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Bau der Pfarrkirche von Snina-Brehy

Mai 2011
Europa Bauhilfe
Vielen Menschen ist bekannt, dass die Slowakei ein überwiegend katholisches Land ist. Wenige wissen jedoch, dass es neben den fast 70 Prozent römisch-katholischen Christen auch noch einen mit 4 Prozent zwar kleinen, aber sehr aktiven Anteil griechisch-katholischer Christen gibt, die ihre Gottesdienste im byzantinischen Ritus feiern, aber mit Rom uniert sind. Bischof Jan Babjak von Presov wurde im Jahr 1953 geboren, als die griechisch-katholische Kirche von den Kommunisten bereits liquidiert worden war. Ab 1968 kamen die Priester zurück in die Pfarreien, aber noch immer war die Kirche Repressalien ausgesetzt. Zu kommunistischer Zeit war es für Priester gefährlich, wenn sie sich nicht der staatlich kontrollierten Organisation der sogenannten „Friedenspriester“ anschließen wollten.

Die Pfarrkiche von Snina-Brehy im Bau.

Heute ist die griechisch-katholische Kirche wieder frei und sehr aktiv. Die Kirchen sind voll, und Bischof Babjak berichtet davon, dass die Menschen ihren Glauben intensiv leben und mit tiefer innerer Andacht die Sakramente empfangen. Sie kommunizieren beispielsweise nur, wenn sie vorher gebeichtet haben. In der Kathedrale von Presov ist jeden Tag von 5 Uhr morgens bis 7 Uhr abends Beichtgelegenheit. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt findet man dort mindestens fünf oder sechs Gläubige vor, die beichten möchten.

Der mittlerweile emeritierte Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen im Vatikan, Kardinal Daoud, besuchte vor einigen Jahren die Diözese Presov. Unter anderem sollte er zu Sehenswürdigkeiten der Diözese geführt werden: zu 28 alten Holzkirchen. Auf dem Weg dorthin machte die Delegation einen spontanen Abstecher in eine „normale“ Pfarrei. Der Kardinal fragte erstaunt, was für ein Feiertag sei, denn die Kirche war voll! Es war aber nur ein ganz gewöhnlicher Werktag.

Heute steht die Kirche vor anderen Herausforderungen als zu kommunistischer Zeit. Nun ist es der Liberalismus, der die Gesellschaft negativ prägt. Wenn sich die Kirche öffentlich äußert, gibt es starke Gegenreaktionen, und Themen wie Homosexualität und freie Liebe sind stark verbreitet. „Die Sakramente sind die Kraft, die unsere Leute in einem Meer von Liberalismus hält“, unterstreicht der Bischof.

Die Pfarrgemeinde von Snina-Brehy gehört zu den jüngsten Pfarreien. Ihr gehören rund 1640 griechisch-katholische Gläubige an. In der Zeit zwischen Oktober und April sind es noch mehr, denn viele alte Leute, die in den Nachbardörfern leben, ziehen in dieser Zeit zu ihren Kindern, um Heizkosten zu sparen. So gibt es noch einmal 500 Gläubige, die vorübergehend in der Pfarrei wohnen. Die Gemeinde hat aber kein Gotteshaus, denn die Bewohner wurden von den Kommunisten angesiedelt, durften aber keine Kirche bauen. Der Ersatzraum, er ihr zur Verfügung gestellt wurde, hat 90 Sitzplätze, es kommen aber zu jedem Gottesdienst 250 Menschen. In der Region gibt es nur wenig Arbeitsplätze, und so sind die Menschen arm, obwohl sich die Slowakei insgesamt wirtschaftlich entwickelt. Daher kann die Gemeinde den bereits begonnenen Bau, den wir bereits zweimal unterstützt haben, nicht aus eigener Kraft fertig stellen. Aus diesem Grund hat „Kirche in Not“ noch einmal 10.000 Euro zugesagt.

Bischof Jan Babjak ist allen Wohltätern dankbar und versichert, dass jeden Tag in jeder Liturgie für die Wohltäter der griechisch-katholischen Kirche gebetet werde. Er hofft, dass dadurch ein Austausch stattfindet und die Wohltäter, die materielle Hilfe geben, von der Kirche in der Slowakei „geistliche Güter“ zurückerhalten.
Spendennummer: 443-01-19

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