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Eine Kapelle für das Dorf Kombengo

Mai 2012
Afrika Bauhilfe

„Burkina Faso“ bedeutet „Vaterland der ehrenwerten Menschen“. Das westafrikanische Land, das diesen schönen Namen trägt, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index, mit dem die Vereinten Nationen den Wohlstand bzw. die Armut von Ländern misst, steht Burkina Faso auf Platz 181 von 187. Erfreulich ist jedoch, dass die verschiedenen Stämme mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Kulturen hier im Gegensatz zu manchen anderen Ländern friedlich zusammenleben.

Gläubige beim Beten.

Die Hälfte der Bevölkerung ist islamisch. Fast 30 Prozent praktizieren traditionelle Stammesreligionen. , 20 Prozent sind Christen der unterschiedlichen Konfessionen. Die katholische Kirche ist hier erst seit 112 Jahren präsent. Von den mehr als 16 Millionen Einwohnern sind fast 2 Millionen katholisch.

Die Diözese Fada N’Gourma liegt im Osten Burkina Fasos. Dort gibt es keine großen Städte, sondern die Region ist ländlich geprägt. Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, aber es herrscht große Trockenheit, so dass die Erde nur wenig hergibt. Es leben dort auch noch Nomadenstämme.

Von den fast 1,3 Millionen Menschen, die auf dem Gebiet der Diözese leben, sind nur knapp 97.000 Katholiken. Die Fläche der Diözese ist mit 47.681 Quadratkilometern größer als manche europäischen Länder wie die Schweiz oder Belgien. Dennoch gibt es hier nur 13 Pfarreien. 39 Priester betreuen die über weite Gebiete verstreut lebenden Gläubigen. Die Kirche hilft den Menschen, wo sie nur kann und kümmert sich vor allem um die Schwächsten. Der Ökonom der Diözese, Abbè Blaise Kiema, berichtet: „Die größten Opfer der traditionellen Lebensweise hier sind die Frauen. Sie sind in einem System gefangen, das sie auf der untersten Stufe des sozialen Gefüges hält. Für die Befreiung und Förderung der Frau sind Schulen extrem wichtig. Die katholische Kirche ist ziemlich aktiv in diesem Kampf, um in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu wecken, die Frauen anzunehmen und ihnen einen Platz in der Gesellschaft zu geben.“

Als Abbé Blaise das letzte Mal die weite Strecke durch den Busch fuhr, um mehrere Pfarreien zu besuchen, passierte ihm das, was in Afrika aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse an der Tagesordnung ist: Sein Auto hatte eine Panne. Es war schon spät am Abend, und das Zentrum der Pfarrei von Diabo, die er als nächste besuchen wollte, war noch über 30 Kilometer entfernt. So fand er in Kombengo, dem nächstgelegenen Dorf, im Haus des Katecheten Unterschlupf. Am nächsten Morgen zeigte ihm der Katechet die Dorfkapelle. Da in vielen Fällen die jeweilige Pfarrkirche von vielen Dörfern zu weit entfernt liegt, haben nämlich zahlreiche Dörfer bescheidene Kapellen, in denen sich die Menschen mit ihrem Dorfkatecheten zum Gebet versammeln und mit dem Priester die Heilige Messe feiern, wenn er sie besucht. Die Pfarrei Diabo, zu der Kombengo gehört, erstreckt sich über eine Fläche von 500 Quadratkilometern! 22.491 Gläubige leben dort – und 3199 Menschen bereiten sich auf das Sakrament der Taufe vor. Sie alle werden von 3 Priestern einigen Ordensfrauen und zehn Katecheten betreut. Auch in Kombengo versammeln sich die Menschen zum gemeinsamen Gebet, aber als Abbé Blaise ihre „Kapelle“ sah, wurde er traurig. Dicke, krumme Äste stützen ein Dach aus Zweigen ab. Eigentlich sieht es aus wie ein Unterstand für das Vieh. Nicht einmal wie ein Stall. Eine zusammengebrochene Lehmmauer versucht, dem Ganzen den Anschein eines Gebäudes zu geben. Es ist ein Wunder, dass das Gebilde noch nicht ganz eingestürzt ist. „Bitte machen Sie ein Foto. Wenn Sie es dem Bischof zeigen, hilft er uns vielleicht!“, bat der Katechet. Das ließ sich Abbé Blaise nicht zweimal sagen. Er möchte den 300 Gläubigen in dem Dorf helfen und hat Bischof Séraphin Soubeiga sofort nach seiner Rückkehr die Fotos gezeigt. Leider hatte auch der Bischof nicht die notwendigen Mittel für den Bau einer neuen Kapelle, aber er riet Abbé Blaise dazu, uns diese Geschichte zu erzählen. Weil wir glauben, dass seine Autopanne vielleicht Fügung war, damit die Gläubigen in Kombengo endlich einen würdigen Ort des Gebetes bekommen, haben wir 15.000 Euro versprochen.

Spendennummer: 125-01-19

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