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Eine Kapelle in einer der unterentwickelsten Regionen des Landes

Jänner 2017
Afrika Bauhilfe

Die Region Benishangul-Gumuz liegt ganz im Westen Äthiopiens im Grenzgebiet zum Sudan und ist eine der ärmsten und unterentwickeltsten Gegenden des Landes. Knapp 990.000 Menschen leben hier. Etwas mehr als ein Fünftel gehört der Volksgruppe der Gumuz an. Kulturell sind die Gumuz eher mit den Völkern des Sudan verwandt als mit den anderen Volksgruppen in Äthiopien. Ende des 19. und noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts fielen viele Gumuz Sklavenhändlern zum Opfer.

Mit dem Christentum sind die meisten der Gumuz noch gar nicht oder erst kürzlich in Berührung gekommen. Ihre traditionelle Religion kennt viele verschiedene Götter. Es gibt einen Flussgott, einen Erdgott, einen Sonnengott, einen Baumgott, den Gott eines Berges und weitere Gottheiten. Eigentlich sollen es jedoch weniger Götter als vielmehr Geister oder Kräfte sein. Der Glaube an Hexerei ist weit verbreitet, und es werden viele auf Aberglauben basierende Traditionen praktiziert, die großes Leid verursachen. So müssen beispielsweise die Gumuz-Frauen vor der Niederkunft ihre Dörfer verlassen und ihr Kind ganz allein im Wald, an einem Fluss oder im Busch zur Welt bringen. Mindestens drei Tage müssen sie an einem abgelegenen Ort bleiben. Kommt es zu Komplikationen, kann ihnen niemand helfen. Denn die Menschen sind davon überzeugt, dass das Blut, das bei der Geburt fließt, einen Fluch über die Familie bringt.

Die katholischen Ordensleute, die in der jüngeren Vergangenheit in dieses Gebiet gekommen sind, werden mit großer Freude aufgenommen. Die Menschen sind glücklich, in den Kontakt mit der Frohen Botschaft des Evangeliums zu kommen. Auch ihr konkretes Leben verbessert sich, denn die Missionare bringen medizinische Versorgung, gründen Schulen für die Kinder und helfen den Menschen, sowohl ihre schlimmste physische Not als auch ihre Ängste vor bösen Geistern und Zauberei sowie Traditionen, die Leid verursachen, zu überwinden.

Seit zwölf Jahren sind beispielsweise die Comboni-Missionare in dem Gebiet tätig. Sie haben zwei Missionsstationen gegründet. Inzwischen gibt es vier sehr gut etablierte katholische Gemeinden, die aber noch keine Kapellen haben. Die Comboni-Patres haben daher „Kirche in Not“ darum gebeten, ihnen dabei zu helfen, in einem der Orte eine Kapelle zu errichten, wo die Katechese, die heilige Messe, andere liturgische Feiern und Andachten abgehalten werden können. Bislang findet das kirchliche Leben im Freien statt, und die Gläubigen sind der sengenden Sonne oder heftigen Regenfällen schutzlos ausgesetzt. Eine Kapelle würde zudem das Gemeinschaftsgefühl der Gläubigen und die Identifikation mit der Kirche stärken. Im Moment gibt es in der Gemeinde 120 bereits getaufte Katholiken, 85 Taufbewerber sowie 80 Kinder. Die Bewohner der Ortschaft haben zwar kein Geld, sie möchten aber durch lokal verfügbare Baumaterialen und ihre – wenn auch ungelernte – Arbeitskraft zur Entstehung des Gotteshauses beitragen. Da aber auch stabile Baumaterialien benötigt werden, die nicht vor Ort verfügbar sind, so wie beispielsweise Stahlträger, haben die Comboni-Missionare „Kirche in Not“ um Hilfe gebeten. Die Kapelle soll zu ihrem Schutz zusätzlich durch einen Zaun geschützt werden. „Kirche in Not“ möchte mit 20.000 Euro den Bau der Kapelle unterstützen.

Spendennummer: 118-01-19

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