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Wasserreinigungssystem für das Morgenstern-Seminar in Barrackpore

April 2010
Asien Bauhilfe

Heilige Messe im Morgenstern-Seminar in Barrackpore.

„Morgenstern-Seminar“, diesen poetischen Namen trägt das Priesterseminar in Barrackpore in Westbengalen. Seinen schönen Namen verdankt es der Jungfrau Maria, die oft mit dem Morgenstern verglichen wird. Hier bereiten sich 200 junge Männer aus 30 indischen Diözesen und 6 Ordensgemeinschaften auf die Priesterweihe vor. Obwohl sie ganz unterschiedlichen Volksgruppen angehören, sind sie wie eine große Familie.
Die Seminaristen werden auf die vielen Herausforderungen vorbereitet, denen sie als katholische Priester in Indien gegenüber stehen werden. Denn Indien ist ein Land, in dem völlig unterschiedliche Kulturen, Religionen und Sprachen nebeneinander bestehen. So brauchen die Priester nicht nur eine fundierte theologische und geistliche Ausbildung, sondern müssen auch darauf vorbereitet sein, die Menschen in ihrer jeweiligen Tradition zu verstehen. Sie müssen außer ihrer jeweiligen Muttersprache und Englisch auch noch andere in Indien gesprochene Sprachen beherrschen, um mit den Menschen, die sie betreuen werden, sprechen und ihnen zuhören zu können. Auch der Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln steht auf dem Lehrplan, damit die Kirche die Frohe Botschaft auch auf diesem Weg zu den Menschen bringen kann. Andererseits wird in dem Seminar aber sehr auf einen einfachen, bescheidenen Lebensstil Wert gelegt. Wichtig ist zudem der soziale Einsatz. Einmal in der Woche gehen die jungen Männer in ein Altenheim, eine Leprastation oder ein Krankenhaus, um den Kranken und Verlassenen zu dienen, sie zu trösten und das Leid aus der Nähe kennen zu lernen. Viele der zukünftigen Priester werden in die vernachlässigten Gebiete im Norden und Nordosten Indiens geschickt werden, wo katholische Angehörige ethnischer Minderheiten sehnsüchtig auf Seelsorger warten. Dort sind die Lebensumstände jedoch hart, und die Seminaristen werden bereits während ihrer Ausbildung an körperliche Arbeit auf dem Feld und im Haus gewöhnt. So unterhält das Seminar eine Landwirtschaft mit Reisfeldern, und die Studenten sind auch für die Reinigung und Instandhaltung des Seminars selbst verantwortlich. Der Rektor, Pater Franklin Menendez, schreibt uns: „Die Seminaristen müssen lernen, die schmerzliche Situation von Armut, Ungerechtigkeit und Analphabetismus, die in der Region so weit verbreitet ist, am eigenen Leib zu erfahren. Das Seminar bildet missionarische Priester aus, die fähig sein werden, Christus in die lokalen Gemeinden zu bringen, indem sie sich ihrer Lebensweise anpassen und einen Lebensstil führen, der mit dem der Menschen übereinstimmt.“ Wichtig für die zukünftigen indischen Priester ist es aber auch, andere Religionen gut zu verstehen und mit ihren Anhängern und Führern einen respektvollen und fruchtbaren Dialog zu führen. Da es in Indien immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Christen kommt, können diese Bemühungen das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft voran bringen.
Nun hat das Seminar aber ein großes Problem: Das Wasser ist von sehr schlechter Qualität. Viele der Seminaristen leiden bereits unter Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden. Einige klagen sogar über Haarausfall, weil das Wasser nicht nur Bakterien, sondern auch schädliche Chemikalien enthält. Das Seminar benötigt also dringend ein Wasserreinigungssystem, damit die Gesundheit der angehenden Priester nicht weiterhin geschädigt wird. Wir haben 8.000 Euro versprochen.
Spendennummer: 317-02-39

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