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Ein Auto für die Pfarrei „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ in Mange Bureh

Jänner 2011
Afrika Motorisierung
Pater Arturo Torres aus Mexiko ist der Pfarrer einer riesigen Pfarrgemeinde mit Sitz in Mange Bureh in der Diözese Makeni im Norden Sierra Leones: Mit 1200 Quadratkilometern ist das Gebiet der Pfarrei so groß wie Los Angeles, sie liegt aber größtenteils im Dschungel. 100.000 Menschen leben hier, jedoch sind nur 5.000 davon katholisch. 65 Prozent der Einwohner der Pfarrei sind Muslime, 28 Prozent gehören traditionellen afrikanischen Religionen an. Außerdem gibt es auch noch einige Protestanten. Obwohl der Anteil von Katholiken in der Pfarrei „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ so gering ist, hat die Pfarrgemeinde bereits fünf Priester hervorgebracht. Damit hält sie in der Diözese Makeni den Rekord, denn keine andere Pfarrei hat bislang der Diözese so viele Berufungen geschenkt. Zur Zeit bereiten sich außerdem 413 Katechumenen auf das Sakrament der Taufe vor, und es gibt 58 Bewerber für die Firmung. Die Arbeit von Pater Arturo trägt also Früchte. Ihm helfen drei Ordensfrauen, ein Diakon, ein Freiwilliger aus Nigeria und mehrere Katecheten.
Der Bürgerkrieg, der von 1991 bis 2002 wütete, hat jedoch in Sierra Leone starke Verheerungen angerichtet. Es verloren nicht nur Zigtausende Menschen ihr Leben, sondern die Rebellen der Revolutionary United Front verstümmelten bei ihren Überfällen auf Dörfer gezielt Zivilisten, indem sie ihnen Gliedmaßen abtrennten. Rund 20.000 Menschen sollen von diesem Schicksal betroffen sein. Zahlreiche Menschen wurden zudem aus ihren Dörfern vertrieben, Kinder als Soldaten missbraucht. Große Teile der Bevölkerung sind noch immer stark traumatisiert, viele Menschen haben nie lesen und schreiben lernen können. Das westafrikanische Land, das eigentlich reich an Bodenschätzen ist, leidet daher unter extremer Armut und stand 2009 auf dem drittletzten Platz des Human Development Index.

Die Kirche versucht, den Menschen dabei zu helfen, ihr Leben nach dem Krieg wieder aufzubauen. So unterhält sie auf dem Gebiet der Pfarrei „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ allein sieben Schulen und einen Kindergarten. Denn in Sierra Leone sind die Möglichkeiten für Kinder, eine Schule zu besuchen, sehr gering, aber ohne Bildung gibt es keine Zukunft. Pater Arturo erzählt, dass er es hier bereits mit den Kindern ehemaliger Kindersoldaten zu tun hat. Diesen Kindern zu helfen, an eine bessere Zukunft ohne Gewalt und Angst zu glauben, obwohl bereits ihre Eltern kaum etwas anders kennen lernen durften und schwerst traumatisiert sind, ist eine große Aufgabe, für die die Hilfe Gottes notwendig ist. Außerdem steht die Kirche vor der Herausforderung, dass Geheimbünde verbreitet sind, denen Hexenmeister vorstehen und deren Rituale und Ansichten die Menschen versklaven. Pater Arturo schreibt: „Ihre Praktiken sind frei von moralischem und ethischem Wert und halten ihre Mitglieder in Unwissenheit und fern von Freiheit und Gott“. Frauen und Kindern wird dabei kaum ein Wert in der Gesellschaft zuerkannt.

Die Katholiken leben allerdings weit verstreut, und die Straßen sind schlecht. Pater Arturo und seine Helfer müssen weite Wege durch den Dschungel zurücklegen, um zu den Menschen zu gelangen. Die Pfarrei hat ein altes Auto, es ist jedoch schon so kaputt, dass es viel zuviel Zeit in der Werkstatt verbringt – und dies sind dann Tage, an denen niemand zu der Bevölkerung kommen kann, um das Wort Gottes und ganz konkrete Hilfe zu bringen. Die nächste zuverlässige Werkstatt gibt es in der 50 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lunsar. 50 Kilometer sind in Afrika ein weiter Weg, wenn die Straßen – vor allem in der Regenzeit – mit Löchern übersät und nur schwer befahrbar sind. Die Regenzeit dauert in Sierra Leone fünf Monate. Bisweilen sind Dörfer nach Unwettern völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Aber auch unter „normalen“ Bedingungen dauert die Fahrt nach Lunsar drei Stunden. Dorthin müssen auch immer wieder Schwerkranke transportiert werden, weil es in Lusar ein Krankenhaus gibt und das Fahrzeug der Pfarrei das einzige Transportmittel ist. Ohne einen soliden Geländewagen bleibt man irgendwo auf der Strecke, was vor allem beim Transport schwer kranker Patienten lebensbedrohlich sein kann. Aber auch die vielen anderen Menschen, die auf Hilfe und Beistand warten, bleiben allein, wenn das Auto irgendwo unterwegs den Geist aufgibt oder wieder einmal in der Werkstatt steht. Pater Arturo bittet uns um Hilfe und schreibt:
„Schon im Voraus danke ich Ihnen im Gedanken daran, dass wir durch den Dschungel fahren, um, um das Wort des Herrn bis an die Grenzen der Erde ertönen zu lassen und den Schülern und Lehrern unserer Schulen Hilfe zu bringen. Möge Maria, die liebende Mutter, Sie bei Ihrer übernatürlichen Aufgabe auf diesem großen Kontinent beschützen.(...) Ich bete für Sie, auf dass Ihr großzügiger Beitrag viele Missionare, die sich in einer so verzweifelten Situation befinden wie ich, erreichen möge.“
Wir haben 15.600 Euro für einen soliden Geländewagen versprochen.
Spendennummer: 147-01-29

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