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Sicherheitsmaßnahmen für die Herz-Jesu-Kathedrale von Lahore

Februar 2012
Asien Bauhilfe

(c) Magdalena Wolnik

Pakistan ist berüchtigt für die vielen Bombenattentate. Allein im vergangenen Jahr starben 2542 Menschen durch Terroranschläge. 5.062 wurden verletzt. Bischof Joseph Coutts von Faisalabad: „Die Terroristen sind bereit zu töten und getötet zu werden. Sie bedrohen jeden. Sie töten sogar muslimische Gelehrte. Ein Mullah, der eine sehr gute Predigt darüber hielt, warum Selbstmordanschläge nicht zum Dschihad gehören, wurde eine Woche später von einem 14jährigen Selbstmordattentäter in den Tod gerissen“. Ebenso sind andere Gewaltakte sind an der Tagesordnung. Betroffen davon sind auch Kirchen.
Besonders leiderprobt ist in dieser Hinsicht die Erzdiözese Lahore im Nordosten Pakistans. Am 11. März 2008 wurden die Herz-Jesu-Kathedrale und mehrere kirchliche Schulen stark beschädigt. 30 Menschen wurden getötet, fast 250 verletzt. Die Buchhandlung der Paulusschwestern, die sich auf dem gleichen Gelände befindet, wurde nahezu gänzlich zerstört. „Kirche in Not“ half den Ordensfrauen damals dabei, den Laden wieder aufzubauen. Die Schwestern schrieben damals in ihrem Dankbrief: „Der Brief, in dem Ihr uns Eure Hilfe angekündigt habt, schenkt uns die Freude, uns als Teil der Mutter Kirche zu fühlen, die für die Armen und Kleinen in Pakistan in ihrer Bedrängnis und Gefahr sorgt.“
An Weihnachten desselben Jahres detonierte eine Bombe bereits zu früh, mit der während der Christmette ein Attentat auf die Kathedrale verübt werden sollte. Dadurch wurde eine Katastrophe in letzter Minute verhindert. Die Gläubigen ließen sich nicht vom Messbesuch abschrecken, sondern in der Folge waren die Kirchen so voll wie nie zuvor. Die Priester wurden jedoch auch nach dem missglückten Anschlag noch in anonymen Briefen bedroht. Sie sollten „zum Islam übertreten oder die Konsequenzen tragen“. Pfarrer Andrew Nisari erklärte damals gegenüber „Kirche in Not“: „Wir sind von Bedrohungen umgeben. Ich predige den Leuten, dass sie sich auf den Tod vorbereiten sollen. Viele von uns werden in ihrem Bett oder im Krankenhaus sterben. Aber wie wunderbar wäre es, im Haus Gottes zu sterben.“ Jetzt stehen allerdings Polizisten vor dem Portal der Kathedrale, und jeder Gottesdienstbesucher wird auf Waffen untersucht. In der Einfahrt zur Kathedrale sind bereits Blockaden errichtet worden, um die man im engen Slalom herumfahren muss. So wird verhindert, dass jemand bei geöffnetem Tor schnell und ungehindert die Einfahrt passieren kann. Die Straße vor der Kathedrale ist während der Heiligen Messe abgesperrt. Es dürfen keine Autos vorbeifahren, denn in einem Auto könnte eine Bombe gezündet werden.
Die Regierung schreibt jedoch immer strengere Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen vor. So müssen die Mauern erhöht und Überwachungskameras installiert werden. Mit 7083 Euro will „Kirche in Not“ helfen, die Kathedrale von Lahore besser zu schützen.
Spendennummer: 328-01-19

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