Jetzt spenden!

Renovierung und Erweiterung der Pfarrkirche von Bozoum

Mai 2016
Afrika Bauhilfe

Die Pfarre St. Michel von Bozoum ist eine der ältesten Pfarreien des Landes. Sie wurde 1927 als erste Missionsstation außerhalb der heutigen Hauptstadt Bangui gegründet. Berühmt wurde sie vor allem durch den mutigen Einsatz des italienischen Karmelitenpaters Aurelio Gazzera. Der heute 53jährige Priester war bereits mit Mitte vierzig eine Legende. Im Jahr 2007 war es ihm nämlich gelungen, dem Unwesen der Banditen, der sogenannten „Zaraguinas“, ein Ende zu bereiten, die plünderten, Kinder entführten, Lösegeld erpressten und die Bevölkerung in Angst und Schrecken hielten. Er ging unbewaffnet zu den schwer bewaffneten Banditen und überzeugte sie davon, zu einem normalen Leben mit ihren Familien zurückzukehren, sich zu bessern und die Menschen in Ruhe leben zu lassen. „Meine einzige Waffe war das Gebet“, sagt er. Nach wenigen Monaten konnten die Menschen wieder in Frieden leben und die Kinder konnten wieder in die Schule gehen. Die Kinder in den Dörfern der Region singen bis heute ein Lied über ihn: „Merci na Aurelio na Nzapa ti lo" – „Wir danken Aurelio und seinem Gott, dass er die Gewehre der Banditen niedergebeugt hat.“

Weltberühmt wurde Bozoum dann aber vor allem in den blutigen Kriegsjahren 2013/2014, als es Pater Aurelio gelang, durch unermüdliche Friedensverhandlungen mit allen bewaffneten Gruppierungen und zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein Massaker in seiner Stadt zu verhindern. Viele Medien in der ganzen Welt schrieben über den Einsatz des mutigen Priesters, der Hunderte Leben gerettet hat, der aber mehrfach fast selbst mit dem Leben dafür bezahlt hätte. Sein Wahlspruch lautet: „Auch wenn sie mich töten, sterbe ich nicht“.

Bei seinem Einsatz wurde er von Rebellen geohrfeigt, sein Auto wurde beschossen, und einmal hätte eine aufgebrachte muslimische Menschenmenge ihn fast gelyncht. Als Steine auf sein Auto niederprasselten und wütende Menschen Waffen auf ihn richteten, betete Pater Aurelio den Rosenkranz. Der Priester nahm das Evangelium wörtlich: „Tut Gutes denen, die euch hassen!“ Sofort nach diesem Vorfall machte er sich zusammen mit einigen Freiwilligen der Pfarrei auf den Weg, um die Muslime, die sich alle auf engstem Raum verschanzt hatten, um sich vor Racheakten in Sicherheit zu bringen, auf eigene Kosten mit Trinkwasser, Reis und Medikamenten zu versorgen. Vor allem aber wollte er ihnen Trost spenden, er Missionar sagt. Und er fügt hinzu: „Es waren dieselben, die mich bedroht und die Fenster meines Autos mit Steinen zerbrochen hatten. Nun waren sie nichts anderes als verängstigte Kinder, Frauen und Männer, die in Not waren.“

