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Renovierungshilfe für das Priesterseminar in Alokolum

Juli 2013
Afrika Bauhilfe

220 junge Männer aus mehreren Diözesen des Landes breiten sich zur Zeit am Priesterseminar in Alokolum in Norduganda auf das Priestertum vor. Was eigentlich eine gute Nachricht ist, stellt das Seminar vor eine große Herausforderung, denn mittlerweile platzt es aus allen Nähten. Daher ist es dringend notwendig, eines der Gebäude, in denen die Seminaristen untergebracht, zu renovieren und es damit bewohnbar zu erhalten, da der Platz ohnehin schon knapp ist.

Das Priesterseminars von Alokolum hat während des Bürgerkrieges (1988-2007) hautnah das Schicksal der Bevölkerung geteilt. Auf seinem Gelände befand sich während des Krieges und auch noch einige Zeit danach ein Flüchtlingslager. Die angehenden Priester werden besonders dafür ausgebildet, den Traumatisierten beizustehen und ihnen zu helfen. Die Menschen haben mitangesehen, wie ihre Schwestern, Mütter, Töchter und Frauen vergewaltigt und Menschen getötet worden sind. Mütter mussten es mitansehen, wie ihre Kinder in den Busch verschleppt wurden. Auch die Kirche blieb nicht verschont: Rebellen der berüchtigten Lord’s Resistance Army überfielen am 11. Mai 2003 das Kleinseminar der Erzdiözese Gulu und entführten 41 Seminaristen. Sie verschleppten die Jugendlichen in den Busch, um sie zu Soldaten auszubilden. Zwölf der Jungen werden bis heute vermisst.

Die Menschen brauchen Hilfe, um ihr Leben wieder aufzubauen. "Fast eine ganze Generation ist bereits in Flüchtlingslagern geboren oder aufgewachsen. Die ganze Arbeitskultur ist zerstört worden, die Leute haben jeden Tag ihre Essensrationen empfangen und wissen nicht mehr, wie man sich seinen Lebensunterhalt verdient", erklärt Cosmas Alule, der Rektor des Seminars. Hier muss die Kirche viel Unterstützung leisten und die Menschen beraten. Die Regierung gibt den Menschen, die in ihre Dörfer zurückkehren, zwar etwas Baumaterial und Saatgut, aber damit ist es nicht getan. "Es geht darum, den Menschen dabei zu helfen, ihr Leben auch in seelischer, kultureller und spiritueller Hinsicht wiederherzustellen", betont er. Einige Priester wurden während des Krieges selbst entführt, verletzt, inhaftiert und sogar getötet. Einem Priester wurden die Hände mit Kugeln durchsiebt, als er im Auto unterwegs zu einer Kapelle war.

Auch viele der Seminaristen haben Traumata erlitten. Dies stellt eine Herausforderung für die Ausbilder dar. Die geistlichen Begleiter der Seminaristen müssen sich besonders intensiv mit diesen Problemen befassen. "Es ist aber auch gut, dass die zukünftigen Priester die Erfahrungen der Bevölkerung geteilt haben, denn wir brauchen Priester, die wissen, was Leid ist. Wenn jemand diese schmerzlichen Erfahrungen gemacht hat und in der Lage ist, daran nicht zu zerbrechen, kann er anderen viel besser helfen", findet der Rektor.

Damit das Seminar die jungen Männer, die sich als gute Hirten in den Dienst an Gott und ihrem Volk stellen möchten, nicht wegzuschicken braucht, möchte "Kirche in Not" mit 20.000 Euro bei der Renovierung des Wohntraktes helfen.

Spendennummer: 158-02-19

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