter Zeltplanen statt. Aber der Pfarrer möchte, dass dort ein Gotteshaus entsteht. Ein richtiges Gebäude würde im Gegensatz zu den Zeltplanen nicht nur Schutz vor den Unbilden des Wetters bieten, sondern es würde auch die Sicherheit erhöhen, denn die Gläubigen in Pakistan müssen jederzeit Angst vor Angriffen durch Extremisten haben. Zudem könnte sich die Katholische Kirche klarer von Sektenpredigern abgrenzen, die ebenfalls unter freiem Himmel um die Gläubigen werben. Ein Kirchengebäude würde deutlicher machen, wo die

Gottesdienste und Versammlungen der Kirche stattfinden. In dem Gotteshaus sollen in Zukunft auch die Sonntagsschule mit dem Religionsunterricht für die Kinder stattfinden. „Kirche in Not“ möchte mit 9.800 Euro helfen.

Spendennummer: 328-08-19

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