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Bau einer Kirche in Haro Bake

Februar 2011
Afrika Bauhilfe
Wenn Pater Boniface Isenge seine E-Mails checken will, muss er 320 Kilometer zurücklegen. Denn im Busch im Süden Äthiopiens, wo er mit den Menschen aus dem Stamm der Borana zusammenlebt, gibt es kein Internet. Auch sonst gibt es sehr wenig von dem, was wir für gewöhnlich als „Zivilisation“ bezeichnen. Die Borana sind Nomaden. Ein Teil von ihnen ist zwar schon sesshaft geworden, weil katholische Missionare Brunnen gebohrt haben, in deren Umkreis sich die Menschen niedergelassen haben, aber noch immer ziehen viele von ihnen auf der Suche nach Weideplätzen mit ihren Rinderherden umher. Die Kühe sind ihr größter Reichtum. Ein Rind hat für sie so großen Wert, dass sie es nicht einmal verkaufen würden, berichtet Pater Boniface. Da der Süden Äthiopiens jedoch sehr trocken ist, ist Wasser eine Frage von Leben oder Tod. Da ist es kein Wunder, dass es oft zu Kämpfen mit den Angehörigen anderer Stämme kommt, wenn das Wasser oder die Weidemöglichkeiten knapp werden und ein Stamm sein Vieh auf das Gebiet des anderen treibt. Seitdem die katholische Kirche hier präsent ist, gibt es weniger Kämpfe. Vorher war es selbstverständlich: Ein Mann musste tapfer sein. Zog der andere die Waffe, musste auch er sein Gewehr benutzen. Es hieß: „Er oder ich“. Heute wird das langsam anders: Die christlichen Stammesangehörigen rufen sofort dazu auf, Frieden zu schließen.
Auch für die Frauen verändert sich das Leben zum Positiven: In der Kultur der Borana „heiratet“ ein Mädchen nicht, sondern „wird geheiratet“. Bei der Trauung wird es nicht gefragt, ob es einverstanden ist. Es gab bislang kein Bewusstsein für die Würde der Frau. Wurde ein Mädchen vor der Hochzeit schwanger, wurde es an einen feindlichen Stamm verkauft. Die katholische Kirche lehrt die Menschen, dass Mann und Frau vor Gott denselben Wert haben. Immer größer wird auch das Interesse an Bildung. „Wir halten die Leute dazu an, ihre Kinder in die Schule zu schicken und Bildung lieben zu lernen“, sagt Pater Boniface. Das gilt auch für die Mädchen. Die Spiritanerpatres haben in der Region mehrere Schulen eröffnet. Erst waren die Menschen misstrauisch. Aber sie haben verstanden, dass Bildung ihnen dabei hilft, ihre Lebensumstände zu verbessern und ihre Rechte zu vertreten. Außerdem können sie ihren Glauben vertiefen, indem sie die Bibel und religiöse Schriften lesen.

„Die Menschen lieben es, uns zuzuhören. Sie haben sich gefreut, als wir zu ihnen kamen. Sie sind sehr gastfreundlich und haben gleich ihr Essen und die Milch ihrer Kühe mit uns geteilt. Sie wissen auch, dass wir ihnen helfen. Wir teilen alles mit ihnen, holen Wasser mit ihnen, legen mit ihnen die Fußmärsche zurück“, erzählt Pater Boniface. Als er zu den Borana kam, musste er erst ihre Sprache erlernen, und das war gar nicht so einfach. Aber er berichtet, dass die Borana sich darüber freuen, einen Ausländer ihre Sprache sprechen zu hören. Dies sei sogar hilfreich, denn sie hören aufmerksam zu und korrigieren ihn – und auf diese Weise kommt die Botschaft an: „Dies ist ein Teil meiner Freude“, sagt er uns strahlend.

Die älteren Leute nehmen den christlichen Glauben nicht so schnell an, aber die Jugendlichen, vor allem die jungen Mädchen, sind sehr offen für die christliche Lehre. Die Heilige Messe ist gut besucht. Wenn die Glocke einmal läutet, sind schon alle Gläubigen da und warten auf den Priester. Bleibt der Priester aus, fragen alle, wo er ist. Pater Boniface Isenge will, dass der Glaube „starke Wurzeln“ hat.

Um stark verwurzelt zu sein, ist ein Gotteshaus wichtig, an dem die Heilige Messe gefeiert werden kann und sich die Gläubigen versammeln können. 16 Kilometer von der ersten Missionsstation der Spiritaner in Dhadim entfernt liegt Hako Bake. Dies ist die Ortschaft mit dem wichtigsten Markt in der Region. Viele Christen haben sich bereits dort angesiedelt, weil sie dort Handel treiben und etwas verdienen können. Sie leben zu weit von der Missionsstation entfernt, wo die Katechese stattfindet und die Gottesdienste gefeiert werden, und vergessen so teilweise, dass der Sonntag der Tag des Herrn ist, und haben kaum eine Möglichkeit, ihren Glauben zu leben und weiterzuentwickeln. Um dem entgegenzuwirken, möchten die Missionare dort eine Kirche bauen, die ein wichtiges Zentrum der Evangelisierung unter den Borana sein wird. Ein Grundstück haben die Spiritaner bereits, aber um das Gotteshaus bauen zu können, haben sie nicht die notwendigen Mittel. Sie schreiben uns: „Die Evangelisierungsarbeit, die wir in Hako Bake starten wollen, hat zum Ziel, alle Sphären des Lebens der Leute zu berühren“. Wir haben ihnen 15.000 Euro versprochen.
Spendennummer: 118-01-19

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