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Ein Fahrzeug für ein Kinderhospiz in St. Petersburg

März 2013
Europa Motorisierung

Innerhalb der letzten zehn Jahre sind in Russland sieben Millionen Kinder an verschiedenen Krankheiten gestorben – eine unvorstellbar große Zahl von Einzelschicksalen. Die Krankenhäuser sind jedoch noch nicht darauf vorbereitet, todkranke Kinder und ihre Familien zu betreuen. Gilt ein Kind als unheilbar erkrankt, wird es nach Hause entlassen. Die Eltern stehen nicht nur allein mit ihrem Schmerz und ihrer Angst da, sondern sie werden auch mit unzähligen praktischen und organisatorischen Problemen konfrontiert. Viele wohnen in sogenannten Kommunalwohnungen, die sich mehrere Familien teilen. Dort Tag und Nacht ein Kind zu pflegen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, und oft zerbrechen Familien an den Belastungen. Dazu kommt, dass sich Verwandte und Bekannte aus Angst vor einer Ansteckung, aber auch aus Hilflosigkeit und Unsicherheit zurückziehen.

Auch die gesunden Geschwister, die selbst noch die Fürsorge der Eltern benötigen, sind überfordert und leiden unter der Situation, da die Eltern ganz mit der Pflege des todkranken Bruders oder der Schwester beschäftigt sind. Zudem müssen diese Kinder die Schmerzen ihrer Schwester oder ihres Bruders mit ansehen, und dieses Leid zieht sich oftmals über Jahre hin.

Im Jahr 2003 hatte ein orthodoxer Priester in Sankt Petersburg, Vater Aleksandr Tkachenko, eine Idee: Er hatte in den USA eine Spezialausbildung zum Krankenhausseelsorger absolviert und erkannte, dass auch in Russland so schnell wie möglich etwas in diesem Bereich getan werden musste. Der junge, tatkräftige Priester beschloss, gemeinsam mit Fachärzten und Psychologen das erste Kinderhospiz zu gründen.

Das Hospiz betreut mehr als 300 todkranke Kinder nicht nur medizinisch, sondern sie und ihre Familien werden in liebevoller Weise rundum unterstützt.. Das Angebot reicht von verschiedenen Therapieformen, die die Lebensqualität der zumeist krebskranken Kinder erhöhen, bis hin zu der hingebungsvollen Bemühung, den Kindern jede nur erdenkliche Freude zu bereiten und ihnen ein möglichst normales, kindgerechtes Leben zu ermöglichen. Manche Kinder sind zu dem Zeitpunkt, wenn sie in das Hospiz kommen, schon so an ihre Einsamkeit, ihren Schmerz und ihre Isolation gewöhnt, dass es schwer ist, sie dazu zu motivieren, sich fröhlichen Aktivitäten zu öffnen. Liebevolle Sozialpädagoginnen betreuen diese Kinder ganz besonders feinfühlig. Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Priester, freiwillige Helfer – sie alle arbeiten Hand in Hand, um den Kindern und ihren Familien das schwere Los zu erleichtern.

Das Hospiz hat Pferde und andere Tiere, und immer wieder wird mit der Phantasie der Liebe versucht, die Kinder zu überraschen, so in diesem Jahr beispielsweise mit dem Einblick in die Produktion eines Zeichentrickfilms. Es werden verschiedene Ausflüge angeboten, zu denen auch die Geschwister und Eltern der kranken Kinder mitgenommen werden, die auf diese Weise ebenfalls die Möglichkeit haben, inmitten von Schmerz und Anspannung etwas Schönes zu erleben. Priester Aleksandr Tkachenko: "Die Betreuung ihrer schwerkranken Kinder bringt die Eltern oft an den Rand der Erschöpfung. Sie brauchen auch mal eine Atempause, um nicht zusammenzubrechen". Angestellte und freiwillige Helfer sind rund um die Uhr bemüht, den kleinen Patienten und ihren Eltern zu helfen. Sie betreuen aber nicht nur Kinder, die im Hospiz wohnen, sondern sie unterstützen auch Familien, die ihre Kinder daheim pflegen, und bieten medizinische, materielle, seelsorgliche und psychosoziale Hilfe an.

Aleksandr Tkachenko sagt uns: "Viele Kinder sind sehr lange krank, manche liegen zuletzt im Koma gelegen. Uns bleibt dann nichts anderes mehr, als an ihrem Sterbebett mit den Eltern zusammen zu beten. Für die Eltern ist es ein großer Trost, wenn wir ihnen sagen, dass ihre Kinder nun Engel im Himmel sind und für sie beten." Aus seiner Erfahrung weiß er, dass todkranke Kinder oft innerlich sehr reif und erwachsen sind: "Nicht ich spreche zu ihnen, sondern sie erzählen mir von ihrer Erfahrung mit Gott!", berichtet der Priester. "Und vor allem bitten sie mich immer wieder darum, ihre Eltern zu trösten – sie denken mehr an ihre Lieben als an sich selbst."

"Kirch ein Not" hat die Arbeit des Kinderhospizes von Anfang an unterstützt, zuletzt mit 25.000 Euro für ein Fahrzeug, das dringend benötigt wurde für die enorme Hilfe, die in einem Umkreis von 50 Kilometern Familien bei der häuslichen Pflege geleistet wird, für die Freude, die den kleinen Patienten mit Ausflügen bereitet wird, und auch für die notwendigen Fahrten zu Ärzten, Physiotherapeuten und Psychologen. Priester Aleksandr dankt im Namen der kranken Kinder und ihrer Familien allen Wohltätern von Herzen.

Dieses abgeschlossene Projekt ist ein Beispiel unserer Arbeit. Wenn Sie ein ähnliches Projekt unterstützen möchten, geben Sie bitte diesen Code an: 427-20-29

Spendennummer: 427-20-29

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