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Der Metropolit von Kemerowo dankt für Ausbildungshilfe für Seminaristen

September 2015
Europa Theologische Ausbildung

Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von „Kirche in Not“, folgte dem Grundsatz: „Einer muss anfangen: Wir!“ Als Papst Johannes Paul II. ihn 1991 darum bat, nach einem langen Leben als Brückenbauer nun auch Wege des Dialogs mit der Russisch-Orthodoxen Kirche zu finden, war er Feuer und Flamme. Immerhin musste auch diese Kirche nach der jahrzehntelangen Verfolgung nahezu bei Null anfangen. Die Zahlen sprechen für sich: Von den ca. 60.000 Gotteshäusern, in denen vor der Oktoberrevolution in Russland die Heilige Liturgie gefeiert wurde, waren zwanzig Jahre später nur noch 100 übrig. Allein in den ersten beiden Jahren nach der Oktoberrevolution wurden 15.000 orthodoxe Priester getötet. Mehr als 300 Bischöfe wurden hingerichtet oder starben in Gefangenschaft. Dieser orthodoxen Schwesterkirche nun nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes nicht nur mit schönen Worten, sondern auch mit Taten zur Seite zu stehen, nannte er im Alter von bereits fast 80 Jahren die „letzte und größte Freude seines Lebens“. Das Anliegen, Brücken zu bauen und Versöhnung zu stiften, war die große Aufgabe seines Lebens. Dazu den ersten Schritt zu tun, war von Beginn an das wesentliche Merkmal von „Kirche in Not“.

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre sind aus dieser „Ökumene der Solidarität“ viele Freundschaften zwischen Katholiken und Orthodoxen in Russland entstanden. Die Eparchie (=orthodoxe Diözese) von Kemerowo und Kusbas ist ein besonders schönes Beispiel dafür.

Im April 2015 wurde die Führungsspitze von „Kirche in Not“ von Metropolit Aristarch empfangen, der herzlich für die Hilfe dankte, die „Kirche in Not“ bereits seit mehr als 15 Jahren geleistet hat. Er begrüßte jeden einzelnen der katholischen Gäste mit den Worten „Christus ist auferstanden“ und dankte besonders für die Hilfe bei der Ausbildung der angehenden Priester. Der Präsident von „Kirche in Not“, Johannes Freiherr Heereman brachte seinerseits seine Freude über das gute ökumenische Klima in Kemerowo zum Ausdruck und bekräftigte, dass „Kirche in Not“ den geschwisterlichen Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche weiter ausbauen wolle: „Wir möchten der russisch-orthodoxen Kirche in dieser Region weiterhin helfen und damit dazu beitragen, das Christentum auf dieser Erde weiterzubringen“.

In diesem Jahr haben die Wohltäter von „Kirche in Not“ mit die Ausbildung der 126 Seminaristen in Kemerowo mit 37.800 Euro unterstützt. Das sind 300 Euro pro Seminarist für ein ganzes Jahr – ein kleiner Betrag als Geste der Freundschaft und der Geschwisterlichkeit, der viel bewirkt.

Spendennummer: 427-02-79

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