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Ein Boot für die Seelsorge in unzugänglichen Ortschaften am Rio Paraguay

Februar 2013
Amerika Motorisierung

Die Menschen in der Diözese Corumba freuen sich, dass "Kirche in Not" der Katholischen Kirche ein neues Boot geschenkt hat, mit dem die Priester die Dörfer an den Ufern der Flüsse erreichen können. Der Bischof von Corumba, Dom Segismundo Martinez Alvarez, hatte uns dringend um Hilfe gebeten, denn das alte Boot war schon 15 Jahre alt und versagte seinen Dienst. Sein Hilferuf stieß nicht auf taube Ohren: 6.670 Euro haben unsere Wohltäter gespendet. Endlich können die Priester und die Laienmissionare die Gläubigen häufiger besuchen. Denn viele der Dörfer, die am Ufer des Rio Paraguay und seinen vielen Nebenflüssen liegen, sind nur per Boot erreichbar. Die ganze Pantanal-Region ist ein riesiges unwegsames Feuchtgebiet. Die Menschen sind von der Zivilisation abgeschnitten und werden von sozialen Programmen und dem Gesundheitssystem nicht erreicht. Die Kinder können - wenn überhaupt - nur bis zur vierten Klasse zur Schule gehen. Danach müssen sie entweder ihre Schulausbildung in der Stadt fortsetzen, oder sie brechen die Schule ab. Die einzige berufliche Aussicht besteht dann in der Arbeit auf einer der großen Farmen. Denn leider wird vielfach bereits der Urwald gerodet, weil von Großgrundbesitzern im großen Stil Soja und Zuckerrohr angebaut wird.

Die Katholische Kirche hilft den Menschen, wo sie kann. Die Diözese Corumba, die sich auf dem Gebiet des Pantanal befindet, hat zwar nur 5 Priester und 6 Pfarreien für mehr als 90.000 Gläubige, sie baut die Seelsorge und die Hilfe für die Menschen jedoch immer weiter aus. Allerdings sind die meisten Ortschaften am Fluss Paraguay und seinen Nebenflüssen so schwer zu erreichen, dass nur selten ein Priester dorthin gelangt. Es wäre schon viel gewonnen, wenn jede Ortschaft einmal im Jahr von einem Priester besucht werden könnte. Davon können die Gläubigen jedoch zur Zeit nur träumen. Aber auch Laien helfen den Priestern in der Seelsorge, der Katechese und bei den sozialen Programmen für Menschen, die sonst keine Hilfe erfahren. Die Kirche bietet Unterricht an für Menschen, die nicht lesen und schreiben können, und leistet Hilfe bei der Beschaffung der grundlegenden Dokumente wie Geburtsurkunden und Personalausweisen. Denn wer keine Papiere vorweisen kann, der existiert vor dem Staat nicht und hat auch keine Rechte. Viel wird auch auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge geleistet. Vorbeugung ist ein wichtiges Thema, damit die Menschen - vor allem die Kinder - erst gar nicht krank werden, aber auch die Verwendung von Heilpflanzen, die das Sumpfgebiet kostenlos hergibt, spielt eine große Rolle, denn die Medikamente der Pharmaindustrie sind größtenteils unerschwinglich. Im Vordergrund steht bei allem aber die Seele der Gläubigen, und so sollen möglichst viele Menschen möglichst oft die Gelegenheit haben, die Sakramente zu empfangen, die Heilige Messe oder - wenn kein Priester sie besuchen kann - Wortgottesdienste zu feiern, mehr über den Glauben zu lernen, gemeinsam zu beten, sich auf die Taufe, die Erstkommunion, die Firmung oder die Eheschließung vorzubereiten etc. Protestantische Sekten sind in Pantanal bereits sehr aktiv, um Gläubige zu gewinnen. Dennoch bewahren viele katholische Familien ihre katholischen Traditionen und ihren Glauben, aber es muss mehr getan werden, um den Glauben zu stärken und zu nähren. Das neue Boot transportiert Hoffnung. Der Bischof, Segismundo Martinez Alvarez, dankt allen Wohltätern von Herzen für ihre Großzügigkeit.


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