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Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Terroranschlägen für das Priesterseminar in Lahore

Jänner 2017
Asien Bauhilfe

Immer wieder werden in Pakistan schwere Terroranschläge verübt. Christen sind nicht die einzigen Opfer der Terroristen, aber christliche Einrichtungen sind besonders gefährdet. Besonders leiderprobt ist in dieser Hinsicht die Erzdiözese Lahore im Nordosten Pakistans. Im März 2008 wurden die Herz-Jesu-Kathedrale und mehrere kirchliche Schulen stark beschädigt. 30 Menschen wurden getötet, fast 250 verletzt. Die Buchhandlung der Paulusschwestern, die sich auf dem gleichen Gelände befindet, wurde nahezu gänzlich zerstört. An Weihnachten desselben Jahres detonierte eine Bombe bereits zu früh, mit der während der Christmette ein Attentat auf die Kathedrale verübt werden sollte. Dadurch wurde eine Katastrophe in letzter Minute verhindert.

Am Sonntagvormittag des 15. März 2015 explodierten in Youhanabad, einem christlichen Stadtviertel von Lahore, zwei Bomben nahezu zeitgleich vor einer katholischen und einer protestantischen Kirche. In beiden Gotteshäusern hatten sich Hunderte Menschen zum Gottesdienst versammelt Bei den Anschlägen kamen knapp zwanzig Menschen ums Leben, achtzig wurden verletzt. Dass in der katholischen St. Johannes-Kirche nicht mehr Menschen getötet wurden, ist dem beherzten Eingreifen eines zwanzigjährigen jungen Mannes zu verdanken, dem es gelang, den Selbstmordattentäter, der einen Sprengstoffgürtel unter seiner Kleidung trug, bereits draußen vor der Kirche niederzuringen. Dieser sprengte sich daraufhin in die Luft, ohne in das Innere der Kirche eingedrungen zu sein. Der mutige junge Mann wurde dabei getötet, er rettete aber zahlreiche Menschenleben, denn in der Kirche hielten sich sechshundert Menschen auf.

Am Ostersonntag 2016 verübten Selbstmordattentäter einen Anschlag in einem Park in Lahore, wo sich zahlreiche Christen nach dem Kirchbesuch aufhielten, um mit ihren Familien Ostern zu feiern. Der Anschlag fand in der Nähe eines Kinderspielplatzes statt. Über 70 Menschen starben, darunter zahlreiche Kinder.

Die pakistanische Regierung ruft besonders gefährdete Einrichtungen – darunter auch Kirchen und kirchliche Einrichtungen – dazu auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Kommen sie diesen Aufforderungen nicht nach, können sie geschlossen werden. Zu den Einrichtungen, die besonders bedroht sind, gehört das Priesterseminar St. Francis Xavier in Lahore, das in dem Stadtteil Youhanabad liegt, in dem im vergangenen Jahr die beiden Selbstmordanschläge auf Kirchen stattfanden. Das Seminar hat bereits mehrere Drohungen erhalten. Zur Zeit studieren dort 73 Seminaristen aus dem ganzen Land, die dort auch wohnen, sowie 23 junge Ordensmänner, die sich nur tagsüber für die Lehrveranstaltungen im Seminar aufhalten. Insgesamt sind es also fast 100 junge angehende Priester, die dort ausgebildet werden.

Das Seminar muss dringend die Mauer ringsum erhöhen sowie aufgetretene Schäden ausbessern, zudem müssen die Mauern mit Stacheldraht versehen und ein Wächter eingestellt werden. Geschieht dies nicht, besteht nicht nur die Gefahr, dass Terroristen in das Gelände eindringen, sondern die Regierung kann das Seminar auch wegen Nichteinhaltung der Sicherheitsbestimmungen schließen. Regens Asif John schreibt: „Die Unsicherheit ist eine Herausforderung und eine Bedrohung für uns. Unser Seminar ist abhängig von der Hilfe guter Menschen. Allein sind wir nicht imstande, ein solches Projekt durchzuführen“. Wir haben daher 20.000 Euro versprochen.

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