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Unterstützung der Orientierungskurse am Priesterseminar von Khartum

Februar 2011
Afrika Theologische Ausbildung
Die sudanesischen Priester wissen, was Leid ist. Sie haben es nicht in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen, sondern sie erleben es am eigenen Leib auf dem blutigen Kreuzweg der Kirche im Sudan. Die jüngeren Priester haben ihr Land nie anders als im Krieg erlebt und wurden unter schwierigsten Bedingungen ausgebildet. Eine ganze Generation hat nur Gewalt, Vertreibung und Elend kennen gelernt. Fast 25 Jahre Bürgerkrieg, dessen Wunden auch fünf Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens noch bluten, haben das Land gezeichnet. 2,5 Millionen Tote, Millionen Menschen, die in die angrenzenden Länder geflohen oder innerhalb des Landes vertrieben wurden, und unzählige verletzte Seelen, das ist die traurige Bilanz.
Für die Flüchtlinge, die aus dem Süden des Landes nach Khartum geflohen sind, um wenigstens das nackte Leben zu retten, ist die Kirche die einzige Hilfe. Die Priester stehen ihnen in jeder Hinsicht zur Seite: Seelsorge, materielle Hilfe, Erziehung – alles das müssen sie leisten, obwohl sie viel zu wenige sind, um sich dem Ozean der Not entgegen stellen zu können. Ihre eigenen Seelen sind genauso verletzt wie die ihrer Gläubigen, und ihre Hände sind leer, weil sie selbst nichts haben. Aber Gott hat sie dazu berufen, die Hirten Seiner gequälten Herde zu sein.

Die Christen im Sudan leiden auch unter der Einführung des islamischen Sharia-Gesetzes, das für alle Einwohner des Landes gilt. Es gilt für das öffentliche und private Recht und wird auch im Erziehungswesen angewandt. Das Ziel, die Gesellschaft im Sudan zu islamisieren, nimmt in der Politik einen breiten Raum ein. Für die Kirche wird die Luft vor allem im Norden immer dünner. Dort werden Christen nämlich stark diskriminiert. Erfreulich ist aber, dass nach der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan so ruhig geblieben ist, denn viele Beobachter haben erwartet, dass es zu Unruhen kommen werde – auch zu Ausschreitungen gegenüber Christen. Hierzu hat sicherlich die große Gebetskampagne, die die katholischen Bischöfe vor dem Referendum ausgerufen hatten, ihren Teil beigetragen. Im Priesterseminar St. Paul im Khartum bereiten sich junge Männer aus allen Diözesen des Landes auf die Priesterweihe vor. Das Seminar teilte dabei das Schicksal der Bevölkerung: siebenmal musste es während des Krieges umziehen.

Trotz oder gerade wegen der schweren Situation der Christen im Sudan fühlen sich viele junge Männer zum Priestertum berufen. Damit die Kandidaten ihre Berufung prüfen können und auf das Studium und das Leben im Priesterseminar vorbereitet werden, werden in Khartum Orientierungskurse angeboten, die ein Jahr dauern. Diese vermitteln theologische, philosophische und psychologische Grundkenntnisse. Außerdem steht eine Einführung in die pastorale Arbeit und Evangelisierung sowie Englisch- und Arabischunterricht auf dem Lehrplan. Zur Zeit nehmen 31 junge Männer an dem Kurs teil.

Die Jugendlichen, die sich für das Seminar anmelden, sind im Krieg geboren. Sie brauchen eine gute Betreuung und Ausbildung, um den Menschen im Sudan helfen und unter diesen Umständen die Frohe Botschaft Jesu Christi verkünden zu können. Ein Vorbereitungskurs für das Seminar legt solide Grundlagen für ihren weiteren Weg. Aber ohne unsere Unterstützung kann das Seminar dieses Programm nicht fortsetzen. Wir möchten daher mit 10.000 Euro helfen, damit die Gehälter bezahlt, die Seminaristen und Lehrkräfte ernährt, ein Computer angeschafft und die weiteren Bedürfnisse gedeckt werden können.
Spendennummer: 150-01-49

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