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Ein Auto für die Missionarinnen des Heiligen Johannes des Täufers in Paso del Sapo

August 2010
Amerika Motorisierung

Eine der Schwestern mit Kindern aus einem Internat.

Erst ein Jahr alt ist die Apostolische Prälatur Escuel im argentinischen Teil Patagoniens. Ihr aus Polen stammender Bischof José Slaby ging bereits als blutjunger Priester von nur 26 Jahren nach Argentinien. Heute ist er der Hirte von 65.000 Menschen in einem Gebiet, das sich über 78.074 Quadratkilometer erstreckt. Die meisten Einwohner leben in der Stadt Escuel, die auch Sitz des Bischofs ist, der Rest lebt in kleinen Dörfern weit über das Gebiet verstreut. Überwiegend sind die Menschen Nachkommen der Mapuche-Indianer. Geprägt ist die Region von der Andenkordilliere und der halbwüstenartigen Meseta.
Die Kirche steht in der Region vor großen Herausforderungen: „Sekten überschwemmen uns und nutzen die spirituellen Bedürfnisse der einfachen Menschen aus“, berichtet Bischof Slaby. Sie missionieren mit aggressiven Methoden. Zudem gibt es einen Zuzug von Menschen aus Bolivien und Chile, die sich vor allem in den städtischen Randgebieten niederlassen. Da sie keine Perspektive haben, kommt es zu einem Anstieg von Gewalt. Der Bischof beklagt auch, dass es in der Bevölkerung noch keine Glaubenstradition gibt. Bislang gehen nur drei Prozent der getauften Kinder zur Erstkommunion, und viele Menschen sind nicht bereit, Verpflichtungen im kirchlichen Leben, aber auch in der Familie einzugehen. Hier will der Bischof die Seelsorge stärken, vor allem die Jugend- und Familienpastoral.
Leider gibt es jedoch viel zu wenige Priester. Nur zwei argentinische und zwei spanische Diözesanpriester und acht Ordenspriester betreuen die Gläubigen. In diesem Jahr wollen drei junge Männer aus Esquel nach Buenos Aires ins Priesterseminar eintreten – ein erstes bescheidenes Aufkeimen lokaler Berufungen. Aber bis die ersten Priester geweiht werden können, werden noch Jahre vergehen. In manche Gegenden kommt nur einmal im Jahr ein Priester.
Eine große Hilfe in der Seelsorge sind die 16 Ordensschwestern, die in der Prälatur tätig sind. Bischof Slaby ist froh, dass sie so viel für die Menschen tun. Sie erteilen Katechese, bereiten Kinder und Erwachsene auf die Sakramente vor, leiten Wortgottesdienste und Andachten und helfen den Bedürftigen in ihren seelischen und materiellen Nöten.
Sechs Schwestern der „Misioneras de San Juan Bautista“ („Missionarinnen des Heiligen Johannes des Täufers“) sind in der Pfarrei St. Josef in Paso del Sapo tätig, die keinen Pfarrer hat. Die Ortschaften, die zu der Pfarrgemeinde gehören, liegen zwischen 10 und 250 Kilometern vom Sitz der Pfarrei entfernt. Der Zustand der Straßen ist jedoch erbärmlich. Das Klima tut sein Übriges: Während es im Sommer sehr heiß und windig ist, wird es im Winter bitterkalt. Die Straßen sind vereist und zugeschneit, und ein normales Auto würde die Wege nicht schaffen. Die Schwestern brauchen also einen robusten Geländewagen, um zu den weit verstreut lebenden Gläubigen gelangen zu können. Sie haben zwar bereits einen Wagen, aber für sechs Schwestern, die in zahlreiche weit abgelegene Ortschaften gelangen müssen, ist dies zu wenig, da die meisten Menschen in den Dörfern auf diese Weise nur selten seelsorglichen und sozialen Beistand erfahren können. Mit einem weiteren Fahrzeug könnten sie doppelt so viel Gutes tun. Wir haben ihnen 15.000 Euro für einen Geländewagen zugesagt.
Spendennummer: 209-05-29

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