Jetzt spenden!

Ein Boot für die Seelsorge in unzugänglichen Ortschaften am Rio Paraguay

September 2010
Amerika Motorisierung

Das alte, kaputte Boot, das für die Besuche bei den Gläubigen am Ufer des Rio Paraguay gedient hat.

Das Pantanal im Südwesten Brasiliens zählt zu den größten Binnenlandfeuchtgebieten der Erde. Es gilt als Naturparadies mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Weit mehr als 600 Vogelarten leben hier – mehr als in ganz Europa zusammen. Auch Riesenotter und viele andere Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, leben hier noch. Die UNESCO hat dieses einmalige Gebiet im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Dass in Pantanal aber auch Menschen leben, ist weniger bekannt. Sie leben in kleinen Dorfgemeinschaften am Ufer des Rio Paraguay, des Hauptflusses, sowie der vielen Nebenflüsse, die das Feuchtgebiet speisen. Viele menschliche Siedlungen sind nur per Boot erreichbar. Die Menschen ernähren sich durch den Anbau von Gemüse und die Zucht von Kleinvieh. Da sie so weit von der Zivilisation abgeschieden leben, sind sie auch von sozialen Programmen und dem Gesundheitssystem abgeschnitten. Die Kinder können – wenn überhaupt – nur bis zur vierten Klasse zur Schule gehen. Danach müssen sie entweder ihre Schulausbildung in der Stadt fortsetzen, oder sie brechen die Schule ab. Die einzige berufliche Aussicht besteht dann in der Arbeit auf einer der großen Farmen. Denn leider wird vielfach bereits der Urwald gerodet, weil von Großgrundbesitzern im großen Stil Soja und Zuckerrohr angebaut wird.
Die Katholische Kirche hilft den Menschen, wo sie kann. Die Diözese Corumbá, die sich auf dem Gebiet des Pantanal befindet, hat zwar nur 5 Priester und 6 Pfarreien für mehr als 90.000 Gläubige, sie baut die Seelsorge und die Hilfe für die Menschen jedoch immer weiter aus. Allerdings sind die meisten Ortschaften am Fluss Paraguay und seinen Nebenflüssen so schwer zu erreichen, dass nur selten ein Priester dorthin gelangt. Es wäre schon viel gewonnen, wenn jede Ortschaft einmal im Jahr von einem Priester besucht werden könnte. Davon können die Gläubigen jedoch zur Zeit nur träumen. Aber auch Laien helfen den Priestern in der Seelsorge, der Katechese und bei den sozialen Programmen für Menschen, die sonst keine Hilfe erfahren. Die Kirche bietet Unterricht an für Menschen, die nicht lesen und schreiben können, und leistet Hilfe bei der Beschaffung der grundlegenden Dokumente wie Geburtsurkunden und Personalausweisen. Denn wer keine Papiere vorweisen kann, der existiert vor dem Staat nicht und hat auch keine Rechte. Viel wird auch auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge geleistet. Vorbeugung ist ein wichtiges Thema, damit die Menschen – vor allem die Kinder – erst gar nicht krank werden, aber auch die Verwendung von Heilpflanzen, die das Sumpfgebiet kostenlos hergibt, spielt eine große Rolle, denn die Medikamente der Pharmaindustrie sind größtenteils unerschwinglich. Im Vordergrund steht bei allem aber die Seele der Gläubigen, und so sollen möglichst viele Menschen möglichst oft die Gelegenheit haben, die Sakramente zu empfangen, die Heilige Messe oder – wenn kein Priester sie besuchen kann – Wortgottesdienste zu feiern, mehr über den Glauben zu lernen, gemeinsam zu beten, sich auf die Taufe, die Erstkommunion, die Firmung oder die Eheschließung vorzubereiten etc. Protestantische Sekten sind in Pantanal bereits sehr aktiv, um Gläubige zu gewinnen. Dennoch bewahren viele katholische Familien ihre katholischen Traditionen und ihren Glauben, aber es muss mehr getan werden, um den Glauben zu stärken und zu nähren. Laienmissionare und Priester sollen die Dörfer an den Flüssen häufiger besuchen, diesen Wunsch hegt Bischof Segismundo Martinez Alvarez. Aber das Boot, über das die Diözese verfügt, ist bereits 15 Jahre alt und nicht mehr zu gebrauchen. Daher hat uns der Bischof um Hilfe gebeten. Wir haben ihm 6.670 Euro für ein neues Boot versprochen.
Spendennummer: 212-08-29

Libanesische Bischöfe über die Auswanderung von Christen besorgt

Parallel zu den anhaltenden PROTESTEN GEGEN DIE REGIERUNG verschärft sich im Libanon die Wirtschaftskrise. Die Banken haben Beschränkungen für den Zahlungsverkehr durchgesetzt, die Währung wurde abgewertet, und viele Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Verzweiflung über ihre finanzielle Lage hat mindestens drei Libanesen in den Selbstmord getrieben.

» weiterlesen

Bethlehem-Mission: Eine Familie für Menschen, die selbst keine haben

In der Stadt São Paulo leben mehr als 25.000 Menschen auf der Straße. Sie sind die „Straßenbrüder“ – so nennen sie die Missionare der Bethlehem-Mission, die 2005 von Pater Gianpietro Carraro und Schwester Cacilda da Silva Leste gegründet wurde. Das Charisma der Gemeinschaft besteht darin, das zu leben, was am Heiligabend geschah: „Inmitten der...

» weiterlesen