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Renovierung des Pastoralzentrums in Zemun

November 2009
Europa Bauhilfe

Das alte Gebäude, das zum Pfarrzentrum umgebaut werden soll.

Pfarrer Jozo Duspara von Zemun gilt unter seinen Mitbrüdern bereits als Legende, obwohl er erst 55 Jahre alt ist. Der fröhliche, tatkräftige Priester krempelt die Ärmel hoch und tut, was er kann, um der „kleinen katholischen Herde“ in Serbien, die lediglich eine Minderheit von rund 5,5 an der Gesamtbevölkerung bildet, Mut zu machen.
Die neu gegründete Diözese Srijem, zu der Zemun gehört, liegt im Norden des Landes an der kroatischen Grenze, ganz nahe an der im Bürgerkrieg heftig umkämpften Stadt Vukovar, die auch heute noch von Minenfeldern umgeben ist. Während auf kroatischer Seite 14 Jahre nach dem Ende des Krieges die meisten der zerstörten Kirchen und kirchlichen Gebäude mittlerweile wieder aufgebaut werden konnten, sind in Serbien bislang nicht einmal die noch aus kommunistischer Zeit maroden kirchlichen Gebäude renoviert werden konnten.
Zu der Pfarrei von Zemun gehören schätzungsweise 3000-6000 Katholiken, aber das Kriegsgeschehen hat dazu geführt, dass viele vor allem kroatischstämmige Katholiken unter Druck gerieten und die Heimat verließen. Noch heute haben manche Angst, in die Pfarrei zurückzukehren. Auch der Kommunismus hat seine Spuren hinterlassen, die noch immer spürbar sind. Die katholische Kirche steht also vor großen Herausforderungen.
Pfarrer Duspara ist ständig im Einsatz, um die Gläubigen zu stärken und die, die sich im Glauben unsicher sind, zu ermutigen. Der unermüdliche Priester möchte in dem Ort nun neben dem Pfarrhaus ein altes Haus in ein Pfarrzentrum umwandeln. Eigentlich handelt es sich bei dem Gebäude eher um eine Baracke, in der sich zur Zeit Lagerräume befinden. In dem geplanten Pfarrzentrum sollen verschiedene Veranstaltungen stattfinden: Ministrantentreffen, Chorproben, Vorträge, Familienkreise, soziale Projekte, Aktivitäten für Studenten... Außerdem soll eine Pfarrbibliothek eingerichtet werden. Im Dachgeschoss sollen Zimmer entstehen, in denen arme Studenten aus der Provinz wohnen sollen, die sich keine Wohnung in der Stadt leisten können. Auf diese Weise möchte die Pfarrei die Ausbildung junger Katholiken fördern. Das Zentrum soll jedoch nicht nur Katholiken dienen, sondern es will seine Tore Menschen aller Religionszugehörigkeiten und Nationalitäten öffnen.
Von dem Pfarrzentrum erhofft der Pfarrer sich, dass das Leben der einst so lebendigen, aktiven Pfarrei wieder erstarkt und dass sich aufgrund attraktiver pastoraler Angebote immer mehr Menschen trauen, wieder in Kontakt mit der Kirche zu kommen. Zudem ist er davon überzeugt, dass das Zentrum einen wertvollen Beitrag zum gelungenen Zusammenleben verschiedener Konfessionen und Volksgruppen leisten wird, weil die Menschen einander hier offen und wohlwollend begegnen können und gemeinsam etwas Schönes und Gutes verwirklichen können. Gemeinsame Aktivitäten fördern den Frieden und das Verständnis, und das ist etwas, was in einem vom Krieg verwundeten Land notwendig ist. Wir haben dem engagierten Pfarrer 15.000 Euro versprochen.
Spendennummer: 449-01-19

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