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Ausbildungshilfe für 23 Seminaristen am Priesterseminar in Prag

Oktober 2017
Europa Theologische Ausbildung

„Wir werden uns keinem Regime beugen, das sich nicht Gott beugt“. Wenige Stunden, nachdem Erzbischof Josef Beran von Prag 1951 diese Worte im Prager Veitsdom an die Gläubigen gerichtet hatte, wurde er von der Geheimpolizei abgeholt und wurde 16 Jahre lang interniert. Tausende Priester und Ordensleute teilten sein Schicksal und litten in Gefängnissen und Arbeitslagern.

Das Gebäude des Erzbischöflichen Priesterseminars von Prag wurde zum Sitz einer kommunistischen Propagandazeitschrift. Lange Jahre lang konnten Männer, die sich von Gott zum Priestertum gerufen fühlten, ihrer Berufung nicht folgen und durften nicht studieren, und später konnten sie es nur im Untergrund. Manche ließen sich heimlich weihen – oft im benachbarten Ausland. Die offizielle Priesterausbildung war vom Geheimdienst kontrolliert, Priester, die dem Staat nicht genehm waren, erhielten keine Erlaubnis, ihren priesterlichen Dienst auszuüben und mussten oft in Fabriken oder als Fensterputzer arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

1990, nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft, wurde das Erzbischöfliche Seminar von Prag wieder in Betrieb genommen. Heute werden dort wieder die zukünftigen Priester des noch immer stark atheistisch geprägten Landes ausgebildet. Es ist eines von zwei Priesterseminaren im Land. Zur Zeit bereiten sich dort 23 junge Männer aus fünf verschiedenen Diözesen auf die Priesterweihe vor. Sie erwartet eine schwere Aufgabe, denn mit 34 Prozent Konfessionslosen sowie weiteren 44 Prozent, die keine Angaben zu ihrer Religionszugehörigkeit machen, ist die Tschechische Republik das am stärksten atheistisch geprägte Land Europas. Nur 10,4 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, weitere 11 Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an. Allerdings entstehen dort, wo die Menschen zum Glauben finden, lebendige Gemeinden mit jungen Familien. Daher werden Priester dringend gebraucht. „KIRCHE IN NOT“ unterstützt die Ausbildung der angehenden Priester in Prag in diesem Jahr mit 11.500 Euro.

Spendennummer: 430-02-79

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