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Ausbildungshilfe für 7 Seminaristen aus Jacmel am Propädeutikum in Cayes

Mai 2011
Amerika Theologische Ausbildung
Msgr. Launay Saturné ist seit Mai 2010 der Bischof von Jacmel. Sein Amt trat er in einer schweren Zeit an, denn seine Diözese war durch das Erdbeben von Januar 2010 schwer getroffen worden. Viele Kirchen und kirchliche Gebäude müssen wieder aufgebaut werden, aber mehr noch als der physische Wiederaufbau liegt dem 47jährigen Bischof das Leben der Menschen am Herzen, das ebenfalls wiederhergestellt werden muss. Besonders wichtig ist dafür die lebendige Beziehung mit Gott. „Es gibt keinen Wiederaufbau ohne Mission, ohne Evangelisation, ohne Gebet, ohne die Verkündigung des Wortes Gottes“, sagt er uns.

Die Seminaristen aus Jacmel am Propädeutikum in Cayes.

Diese kann nur erreicht werden, wenn die Menschen seelsorglich gut betreut werden. Die Ausbildung der angehenden Priester ist daher von besonderer Bedeutung. Zur Zeit wollen 27 junge Männer aus Jacmel Priester werden. Davon studieren sieben im Propädeutikum in Cayes, wo sie sich auf den Eintritt ins Priesterseminar vorbereiten und ihre Berufung stärken und prüfen. Ein Seminarist seiner Diözese ist bei dem Erdbeben ums Leben gekommen, berichtet Bischof Saturné „Kirche in Not“.

Besonders wichtig ist es, dass die Seminaristen in den Ferien Praktika in Pfarrgemeinden absolvieren, um die praktische pastorale Arbeit besser kennen zu lernen. Denn die Arbeit in seiner Diözese ist nicht leicht. Da die meisten Pfarreien in den Bergen liegen, stehen die Priester vor zahlreiche Herausforderungen: Viele Ortschaften sind nur schwer erreichbar, die Straßen sind nicht asphaltiert, und es müssen Wasserläufe und Flüsse überquert werden. Die Gläubigen seien zudem zwar „sehr eifrig“, erzählt uns der Bischof, jedoch sähen sie in einem Priester „alles“, so dass von ihm in allen Angelegenheiten Hilfe erwartet werde. „Ein Priester ist für die Leute Arzt und Rechtsanwalt, Agronom und Berater, außerdem soll er für die Erziehung und Ausbildung sorgen, für die Versorgung der Menschen – für alles.“ Daher ist es wichtig, den angehenden Priestern, aber auch den Gläubigen zu vermitteln, dass „die Kirche keine NGO und ein Priester nicht in erster Linie Entwicklungshelfer, sondern ein Mann des Gebetes, ein Mann Gottes und ein geistlicher Führer ist“. Dies muss den angehenden Priestern am besten schon beigebracht werden, bevor sie in das Priesterseminar eintreten. Das Propädeutikum spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine weitere Herausforderung, vor der die Kirche steht, besteht in der Ausbreitung von Sekten.

Gute Priester sind wichtig, denn der Bischof hat noch viele Pläne. Die Tatsache, das er das Erdbeben überlebt hat, hat ihm gezeigt, dass er sich noch mehr als zuvor ganz in den Dienst Christi stellen müsse. Im Geiste der Großen Kontinentalmission, die der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM 2007 beim Besuch Papst Benedikts des XVI. im brasilianischen Aparecida für ganz Lateinamerika und die Karibik beschlossen hatte und die im August 2008 startete, plant Bischof Saturné eine verstärkte Evangelisierungsarbeit, die „alle Menschen erreichen soll“. Die Vorgehensweise beschreibt er als „sehen, urteilen, handeln“, das heißt, die Situation muss objektiv betrachtet und analytisch beurteilt werden, woraus dann pastorales Handeln entstehen könne. Ziel sei eine „Pastoral der Nähe“. Die Mission soll auf allen Ebenen gelebt werden und betrifft alle getauften und gefirmten Christen. Ihren Anfang soll sie im Lebensumfeld der Menschen nehmen: in den Familien, Schulen, am Arbeitsplatz, und sie wird auf allen Ebenen, also im kleinen Kreis der Gläubigen, in den Kapellengemeinden, den Pfarreien und auf Diözesanebene, gelebt. Die daraus entstehende Infrastruktur soll zukünftig auch für eine gezielte und effektive Entwicklungshilfe genutzt werden, um das konkrete Leben der Menschen in allen Bereichen zu verbessern. Durch Mikrokredite und ähnliche Programme sollen sie in die Lage versetzt werden, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Für den Bischof ist die Förderung der Mütter, der Kinder und der Jugendlichen und der Kleinbauern, die in weit abgelegenen Gebieten leben, ein Anliegen von besonderer Dringlichkeit. Am wichtigsten sei es aber, den Menschen, die noch immer in Zelten leben, dabei zu helfen, eine akzeptable Wohnstätte zu finden.

Um den Menschen zu helfen, ihr Leben nach dem Erdbeben wieder aufzubauen und an die Frohe Botschaft Jesu Christi zu glauben, bittet uns Bischof Saturné um Hilfe für die sieben jungen Männer aus seiner Diözese, die sich am Propädeutikum in Cayes auf den Eintritt ins Priesterseminar vorbereiten. Wir haben ihm 5.900 Euro versprochen.
Spendennummer: 224-02-79

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