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Bau einer Kirche mit dazugehörendem Pfarrhaus in Sarajevo

September 2012
Europa Bauhilfe

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wütete in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 drei Jahre lang Krieg. Die traurige Bilanz: 243.000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben, zahlreiche Kirchen, Klöster, Pfarrhäuser und andere kirchliche Gebäude wurden gezielt zerstört. Die Wunden des Krieges sind noch vielerorts im Land spürbar, und vor allem die Katholiken, die kroatischstämmig sind, fassen kaum wieder Fuß. Katholiken stellen eine Minderheit dar, die in einer immer stärker islamisch geprägten Umwelt um die Wahrung ihrer Identität ringen und im politischen und religiösen Bereich auf ihrem Existenzrecht beharren muss. Der Wiederaufbau des kirchlichen Lebens ist schwer. Der Bau von Kirchen und Pfarrzentren kostet nämlich nicht nur viel Geld, sondern oft wird er auch durch Auflagen der Behörden behindert. Während in der Stadt Sarajevo selbst sowie in anderen Teilen des Landes mit Geldern aus Saudi-Arabien über zweihundert neue Moscheen entstanden sind. werden Katholiken von der Internationalen Gemeinschaft vernachlässigt und haben große Schwierigkeiten, Gotteshäuser und Pfarrzentren zu bauen. Da aber bereits in der Zeit des Kommunismus kaum Kirchen gebaut werden konnten und es bereits vor dem Krieg viel zu wenige Kirchen gab, ist die Lage dramatisch und wurde durch die Zerstörung von Kirchen noch verschärft.

Für Sarajevo bedeutet dies, dass es in den neuen Wohnbauvierteln keine Kirchen gibt und die Messfeier und das Gemeindeleben unter provisorischen Bedingungen stattfindet. In der von Franziskanern geleiteten Pfarrei im Stadtviertel Dobrinja, in dem 1997 eine Pfarrei gegründet wurde, weil zahlreiche katholische Familien dort leben, war in einem unterirdischen Bunker eine Kapelle, eine Suppenküche und ein Pfarrbüro eingerichtet worden.

Unter den beengten Bedingungen des Bunkers war es für die Gemeinde schwierig sich zu entwickeln. Einerseits gibt es nur Platz für ca. 100 bis 150 Gläubige, andererseits kamen viele nicht, weil die noch von den Kriegsereignissen geprägten Menschen den unterirdischen Bunker als bedrückend und beängstigend empfanden. Trotzdem wuchs und wächst die Gemeinde, denn viele junge Familien ziehen in dieses Stadtviertel, so dass seit 2008 die Gemeinde von 256 Familien auf 300 Familien (ca. 800 Gläubige) angewachsen ist. Von der Lebendigkeit dieser Pfarrei zeugt auch die Tatsache, dass seit ihrer Gründung 1997 bereits drei junge Priester aus ihr hervorgegangen sind. „Kirche in Not“ hat den Bau von Anfang an unterstützt. Damit die neue Pfarrkirche mitsamt dem Pfarrhaus bald fertiggestellt werden kann, helfen wir noch einmal mit 30.000 Euro.

Dieses Projekt ist ein Beispiel unserer Arbeit. Ihre Spende wird diesem oder einem ähnlichen Projekt zugute kommen und die pastorale Arbeit von KIN ermöglichen.

Spendennummer: 444-01-19

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