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Bau eines Hauses für die Schwestern vom Guten Hirten in Quetta

März 2012
Asien Bauhilfe

(c) Magdalena Wolnik

Seit 1948 wird in der Provinz Belutschistan ein blutiger Konflikt zwischen der pakistanischen Regierung und den Rebellen, die für die Autonomie der Provinz kämpfen, ausgetragen. Bahngleise und Gaspipelines werden in die Luft gejagt, von den Bergen werden Raketen geschossen. Die Rebellen fordern, dass Belutschistan selbständig wird. Dabei werden sie von afghanischen Taliban unterstützt, heißt es. Morde und Entführungen sind an der Tagesordnung, im Grenzgebiete gibt es regelrechte ethnische Säuberungen. Die Provinz erstreckt sich fast über die Hälfte des pakistanischen Staatsgebietes.
Das Apostolische Vikariat Quetta, das sich über die Provinz Belutschistan erstreckt, ist mit 347.188 Quadratkilometern fast so groß wie Deutschland. Allerdings ist die Region auch das am wenigsten dicht besiedelte Gebiet des Landes. Knapp acht Millionen Menschen leben dort, davon rund 30.000 Katholiken. Die Hälfte der katholischen Einwohner lebt in Quetta, der Provinzhauptstadt, die 900.000 Einwohner hat. Der Rest ist weit über das ganze Gebiet verstreut.
Überall in Quetta gibt es Checkpoints, und in manche Stadtviertel kann man nur mit einer Sondergenehmigung gelangen, die man schon Tage vorher beantragen muss. Sogar der Bischof kann nicht überall hin fahren und wird immer wieder kontrolliert. Die Kathedrale, die Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz geweiht ist, liegt in einem Kasernenviertel, für das man eine Sondergenehmigung benötigt. So können viele Gläubige zu den Gottesdiensten nicht dorthin kommen. Sogar Bischof Victor Gnanapragasam braucht eine Genehmigung, wenn er zur Kathedrale gelangen will. Jedes Mal muss er vorher die Behörden anrufen und die Erlaubnis beantragen. Von den Sicherheitskräften an den Checkpoints wird er immer wieder angehalten und kontrolliert.
Trotz der Sicherheitsmaßnahmen ist in Belutschistan niemand sicher. Alle haben Angst. Und doch tut die Kirche hier alles, was in ihren Möglichkeiten liegt. Der Glaube ist sehr lebendig, und die Menschen lassen sich nicht davon abschrecken, die Heilige Messe mitzufeiern und das kirchliche Leben mitzutragen. „Die Gläubigen sind sehr stark mit der Kirche verbunden und helfen, wo immer es geht. Und das, obwohl sie selbst arm sind“, freut sich Pater Dr. Andrzej Halemba, der zuständige Projektreferent von „Kirche in Not“, der erst kürzlich die Katholiken in Quetta besucht hat.
Im Juni 2006 kamen auf Wunsch des Bischofs drei Schwestern vom Guten Hirten nach Quetta, um sich dort um Mädchen und Frauen zu kümmern, die in der pakistanischen Gesellschaft vernachlässigt werden. Priester und männliche Katecheten können Frauen nicht betreuen, da in Pakistan Männer und Frauen immer getrennt bleiben und außerhalb der Familie kaum Kontakt miteinander haben dürfen. So ist die Präsenz der Schwestern notwendig, damit Frauen und junge Mädchen überhaupt seelsorglich begleitet werden können. Gerade in der angespannten Situation, in der die Menschen jeden Tag Angst um ihr Leben haben müssen, ist diese Betreuung besonders wichtig.
Zunächst wurden die Schwestern provisorisch in einem Lehmhaus untergebracht, das bereits über 60 Jahre alt ist und an dem ständig Renovierungsarbeiten nötig sind, um es überhaupt bewohnbar zu erhalten. Das kostet viel Geld, und inzwischen ist es nicht mehr möglich, das Haus überhaupt noch zu erhalten. So bittet Bischof Gnanapragasam „Kirche in Not“ um Hilfe. Wir haben 23.000 Euro versprochen.
Spendennummer: 328-05-19

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