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Ein Auto für die Pfarre in Gojra

November 2013
Asien Motorisierung

Denn unter dem Altpapier waren auch Buchseiten, auf denen Koranverse stehen. Einige Muslime hatten es gesehen, und wenig später verkündete der Mullah durch die Lautsprecher der Moschee im ganzen Dorf, dass der Koran geschändet worden sei. Ein aufgebrachter Mob brannte daraufhin 80 Häuser von Christen und zwei kleine protestantische Kirchen nieder.

Am nächsten Tag sprang die Empörung auf Gojra über, obwohl dort gar nichts vorgefallen war. Dreitausend aufgehetzte muslimische Fanatiker stürmten mit Stöcken und Schusswaffen bewaffnet das christliche Viertel. Die traurige Bilanz: 105 christliche Häuser wurden niedergebrannt. Hier waren auch Tote zu beklagen: Eine achtköpfige Familie wurde in ihrem Haus eingeschlossen und verbrannte dort. Hinter den Angriffen steckte nach Angaben des damaligen Bischofs Joseph Coutts (inzwischen ist er Erzbischof von Karatschi) eine militante Islamistengruppierung, die Pakistan von Christen säubern will. „Immerhin hat die Regierung aber die abgebrannten Häuser wiederaufgebaut“, sagt er. Und noch etwas Positives berichtet er: „Zwei Mullahs haben sich ein Jahr später für die Übergriffe entschuldigt.“ Einer von ihnen schrieb sogar ein Gedicht darüber.

Dass die Lage zur Zeit ruhig ist und es nicht zu weiteren Übergriffen gekommen ist, ist auch der starken Polizeipräsenz zu verdanken. Das Pfarrhaus, die Kirche und das Schwesternkloster stehen noch immer unter Polizeischutz. Dennoch: Die Katholiken in der Herz-Jesu-Pfarrei leben ihren Glauben mit großer Inbrunst. Erst Anfang September haben sie ein großes Fest gefeiert, um eine Statue des Prager Jesuskindes in ihrer Gemeinde willkommen zu heißen. Mehr als 300 Kinder und Jugendliche, zahlreiche Erwachsene und acht Priester nahmen an der Feier teil. Am Anfang wurde das Jesuskind in einer großen Prozession zur Kirche geleitet, wo es aufgestellt wurde. Kinder führten Szenen aus der Kindheit Jesu und Begrüßungstänze auf und sangen Hymnen. Es gab Katechesen zum „Jahr des Glaubens““, und Gläubige legten Zeugnis ab über die wunderbaren Erlebnisse, die sie dank des Jesuskindes in ihrem Leben erfahren durften. Die Verehrung des Prager Jesuskindes breitet sich in der letzten Zeit in Pakistan immer weiter aus. Gojra ist der zweite Ort in diesem Land, wo feierlich eine Abbildung des weltberühmten Gnadenbildes eingeweiht wurde.

Die Pfarrei umfasst allerdings ein riesiges Gebiet, und die Priester haben alle Hände voll zu tun. Pater Younis Inayat betreut in großes Gebiet innerhalb der Pfarrei und ist zugleich der Direktor einer katholischen Schule. Er hat bislang nur ein Moped, um sich fortzubewegen. 60 Kilometer und mehr müssen sie zurücklegen, um die Dörfer zu erreichen, die zu seinem Seelsorgebereich gehören. Mit einem einfachen Moped ist das schwer. Zudem ist es abends und bei Nacht gefährlich, denn immer wieder kommt es zu Raubüberfällen.

Wir wollen ihm mit 10.000 Euro beim Kauf eines Autos helfen, damit er die Gläubigen in den vielen weit abgelegenen Dörfern betreuen kann.

Spendennummer: 328-01-29

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