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Bau einer Kapelle in Kunda dia Base

März 2010
Afrika Bauhilfe

Eine Trauung in dem Dorf Bundo.

Die gute Nachricht ist, dass Angola das katholischste Land in Afrika ist: Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zur katholischen Kirche. Die schlechte Nachricht ist, dass nur 443 Diözesanpriester fast sieben Millionen Gläubige betreuen. Ein Priester kommt somit auf 15.800 Katholiken!
Auch der Bürgerkrieg, der das Land mit Unterbrechungen von 1975 bis 2002 heimsuchte, hat tiefe Wunden im kirchlichen Leben gerissen. Er forderte zahlreiche Menschenleben, stürzte die Menschen in Armut und Trauer und hat auch viele Kirchen, Pfarrhäuser und Klöster nicht verschont.
Schwer unter dem Bürgerkrieg zu leiden hatte beispielsweise die katholische Mission Bangalas in der Diözese Malanje im Norden Angolas. Die Missionsstation wurde vollständig zerstört. Erst 2003 wurde sie an einem anderen Ort, in Quela, neu errichtet. Betreut wird die Mission von drei „Apostolischen Schwestern vom Herzen Jesu“, denn einen Priester hat die Mission nicht. In die meisten der zahlreichen Dörfer, die zu der Mission gehören, kommt nur ein- oder höchstens zweimal im Jahr ein Priester. Die drei Schwestern, von denen eine aus Mexiko, die anderen beiden aus Peru stammen, bilden die Katecheten aus, die in den vielen Dörfern den Menschen dabei helfen, auch in Abwesenheit eines Priesters den Glauben zu leben.
Das Gebiet ist riesig: Allein der Landkreis Kunda dia Base, einer der drei Landkreise, die zu der Mission gehören, erstreckt sich über ein Gebiet von 5.098 Quadratkilometern und umfasst 253 Dörfer mit mehr als 46.000 Einwohnern. Die Armut ist groß: Die Menschen können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten, denn die Böden sind karg, und es herrscht in der Trockenzeit große Hitze. Was der Bürgerkrieg hier zerstört hat, konnte noch nicht wieder aufgebaut werden. Dazu kommt, dass viele Kriegsflüchtlinge wieder zurückkehren, obwohl sie nicht wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen.
Das kirchliche Leben gestaltet sich ebenfalls schwierig, denn es gibt zwar in einigen Dörfern winzige Lehmziegelkapellen, aber in keinem Ort gibt es einen größeren Raum, wo Gottesdienste gefeiert werden können. Vor allem in der sechsmonatigen Regenzeit wird das zum Problem, denn Gottesdienste und katechetische Treffen, die im Freien stattfinden, werden immer wieder durch heftige Regenfälle unterbrochen. Entferntere Dörfer sind zudem gar nicht erreichbar, da die Straßen in der Regenzeit nahezu unpassierbar werden.
Die Ordensfrauen haben also beschlossen, in Kunda dia Base eine bescheidene Kapelle zu errichten, die groß genug ist, damit dort die Heilige Messe, Wortgottesdienste, Katechese und verschiedenen pastorale Programme stattfinden können, die den Glauben „nähren und stärken“, wie Schwester Verónica Márquez Nuñez uns schreibt. Sie erzählt uns, was sich die Gläubigen wünschen: „einen würdigen und geeigneten Ort, wo sie die Eucharistie feiern, beten und Gott für alle Gaben, die sie von Seiner Großzügigkeit erhalten haben, danken können, wozu es in den 30 Jahren des Krieges an Möglichkeit und Freiheit fehlte“.
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