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Bau eines Jugendzentrums in Sarajewo

November 2012
Europa Bauhilfe

"Nur wer sich seiner eigenen Identität bewußt ist, kann dem anderen ohne Angst begegnen". Das ist einer der Leitsätze des Jugendzentrums Johannes Paul II in Sarajewo. Pater Simo Marsic, der Direktor des Zentrums, sagt: "Dieses Zentrum baut Brücken der Verständigung und Versöhnung in Bosnien und damit auch Brücken für Bosnien nach Europa".

Pater Simo Marsic (Jugendreferent in Sarajewo) mit Pater Luka Kesedzic auf dem Grundstück des neuen Jugendzentrums "John Paul II" in Sarajewo.

Der Krieg, der zwischen 1992 und 1995 in Bosnien-Herzegowina tobte, hat seine Spuren hinterlaßen. Von den 835.000 Katholiken, die vor dem Krieg in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik lebten, sind nur 450.000 übrig geblieben. Der Islam gewinnt immer mehr an Boden, überall entstehen neue Moscheen, viele Katholiken sehen für sich keine Zukunft, weil sie oft bei der Arbeitßuche diskriminiert werden. Viele wandern auch 17 Jahre nach Kriegsende noch aus. Sie fühlen sich unerwünscht und diskriminiert.

Die Kirche ist für die Menschen, die bleiben, ein wichtiger Halt und bedeutet für sie Heimat. Zudem engagiert sich die Katholische Kirche für ein friedliches Miteinander und die Versöhnung der verschiedenen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften.

Pater Marsic erklärt: "Vor allem die katholischen Jugendlichen in Bosnien-Herzegowina brauchen die Sicherheit, daß sie hier zuhause sind. Diese Sicherheit erlangen sie, wenn sie ihren Glauben und ihre Identität kennen und leben lernen." Seit einigen Jahren veranstaltet das Zentrum Sommerlager, Workshops und bietet Gelegenheiten der Begegnung mit Andersdenkenden, an denen jährlich etwa fünftausend Jugendliche teilnehmen. Die Jugendlichen stoßen auf das Zentrum in Schulen, Pfarreien und auch durch soziale Netzwerke im Internet. Durch einen monatlichen Brief und persönliche Kontakte mit den Mitarbeitern des Zentrums werde die Verbindung der Jugendlichen mit dem Zentrum und untereinander aufrecht erhalten, so daß "wir ein Netzwerk der Versöhnungswilligen aufbauen können und so für eine beßere Zukunft sorgen", wie Pater Marsic erklärt.

Die Aktivitäten laufen bereits, aber das Zentrum hat noch kein eigenes Gebäude. "Kirche in Not" unterstützt den Bau mit 100.000 Euro, denn es ist eine wichtige Investition in die Zukunft der Kirche in Bosnien.


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