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Unterstützung eines Zentrums für junge Mädchen, die ein Kind erwarten

Februar 2014
Afrika Karitative Hilfe

In Burkina Faso stehen Frauen gesellschaftlich ganz weit unten. Nur 14 Prozent von ihnen können überhaupt lesen und schreiben. Die Zahl junger Mädchen, die allein ein oder mehrere Kinder großziehen, steigt. Der Einfluss der Medien führt dazu, dass die sexuelle Freizügigkeit zunimmt. Kommt es dabei aber zu einer Schwangerschaft, ist der junge Vater zumeist nicht willens, seiner Verantwortung nachzukommen. Auch die Eltern des Mädchens kümmern sich in der Regel nicht. Die meisten setzen ihre schwangere Tochter vor die Tür – oft unter dem Vorwand, dass es nach der traditionellen Auffassung Unglück über die Familie bringt, wenn eine Tochter im Haus ihrer eigenen Eltern entbindet. Manche der Mädchen versuchen, irgendwie abzutreiben, wobei sie ihr Leben riskieren. Andere bringen das Kind zwar zur Welt, setzen es aber an einer Straßenecke aus. Wieder andere versuchen, sich und ihr Kind durchzubringen. Oft geraten sie dann in die Prostitution, um das tägliche Überleben zu sichern. Damit beginnt ein Teufelskreis, denn viele infizieren sich auf diese Weise mit HIV und vergrößern dadurch ihr Elend. Oft werden die jungen Frauen auch schnell wieder schwanger, so dass ihr Leben noch schwieriger wird.
In Dedougou hat die katholische Kirche ein Zentrum für schwangere Mädchen und junge Mütter eingerichtet, wo sie aufgenommen und in jeder Hinsicht betreut werden: Sie erfahren materielle, praktische und seelsorgliche Hilfe und können auch eine Berufsausbildung absolvieren.

Elodie ist eine der jungen Mütter, deren Geschichte gut ausgegangen ist. Mit siebzehn wurde sie von ihrer streng muslimischen Familie an einen wesentlich älteren Mann verheiratet, den sie nicht kannte und der bereits mehrere Frauen hatte. Sie hatte keine andere Wahl, sonst wäre sie von ihrer Familie verstoßen worden. Die zwei Monate nach der Hochzeit waren die Hölle für sie. Sie beschloss, zu fliehen. Sie schaffte es, in die 150 Kilometer weit entfernte Hauptstadt zu gelangen. Dort kannte sie aber niemanden. Spontan kam es ihr in den Sinn, bei katholischen Ordensfrauen Zuflucht zu suchen, die sie auch in der Tat liebevoll aufnahmen. Die Schwestern merkten schnell, dass Elodie schwanger war, und brachten sie in Kontakt mit dem Zentrum „Carmen Kisito“ in Dedougou. „Ich hegte in meinem Herzen einen großen Hass gegen meine Familie und gegen den Mann, mit dem ich zwangsverheiratet worden war Ich wollte sie niemals wiedersehen. Ich schaffte es auch nicht, meine Tochter Djami anzunehmen, da sie in meinen Augen für mein Unglück verantwortlich war. Aber je mehr ich Jesus kennenlernte, desto mehr spürte ich, dass ich ihnen allen vergeben musste. Nach einem Weg von drei Jahren sollte ich an Ostern die Taufe empfangen. Ich war voller Freude bei dem Gedanken, dass Gott mir alle Sünden vergeben und mich erneuern würde. Da verstand ich, dass ich auch allen, die mir Leid angetan haben, vergeben müsse. Der Hass und die Rache sollten keinen Platz in meinem Leben haben. In meinem Herzen vergab ich ihnen also. Die Taufe war für mich ein großer Augenblick des Glücks. Ich wurde eingetaucht in eine Freund, die ich zuvor nie gekannt hatte. In meinem Herzen herrschte tiefer Frieden“. Nach ihrer Taufe ging Elodie zu ihrer Familie, um sich mit ihr zu versöhnen. „Es war nicht leicht für mich, sondern es war ein innerer Kampf. Aber durch die Gnade Gottes konnte ich sie treffen. Ein Vater war zugleich überrascht und sehr glücklich, seine Tochter nach fast fünf Jahren wiederzusehen, und die Versöhnung mit meiner Familie verlief in großer Freude.“ Den Mann, mit dem sie zwangsverheiratet worden war, hat sie nicht wiedergesehen, aber sie hat auch ihm in ihrem Herzen vergeben. Heute steht Elodie auf eigenen Beinen: Sie hat eine Ausbildung zur Friseurin gemacht und verdient den Lebensunterhalt für sich und ihre kleine Tochter.
„Kirche in Not“ unterstützt die Arbeit des Zentrums auch in diesem Jahr.

Spendennummer: 125-00-59

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