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Neue Studios für einen katholischen Radiosender

Februar 2013
Afrika Medienpastoral

Mehr als zwanzig Jahre lang wütete im Norden Ugandas ein blutiger Konflikt zwischen den LRA-Rebellen unter der Führung von Joseph Kony und den Regierungstruppen. Viel Versöhnungsarbeit, Heilung und Wiederaufbau ist nötig. Denn der lange Konflikt in Uganda zählt zu den schlimmsten Bürgerkriegen Afrikas. Zeitweise lebte aus Angst vor Entführungen und Massakern mehr als die Hälfte der Bevölkerung Nordugandas in Flüchtlingscamps - Schätzungen gehen von 2 Millionen Vertriebenen aus. 30.000 Kinder sollen als Kindersoldaten bzw. Sexsklavinnen in den Busch verschleppt worden sein.

Die Diözese Lira war stark von dem Bürgerkrieg betroffen. Neben dem materiellen Wiederaufbau ist es wichtig, den Menschen Mut und Hoffnung zu schenken. Eine große Rolle spielt dabei der katholische Radiosender "Radio Wa". Im Kinderprogramm "Karibu" ("Willkommen") berichteten bereits während des Bürgerkrieges ehemalige Kindersoldaten, denen die Flucht gelang, über ihr neues Leben, um ihre Leidensgenossen zu ermutigen, zu ihren Familien zurückzukehren. Diese Sendungen werden sogar im Busch gehört, und so sind im Laufe der Zeit mehr als 1.500 Kindersoldaten aus der Gefangenschaft geflohen, weil "Radio Wa" ihnen dabei geholfen hat, an ein neues Leben zu glauben. Die Rebellen waren darüber so wütend, dass sie den Radiosender im September 2002 angriffen und ihn kurzerhand in Brand steckten, aber der Sendemast blieb erhalten, und "Unser Radio" - denn so lautet der Name übersetzt - sendet bis heute seine Programme, die zu Frieden und Versöhnung in Uganda beitragen wollen.

Seit 2008 ist die Situation im Norden des Landes stabil, aber ein offizielles Friedensabkommen scheiterte, da Joseph Kony zur Vertragsunterzeichnung nicht erschien. Als eine Bedingung für die Friedensgespräche nannte er übrigens, dass das Kinderprogramm von "Radio Wa" vom Sender genommen werden solle. Obwohl "Radio Wa" sowohl personell als auch materiell mehr als bescheiden ausgestattet ist, leistet es der Bevölkerung wertvolle Dienste. So gibt es zum Beispiel jede Woche ein Hörspiel, in dem wichtige Themen wie AIDS, häusliche Gewalt, Ehe und Familie, Alkoholismus, die Rückkehr aus den Flüchtlingslagern, der Aufbau eines neues Lebens nach dem Krieg, die Suche nach Versöhnung etc. auf unterhaltsame Weise, aber auf der Grundlage der kirchlichen Lehre und der Werte des Evangeliums behandelt werden. Außerdem gibt es eine Sendung, die über die Gefahren von Hexerei aufklärt. Ehemalige Hexenmeister erzählen hier, mit welchen Tricks sie die Menschen betrogen haben. Dieses Thema ist umso wichtiger, als es gerade in jüngerer Zeit im Rahmen "magischer Rituale" sogar immer wieder zu Opferungen von Kindern kommt - oft soll damit Wohlstand erreicht werden. Besonders die Ausbreitung von AIDS führt dazu, dass manche Menschen wieder an Hexerei zu glauben beginnen. Sie denken nämlich, die tödliche Krankheit sei ihnen angehext worden oder durch einen Fluch entstanden. Außerdem gibt es Sendungen, die sich an Frauen richten, wieder andere sind für Häftlinge bestimmt, und oft äußert sich der Bischof, Giuseppe Franzelli, zu brennenden Fragen und aktuellen Themen. Der Sender verfügt zudem über die Möglichkeit, auch von außerhalb des Studios zu senden. So können beispielsweise Gottesdienste, Veranstaltungen, Feierlichkeiten oder Eindrücke von Ereignissen gesendet werden. Zur Zeit wird in einem Umkreis von 200 Kilometern gesendet, und zahlreiche Menschen profitieren von den Radiosendungen.

Bislang ist der Radiosender mehr als bescheiden untergebracht. Das Gebäude erinnert eher an eine Garage. Da das Radio sehr wichtig ist, möchte Bischof Franzelli, dass das Programm noch erweitert werden kann. Dazu ist aber mehr Platz notwendig. Zwei Studios und eine Kabine für Live-Übertragungen sollen entstehen. Außerdem werden auch weitere Büroräume benötigt. "Kirche in Not" hat 15.000 Euro versprochen, damit der Radiosender seine wertvolle Arbeit ausweiten kann.


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