Jetzt spenden!

Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Pfarrhauses in Nova Topola

August 2009
Amerika Bauhilfe

Gottesdienst vor den Ruinen des Pfarrhauses von Nova Topola.

Zwischen 1992 und 1995 herrschte in Bosnien und Herzegowina infolge des Zerfalls Jugoslawiens Krieg. 243.000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben. Darunter waren auch zahlreiche Priester und Ordensleute. Manche wurden entführt und schwer gefoltert, überlebten aber, andere wurden getötet. Von einigen wurde nie wieder eine Spur gefunden. Dies war auch das Schicksal des Pfarrers von Nova Topola, Ratko Grgic. Am 16. Juni 1992 wurde er von Soldaten verhaftet und verschleppt. Danach hat man nie wieder von ihm gehört. Die Gläubigen seiner Pfarrei konnten ihn nicht einmal auf einem Friedhof bestatten, denn sein Leichnam wurde nie gefunden. Auch sein Pfarrhaus blieb nicht verschont. Erst 1991 war es komplett renoviert worden. Ein Jahr später wurde es niedergebrannt – damit teilte es das Schicksal zahlloser Kirchen, Klöster und Pfarrhäuser in Bosnien und Herzegowina.
Heute wollen die katholischen Gläubigen in Nova Topola das Pfarrhaus wieder aufbauen, damit trotz all der leidvollen Erlebnisse die Gemeinde wieder aufleben kann. Ihr neuer Pfarrer soll in ihrer Mitte leben. Eine lebendige Pfarrei ist auch für die Menschen wichtig, die während des Krieges ins Ausland geflohen sind und nun überlegen, ob sie zurückkehren sollen. Wenn sie das Gefühl haben, es gebe in ihrer Heimat Hoffnung auf eine Zukunft, wird ihnen die Entscheidung zur Rückkehr erleichtert. In Nova Topola besteht die Gemeinde schon wieder aus 500 Gläubigen.
Bischof Komarica von Banja Luka, in dessen Diözese Nova Topola liegt, fordert schon seit Jahren unermüdlich und mit lauter Stimme Hilfe und Unterstützung für kroatische Kriegsflüchtlinge, die in ihre Heimat zurückkehren wollen. Das Land sei ein Altersheim geworden, beklagt er. Denn noch vierzehn Jahre nach dem Krieg sind erst wenige der katholischen Kroaten zurückgekehrt, und die meisten von denen, die damals in der Heimat geblieben sind, seien alt. Mittlerweile sind schon viele von ihnen gestorben, so dass es heute weniger Katholiken in Bosnien gibt als unmittelbar nach dem Ende des Krieges. Immer wieder prangert der Bischof den fehlenden politischen Willen seitens der bosnischen Regierung und der Internationalen Gemeinschaft an, den zurückkehrenden Flüchtlingen zu helfen. Lediglich zwei Prozent der Gesamthilfe sei den katholischen Kroaten zugute gekommen. „Die Flüchtlinge haben keine Häuser mehr, und wenn sie doch zurückkehren, müssen sie oft ohne Wasser und Strom leben. Sie finden keine Arbeit, und in der Gesellschaft wird ihnen oftmals deutlich gezeigt, dass sie unerwünscht sind“, berichtet der Bischof, der immer wieder unermüdlich für sein Volk und gegen das Unrecht die Stimme erhebt. Er hofft, dass die verantwortlichen Politiker ihre Versprechen einhalten werden, aber meistens kann man lange darauf warten. Die Kirche muss also selbst handeln, weil es sonst womöglich zu spät ist. Deshalb hilft „Kirche in Not“ der Kirche in Bosnien und Herzegowina dabei, die Wunden des Krieges zu heilen und wieder hoffnungsvoller in die Zukunft zu schauen.
Eine lebendige Pfarrei kann Menschen, deren Vaterland in Trümmer gelegt worden ist, eine neue Heimat schenken. Deshalb haben wir Pfarrer Anto Pelivan, dem Nachfolger des im Krieg verschollenen Pfarrers Ratko Grgic, 20.000 Euro versprochen, damit er bald als Hirt zu seiner Herde zurückkehren und inmitten seiner Gläubigen in Nova Topola wohnen kann.
Spendennummer: 444-01-19

Papst unterstützt erneut Syrienkampagne von „Kirche in Not“

Am 15. September, der in der katholischen Kirche als „Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens“ begangen wird, wurde in Rom wie in zahlreichen christlichen Kirchen Syriens der im Syrienkrieg getöteten Christen gedacht und ein Zeichen des Trostes für die Hinterbliebenen gesetzt. Im Vatikan segnete Papst Franziskus eine Ikone ...

» weiterlesen

Krim: Die Armut ist näher als man denkt

Ein gemeinsamer Sommerurlaub ist für viele Familien auf der Krim in Anbetracht ihrer finanziellen Situation nur ein Wunschtraum. Sobald in den Schulen Ferien sind, müssen viele Kinder ihre Zeit auf der Straße verbringen, während die Eltern den Lebensunterhalt verdienen. Um Kindern und Jugendlichen in Regionen, wo Christen unter schwierigen Bedingungen leben, eine sinnvolle Beschäftigung und...

» weiterlesen