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Unterstützung eines Pastoralprogrammes zur vertieften Evangelisierung in der Pfarrei „La Resurrección“ von Trinidad

August 2010
Amerika Theologische Ausbildung

Ein Indianermädchen. Kinder wie dieses und ihre Familien werden von dem Pastoralprogramm profitieren.

Das im Amazonastiefland Boliviens gelegene Apostolische Vikariat El Beni ist mit 150.686 Quadratkilometern halb so groß wie Italien. Es hat dabei aber nur 30 Pfarrgemeinden, die von fünf Diözesan- und 14 Ordenspriestern betreut werden. Von den fast 190.000 Einwohnern sind 154.000 katholisch – damit betreut jeder Priester im Schnitt 8.100 Gläubige.
Eine der 30 Pfarreien ist die Pfarrgemeinde „La Resurrección“ („Auferstehung“) im Südwesten der Stadt Trinidad. Trinidad ist die Hauptstadt des Departaments El Beni und Sitz des gleichnamigen Apostolischen Vikariates und wurde bereits im Jahr 1686 als Missionsstation der Jesuiten gegründet. Die Pfarrei erstreckt sich über 30.000 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig so groß wie Belgien! Von ihren 24.000 Einwohnern leben 18.000 in der Stadt Trinidad und 6.000 in ländlichen Regionen.
Zur Pfarrei zählen auch 88 Indianergemeinden, die am Rio Marmoré sowie an anderen Flüssen angesiedelt sind. Teilweise betragen die Entfernungen vom Sitz der Pfarrei 500-1000 Kilometer!
Die meisten Menschen, die in den Indianerdörfern leben, leiden bittere Armut. Acht- bis zehnköpfige Familien leben in Hütten, die aus Palmblättern und Lehm bestehen und höchstens 24 Quadratmeter groß sind. Mit primitiven Werkzeugen bauen sie Yucca, Bananen, Reis, Melonen, Bohnen, Kakao, Papayas und Zitrusfrüchte an. Die Kirche hat in einigen der Dörfer jedoch bereits Wasserpumpen, kleine Schulen, Ambulanzen und Funkverbindungen eingeführt, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.
Verbessern möchte die Pfarrei „La Resurrección“ aber auch das geistliche Leben ihrer Gläubigen. Für die ländlichen Gebiete, vor allem die Indianersiedlungen, ist geplant, unter der Leitung von Pfarrer Maximilian Noe Valverde, der selbst indigener Abstammung ist, die verschiedenen katholischen indigenen Gruppen zu stärken und ihre Verbundenheit mit der Kirche und ihren Glauben zu vertiefen. Ein Pastoralteam wurde eingesetzt, dessen Mitglieder die Dörfer jeweils von Donnerstag bis Sonntag besuchen sollen. Da nur selten ein Priester in die Gemeinden kommen kann, muss der Großteil des kirchlichen Lebens von Laien getragen werden. Die Menschen sollen dazu angeleitet werden, ihren Glauben noch stärker als in der Vergangenheit zu leben und geistlich zu wachsen. Außerdem sollen sie in dem Gefühl gestärkt werden, dass sie als Kinder Gottes wertvoll sind und dass ihre Kultur ein großer Schatz ist. Denn sie fühlen sich oft wertlos und an den Rand gedrängt. Pfarrer Valverde erklärt uns: „Es ist sehr wichtig, dass wir dabei helfen, die Traditionen, die Sprachen, die Wurzeln, die Tänze, die Art und Weise, Gott zu loben und andere religiöse Bräuche, die wir von den Jesuitenreduktionen [Anmerkung: Darunter versteht man in der Kolonialzeit von Jesuiten errichtete indigene Siedlungen in Lateinamerika] der Moxos-Ebene geerbt haben, lebendig zu erhalten“.
Auch in den Teilen der Pfarrei, die in der Stadt liegen, soll das geistliche Leben gestärkt werden. Dabei wird besonderen Wert auf das Wirken von geistlichen Bewegungen und Gebetsgruppen gelegt. Es sollen auch „missionarische Gruppen“ gebildet werden, die aus Laien bestehen und die verstärkt Hausbesuche unternehmen, um mit den Menschen dort ins Gespräch zu kommen, wo sie leben.
Um dieses Programm in die Tat umzusetzen, braucht die Pfarrei Materialien: Bibeln, Gesangbücher, Schreibmaterial, Kopierpapier, aber auch Benzin, um in die entlegenen Dörfer zu gelangen. Manche Indianersiedlungen können dabei nur auf dem Wasserwege erreicht werden und auch für das Motorboot wird Benzin benötigt. Auch für die Verpflegung der Laienmissionare muss gesorgt werden.
Das Programm ist für drei Jahre geplant. Wir haben 4.100 Euro versprochen.
Spendennummer: 211-01-49

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