{"id":1009,"date":"2016-05-09T09:39:14","date_gmt":"2016-05-09T07:39:14","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/es-war-aleppo-nie-schlimmer-als-jetzt-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:39:45","modified_gmt":"2023-02-23T10:39:45","slug":"es-war-aleppo-nie-schlimmer-als-jetzt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/es-war-aleppo-nie-schlimmer-als-jetzt-html\/","title":{"rendered":"\u201eEs war in Aleppo nie schlimmer als jetzt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein Franziskanerpater berichtet aus der umk\u00e4mpften Stadt. Mit eindringlichen Worten hat Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh an Christen in aller Welt appelliert, f\u00fcr die hart umk\u00e4mpfte syrische Stadt Aleppo zu beten. \u201eEs war seit Beginn dieses schrecklichen Krieges nie schlimmer als jetzt. Mir fehlen die Worte, alles Leid zu beschreiben, das ich t\u00e4glich sehe\u201c, so der Ordensmann aus Aleppo am Dienstag gegen\u00fcber dem internationalen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c. \u201eEs gehen Raketen und Bomben auf Kirchen, Moscheen, Schulen und Krankenh\u00e4user nieder. Bei einem Angriff auf unser Krankenhaus wurden jetzt 17 Menschen get\u00f6tet. Und die Zahl kann noch steigen.<\/p>\n<p>Zahllose H\u00e4user sind ganz oder teilweise zerst\u00f6rt. So viele Menschen wurden get\u00f6tet oder schwer verletzt. Und wenn keine Bomben fallen, herrscht eine unheimliche Ruhe wie auf einem Friedhof. Die Stra\u00dfen sind wie ausgestorben.\u201c Das Osterfest der orthodoxen Christen am vergangenen Sonntag sei sehr traurig gewesen, so der katholische Priester weiter. \u201eEs war mehr Karfreitag als Ostersonntag. Es haben zwar Gottesdienste stattgefunden, aber sie waren sehr schlecht besucht. Die Menschen haben ihre Toten beerdigt oder sind aus Angst zuhause geblieben. Es war bedr\u00fcckend. Wann wird die Weltgemeinschaft endlich aufwachen und diesem neuen Sarajewo ein Ende machen?\u201c<\/p>\n<p>Pater Ibrahim wirkt seit bald zwei Jahren in der zwischen syrischer Regierung und Rebellen geteilten und heftig umk\u00e4mpften Stadt im Norden Syriens. \u201eWer fliehen kann, der flieht. Am Sonntag waren die Ausfahrtsstra\u00dfen voll mit Fl\u00fcchtlingen. Diejenigen, die geblieben sind, sind die \u00c4rmsten, die es sich nicht einmal leisten k\u00f6nnen, sich in Sicherheit zu bringen. Wir helfen, wo und wie wir k\u00f6nnen. Teilweise leben die Menschen in halbzerst\u00f6rten H\u00e4usern. Wir unterst\u00fctzen Reparaturen und helfen ihnen dank der Hilfe von \u201eKirche in Not\u201c mit Nahrung, Kleidung, Medizin, Hygieneartikeln und anderen Dingen. Aber wir brauchen jetzt wirklich von au\u00dfen jede Hilfe, die wir bekommen k\u00f6nnen. Wir sind in h\u00f6chster Not.\u201c Pater Ibrahim beobachtet vermehrt psychische Belastungen der Menschen. \u201eDie Nervenzusammenbr\u00fcche nehmen zu. Wir haben auch so viele psychische Erkrankungen infolge des Krieges. Es ist ein solches Elend. Ich danke Gott aber daf\u00fcr, dass ich durch seine Gnade zum guten Samariter f\u00fcr all diese leidenden Menschen werden darf. Ich versuche sie durch das Wort Gottes, aber auch durch Taten leiblicher Barmherzigkeit zu tr\u00f6sten. Mir sind immer die Worte von Papst Franziskus im Ohr, den Menschen Gottes Z\u00e4rtlichkeit zu zeigen. Wir Priester und Ordensleute sind wirklich zu V\u00e4tern, aber noch mehr zu M\u00fcttern der Menschen geworden, die ihre Wunden z\u00e4rtlich wie eine Mutter zu verbinden suchen.\u201c<\/p>\n<p>Pater Ibrahim verglich die Lage der etwa 50000 in Aleppo verbliebenen Christen mit der des heiligen Paulus in der Apostelgeschichte. \u201eDer heilige Paulus war zusammen mit Silas wegen des Glaubens im Gef\u00e4ngnis. Aber durch ihre Gebete wurden sie befreit. Sie haben das schreckliche Gef\u00e4ngnis zu einem Ort des Gebets gemacht. Dazu sind auch wir Christen in Aleppo aufgerufen. So furchtbar dieser Ort ist, so m\u00fcssen wir doch ein christliches Zeugnis geben. Wir d\u00fcrfen nicht nur an uns selber denken.\u201c Das Kreuz, das die Christen tr\u00fcgen, so Pater Ibrahim, sei sehr schwer. \u201eAber es schafft auch eine Gemeinschaft mit Gott und untereinander, wie ich es vorher nicht erlebt habe. Mein Glaube und meine priesterliche Berufung sind in Aleppo gewachsen. Ich bete viel vor dem Tabernakel, dass der Herr uns beistehe.\u201c<\/p>\n<p>Ausdr\u00fccklich dankte Pater Ibrahim den Wohlt\u00e4tern von \u201eKirche in Not\u201c. \u201eOhne Ihre Gro\u00dfz\u00fcgigkeit k\u00f6nnten wir kaum etwas tun. Seien Sie versichert, dass jeden Tag Gebete zu Gott aus den M\u00fcndern von Kindern, Armen und Alten kommen, dass er Sie f\u00fcr Ihre Hilfe segne. Bitte beten Sie auch weiterhin inst\u00e4ndig f\u00fcr uns, damit wir stark bleiben im Glauben und in der Liebe. Denn diese Krise geht \u00fcber unsere Kr\u00e4fte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c hilft den Christen Aleppos seit Jahren. Durch die kirchlichen Partner vor Ort werden unter anderem Programme f\u00fcr die Versorgung mit Kleidung, Nahrung und Medikamenten unterst\u00fctzt. Hinzu kommen Wohn- und Studienhilfen. \u201eKirche in Not\u201c hilft dar\u00fcber hinaus Christen aus Syrien und dem Irak, die vor Krieg und Terror fliehen mussten und Zuflucht in ihren L\u00e4ndern oder dem benachbarten Ausland gefunden haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Franziskanerpater berichtet aus der umk\u00e4mpften Stadt. Mit eindringlichen Worten hat Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh an Christen in aller Welt appelliert, f\u00fcr die hart umk\u00e4mpfte syrische Stadt Aleppo zu beten. \u201eEs war seit Beginn dieses schrecklichen Krieges nie schlimmer als jetzt. 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