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Bau einer kleinen Kirche für die Pater-Pio- Pfarrei von Liozno

Dezember 2009
Europa Bauhilfe

Heilige Messe.. Innenansicht des viel zu kleinen Raumes, in dem sich die Gläubigen der katholischen Pfarrei von Liozno bislang zu den Gottesdiensten versammeln.

10 Kilometer entfernt von der heutigen Grenze zu Russland im Osten Weißrusslands liegt die Kreisstadt Liozno, in der 1887 der weltberühmte Künstler Marc Chagall das Licht der Welt erblickte. Ein Großteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ausgelöscht.
Unter der Sowjetherrschaft verstummten dann für lange Zeit auch die Glocken der christlichen Kirchen. Die katholische Minderheit in dem mehrheitlich orthodox geprägten Land besteht vor allem aus polnischstämmigen Gläubigen. In Liozno fingen die Katholiken erst ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder an, sich zum Gebet zu versammeln. Zunächst kamen einige Gläubige auf dem Friedhof der Stadt zusammen. Dort wurde im Jahr 2001 nach Jahrzehnten der atheistischen Herrschaft die erste Heilige Messe gelesen. Der katholische Bischof von Vitebsk richtete in Liozno bald darauf eine Pfarrei ein, die von einem Priester aus Vitebsk betreut wurde. Ihm standen Schwestern aus der Gemeinschaft des „Barmherzigen Jesus“ zur Seite, die eine Kinderkatechese ins Leben riefen. Aber es war eine Pfarrei ohne Kirche. Die Gläubigen wussten nicht, wo sie sich versammeln sollten, bis eine Frau aus der Gemeinde die Türen ihres Hauses öffnete und einen Raum als provisorische Kapelle zur Verfügung stellte. An den Gottesdiensten nahmen in der Anfangszeit regelmäßig rund 20 Gläubige teil, aber es wurden mehr, und das Privathaus war natürlich nur eine Übergangslösung. Schließlich bot sich der Pfarrei die Gelegenheit, ein kleines Haus zu kaufen, das zu einer Kapelle umfunktioniert wurde. Mit viel Liebe richteten die Gläubigen den Hauptraum so ein, dass er in der Tat wie eine kleine Kirche aussieht: mit einem kleinen Altar, der mit einer Spitzendecke bedeckt und mit Blumen und Kerzen geschmückt ist, mit einem großen Bild des heiligen Pater Pio von Pietrelcina, nach dem die Pfarrei benannt ist, einem großen Kruzifix, Bänken und allem, was zu einer Kapelle gehört. Im Garten wurde ein großes Holzkreuz aufgestellt, das zeigt, dass das Haus ein Gotteshaus ist. Aber die Gemeinde wächst weiter, und der Platz ist viel zu beschränkt. Höchstens 40 Gläubige – und diese auch nur dicht gedrängt – passen hinein. Die Gemeinde ist sehr aktiv: Jeden Tag wird eine Heilige Messe gefeiert, sonntags sind es zwei Messen. Es gibt Kinder und Jugendgruppen, Treffen für ältere Menschen sowie eine Gruppe der Gebetsgemeinschaft „Lebendiger Rosenkranz“. Am Herz-Jesu-Freitag eines jeden Monats besucht der Pfarrer die kranken und alten Angehörigen der Pfarrei, die nicht mehr zur Heiligen Messe kommen können, zuhause oder im Krankenhaus und bringt ihnen die Heilige Kommunion.
Der heutige Pfarrer der Gemeinde, Oleg Piwowar, möchte nun eine kleine Kirche bauen. Er schreibt uns: „Im Namen der ganzen Pfarrei bitte ich Sie um finanzielle Unterstützung für den Bau einer neuen, größeren Kapelle, in der eine größere Anzahl von Gläubigen Platz findet und wo die Katechese abgehalten werden kann, denn wir selbst sind nicht in der Lage, den Bau zu beginnen“. Wir haben Pfarrer Piwowar und seinen Gläubigen 20.000 Euro versprochen.
Spendennummer: 439-01-19

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