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Bau einer Kirche in der Pfarrei St. Peter und Paul in Tuzla

August 2010
Amerika Bauhilfe

Traditionelle Andacht mit Segnung von Speisen.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wütete in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 drei Jahre lang Krieg. Die traurige Bilanz: 243.000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben, zahlreiche Kirchen, Klöster, Pfarrhäuser und andere kirchliche Gebäude wurden gezielt zerstört. Die Wunden des Krieges sind noch immer überall im Land spürbar, und vor allem die Katholiken, die kroatischstämmig sind, fassen kaum wieder Fuß. Nicht wenige junge Kroaten gehen ins Ausland, da die Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten schlecht sind, und von den Familien, die während des Krieges geflohen sind, wollen viele nicht in die Heimat zurückkehren, weil sie für sich und ihre Kinder keine Zukunft sehen. Die Infrastruktur wurde im Krieg zerstört. Im politischen und religiösen Bereich erfahren Katholiken zudem starke Einschränkungen, was besonders die Suche nach einem Arbeitsplatz erschwert. Oft werden Katholiken nicht eingestellt, wenn sie sich um eine Stelle bewerben.
Aber auch der Wiederaufbau des kirchlichen Lebens ist schwer. Der Bau von Kirchen und Pfarrzentren kostet nämlich nicht nur viel Geld, sondern oft wird er auch gezielt unterbunden, indem Baugenehmigungen von den Behörden verweigert werden. Während in manchen Teilen des Landes mit Geldern aus Saudi-Arabien über zweihundert neue Moscheen entstanden sind, ist es den Katholiken oft nicht möglich, Gotteshäuser und Pfarrzentren zu bauen. Die Stimmung gegen Christen wird zudem durch islamische Fundamentalisten geschürt, was ein friedliches Miteinander erschwert, berichten uns immer wieder Priester aus Bosnien.
Aus Tuzla in Nordostbosnien hat sich Pfarrer Zdravko Andic an uns gewandt. Vor dem Krieg war die Stadt ein starkes Industriezentrum, aber heute sind viele Menschen arbeitslos. Die Pfarrei St. Peter und Paul, der 4.900 Katholiken angehören, erstreckt sich über mehrere Stadtteile und hat sechs Filialgemeinden. Im Stadtteil Solina leben 80 katholische Familien. Die Gottesdienste werden dort in einem improvisierten Gebäude abgehalten, das während des Krieges mit alten Brettern ausgebaut wurde. Die Gläubigen haben also keinen würdigen Ort, um die Heilige Messe zu feiern. Der Pfarrer beklagt auch, dass Katholiken „spottbillig“, wie er uns schreibt, ihre Häuser und ihr Eigentum an Angehörige anderer Religionen und Volksgruppen verkaufen und selbst wegziehen. Auf diese Weise werde die traditionelle Multikulturalität der Stadt, zu der auch die Katholiken gehören, immer mehr zerstört. Der Bau einer richtigen Kirche werde den Menschen ein stärkeres Gefühl der Sicherheit vermitteln, so dass sie eher bereit dazu sein werden, in der Stadt zu bleiben. Wir haben Pfarrer Andic 12.000 Euro versprochen, damit die Gläubigen bald ein würdiges Gotteshaus haben.
Spendennummer: 444-01-19

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