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Umbau einer ehemaligen Schule in Presov in ein Jugendzentrum für die Diözese Kosice

September 2010
Europa Bauhilfe

So soll das Jugendzentrum der Diözese Kosice aussehen.

Die Jugendarbeit der Diözese Kosice gleicht zur Zeit noch einem Campingabenteuer: Mit Rucksäcken und Isomatten sind zwei Priester und einige freiwillige Helfer unterwegs und halten an verschiedenen Orten in angemieteten Räumlichkeiten Begegnungstage ab. Zumeist sind es Räume, die für große Gruppen nicht geeignet sind. Die Teilnehmer schlafen auf dem Boden, und die sanitären Einrichtungen sind völlig unzureichend. Zudem müssen alle Lebensmittel und Arbeitsmaterialien mühsam mitgebracht werden, und die Verkehrsverbindungen in die entfernteren und abgelegenen Gebiete sind kompliziert und zeitraubend. Aber der Bedarf an Jugendprogrammen ist groß: So sollen beispielsweise alle Schüler der katholischen Schulen der Diözese nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch ein starkes christliches Fundament erwerben. Daher müssen sie jedes Jahr an zweitägigen Exerzitien teilnehmen. Auch an Veranstaltungen für die Leiter von Jugendgruppen nehmen zahlreiche Jugendliche teil, und die Diözese legt großen Wert auf eine gute Jugendarbeit.
Eine große pastorale Herausforderung liegt dabei auch in der seelsorglichen Betreuung der Kinder und Jugendlichen aus den zahlreichen Roma-Familien, die 8 Prozent der slowakischen Bevölkerung ausmachen und von denen fast alle katholisch sind. Sie leben in großer Armut und haben Schwierigkeiten, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Viele wollen anders leben, haben aber keine Chance, da sie keine Arbeit und keine Wohnung bekommen. Hier kommt der Kirche eine wichtige Rolle zu, denn sie ist es, die den benachteiligten Roma-Jugendlichen dabei helfen kann, einen Weg in eine bessere Zukunft zu finden.
Um die Jugendarbeit zu vereinfachen und effektiver zu gestalten, will die Diözese eine seit vier Jahren leerstehende Schule in der Stadt Presov zum Jugendzentrum umbauen. Die ehemalige Schule ist bereits Eigentum der Kirche, aber es sind zahlreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen notwendig. Das Gebäude soll dadurch Platz für Gruppen von ca. 60 Telnehmern, Gästezimmer für Lehrer, Unterkünfte für die Veranstaltungsleiter, eine Wohnung für den Jugendkaplan, eine Kapelle und einen Küchentrakt haben. Der Zuständige für die Jugendseelsorge in der Diözese Kosice, Monsignore Peter Sepesi, schildert uns, dass er befürchtet, dass in 10 oder 15 Jahren keine katholischen jungen Familien da sein werden, wenn die Kirche jetzt die Jugend vernachlässigt. Monsignore Sepesi schreibt: „Unsere Pflicht ist es, gerade heute die Jugend anzusprechen.“ Obwohl die Bevölkerung der Slowakei noch zu 60 Prozent aus Katholiken besteht und die Hälfte von ihnen noch regelmäßige Kirchenbesucher sind, ist auch in der slowakischen Gesellschaft der Trend zur Säkularisierung zu erkennen. Heute gibt es noch viele junge Menschen, die sich in der Kirche engagieren und am Leben der Kirche Anteil nehmen wollen, aber in ein paar Jahren könnte dieser Personenkreis der Kirche verloren gehen, wenn nichts geschieht.
„Das Gebäude des Jugendzentrums könnte uns helfen, Zeit zu sparen, die wir jetzt zum Transport von Hilfsmitteln, Materialien und Freiwilligen brauchen. Die so gesparte Zeit könnte zur Gestaltung und Vorbereitung konkreter Programme und Veranstaltungen für Jugendliche genutzt werden. Ebenfalls könnten wir die Miete und die Fahrtkosten sparen: Das Jugendzentrum würde von einem breiten Spektrum von Leuten nicht nur während der Wochenende, sondern auch unter der Woche genutzt werden.“
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