Es gelang ihm sogar, die Gläubigen seiner Gemeinde zu tätiger Nächstenliebe an den Muslimen zu bewegen. Erst wagte der Priester es nur vorsichtig, die Menschen zu bitten, Geld und Lebensmittel zur Kirche mitzubringen, um damit den Muslimen helfen zu können. „Ich habe nicht zu stark darauf gedrungen, weil ich weiß, dass die Wunden noch offen sind. Viele haben einen Familienangehörigen verloren, andere haben Verwandte, die gefoltert wurden, einige wurden beraubt, und alle mussten wochenlang fern von zuhause verbringen, und alles das wegen der überwiegend muslimischen Séléka-Rebellen und einigen Muslimen“. Aber am Ende war Pater Aurelio überwältigt von ihrer Großzügigkeit: „Normalerweise steuern die Gläubigen zu der Kollekte für die Armen, die wir einmal im Monat abhalten, ein paar Lebensmittel für die Waisen und ein bisschen Geld zwischen 15 und 20 Euro bei. An jenem Sonntag haben meine Christen mich gerührt: Sie haben sehr viele Nahrungsmittel mitgebracht und haben mehr als 70 Euro gesammelt!“ Dies ist viel Geld in einem bitterarmen Land. Und bewegt fügt er hinzu: „Die Gläubigen waren dazu fähig, für die Feinde von gestern viel mehr zu tun, als sie normalerweise für ihre Brüder und Schwestern, die Armen aus der Pfarrei, tun.”

Pater Aurelio weiß, dass es am wichtigsten ist, die schreckliche Spirale von Hass und Rache zu durchbrechen und nach dem Krieg nicht nur die zerstörten Häuser, sondern vor allem die Herzen und das Gewissen der Menschen wiederaufzubauen. Gerade das Jahr der Barmherzigkeit ist ein Anlass dazu. Papst Franziskus hatte das Heilige Jahr während seiner Reise in die Zentralafrikanische Republik am 29. November 2015 mit der Öffnung der Heiligen Pforte in der Kathedrale von Bangui vorzeitig eröffnet, um diese Barmherzigkeit ganz besonders in diesem von Hass und Gewalt zerfleischten Land spürbar werden zu lassen. Er erklärte in seiner Ansprache Bangui zur „geistlichen Hauptstadt der Welt“.

Pater Aurelio will diese Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes allen verkünden. Er ist vor allem mit Leib und Seele Priester. Er sagt: Wenn ich jemandem, der hungrig ist, zu essen gebe, ist das schon etwas. Aber wenn ich ihm die wahre Speise geben kann, nämlich Christus, dann gebe ich ihm alles.“ Seine Pfarrei blüht, jedes Jahr lassen sich mehr als 100 Menschen taufen. Aus der Gemeinde sind geistliche Berufungen hervorgegangen, und die Kirche ist in jeder Heiligen Messe voll. Genau dies, was eigentlich Anlass zur Freude ist, bringt zugleich ein Problem mit sich, denn die Kirche ist mittlerweile zu klein! Zudem sind an dem Gotteshaus, das in den 1960er Jahren in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde, Schäden aufgetreten und die Fundamente haben Risse bekommen. Diese Schäden müssen behoben werden. Zugleich möchte Pater Aurelio die Kirche auch vergrößern, damit mehr Gläubige Platz darin finden. „Kirche in Not“ hilft ihm mit 40.000 Euro bei der Erweiterung und Renovierung des Gotteshauses, damit die Pfarrkirche von Bozoum für noch mehr Gläubige zu einem Ort der Barmherzigkeit werden kann.

Spendennummer: 42-01-19

Libanesische Bischöfe über die Auswanderung von Christen besorgt

Parallel zu den anhaltenden PROTESTEN GEGEN DIE REGIERUNG verschärft sich im Libanon die Wirtschaftskrise. Die Banken haben Beschränkungen für den Zahlungsverkehr durchgesetzt, die Währung wurde abgewertet, und viele Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Verzweiflung über ihre finanzielle Lage hat mindestens drei Libanesen in den Selbstmord getrieben.

» weiterlesen

Bethlehem-Mission: Eine Familie für Menschen, die selbst keine haben

In der Stadt São Paulo leben mehr als 25.000 Menschen auf der Straße. Sie sind die „Straßenbrüder“ – so nennen sie die Missionare der Bethlehem-Mission, die 2005 von Pater Gianpietro Carraro und Schwester Cacilda da Silva Leste gegründet wurde. Das Charisma der Gemeinschaft besteht darin, das zu leben, was am Heiligabend geschah: „Inmitten der...

» weiterlesen