{"id":1015,"date":"2016-05-18T12:53:35","date_gmt":"2016-05-18T10:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/immer-wieder-ziel-juedischer-extremisten-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:20:18","modified_gmt":"2023-02-23T11:20:18","slug":"immer-wieder-ziel-juedischer-extremisten-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/immer-wieder-ziel-juedischer-extremisten-html\/","title":{"rendered":"Immer wieder Ziel j\u00fcdischer Extremisten"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">Viele Christen in Israel sind verschreckt. Sie f\u00fchlen sich von j\u00fcdischen Extremisten in Wort und Tat bedroht. Internationale Schlagzeilen machte der Brandanschlag, den j\u00fcdische Extremisten im Juni vergangenen Jahres auf das Benediktinerkloster von Tabgha ver\u00fcbten. \u201eWas kommt als n\u00e4chstes?\u201c, fragte Weihbischof Shomali vom Lateinischen Patriarchat im Gespr\u00e4ch mit \u201eKirche in Not\u201c danach besorgt. In diesem Jahr folgten weitere \u00dcbergriffe. Etwa antichristliche Schmierereien an der Dormitio-Abtei in Jerusalem. \u201eTod den Christen\u201c, hie\u00df es da. F\u00fcr Schlagzeilen sorgt immer wieder der extremistische Rabbiner Bentzion Gopstein. Er steht der Organisation Lehava vor, die sich strikt gegen eine Vermischung von Juden und Nicht-Juden in Israel richtet. So demonstrierten Anh\u00e4nger 2014 lautstark gegen eine Hochzeit zwischen einer J\u00fcdin und einem Moslem. Und auch die Christen Israels sind im Visier der Extremisten. Gopstein rief die israelischen Beh\u00f6rden im August vergangenen Jahres \u00f6ffentlich dazu auf, alle Kirche in Israel niederzubrennen. Das sei die Pflicht eines j\u00fcdischen Staates. Vor Weihnachten demonstrierten Anh\u00e4nger Gopsteins gegen eine christliche Weihnachtsfeier in Jerusalem, an der auch Juden teilnahmen. In einem im Internet ver\u00f6ffentlichten Aufruf rief Gopstein die Beh\u00f6rden dazu auf, alle christlichen Weihnachtsfeiern in Israel zu verbieten. Christen verfolgten wie in der Geschichte weiterhin das Ziel, Juden zu missionieren und m\u00fcssten deshalb deportiert werden. \u201eLasst uns die Vampire hinauswerfen, bevor sie erneut unser Blut saugen\u201c, so Gopstein. Die christliche Kirche sei auch heute noch wie in der Geschichte der gr\u00f6\u00dfte Feind des Judentums. \u201eWenn sie die Juden nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen sie sie doch zu missionieren versuchen\u201c, meint Gopstein mit Blick auf die Christen.<\/span><\/p>\n<p>Die katholische Kirche im Heiligen Land hat nach seinem Aufruf zur Kirchenzerst\u00f6rung Strafanzeige gegen Gopstein wegen Volksverhetzung (incitement) gestellt. In einer Stellungname sagten die katholischen Bisch\u00f6fe, dass die katholische Gemeinschaft im Heiligen Land Angst habe und sich in Gefahr f\u00fchle. Und als Gopstein die Christen zu Weihnachten als Blutsauger bezeichnete, sahen die Bisch\u00f6fe den \u00f6ffentlichen Frieden in Israel in Gefahr. \u201eDie wiederkehrenden Einsch\u00fcchterungen und Provokationen stellen eine echte Bedrohung f\u00fcr das friedliche Zusammenleben im Land dar\u201c, erkl\u00e4rten sie. \u201eEs ist notwendig, das zu entschieden verurteilen und im Interesse aller B\u00fcrger die n\u00f6tigen Mittel dagegen anzuwenden.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">K\u00fcrzlich wurde der Rabbi von der Polizei vernommen. Ihm droht ein Verfahren. Gopstein war in der Vergangenheit bereits mehrfach festgenommen und verh\u00f6rt worden. Allerdings war es bislang nie zu einer Anklage oder Verurteilung gekommen.<\/span><\/p>\n<p>Pater David Neuhaus glaubt indes nicht, dass \u00c4u\u00dferungen wie die Gopsteins das Hauptproblem der Christen Israels sind. Der Jesuit leitet im Auftrag des Lateinischen Patriarchen die Seelsorge an den hebr\u00e4ischsprachigen Katholiken Israels. Als Sohn j\u00fcdischer Eltern in S\u00fcdafrika geboren, wanderte er nach Israel ein und konvertierte hier zum Katholizismus. Er ist \u00fcberzeugt: \u201eGopsteins Rhetorik ist nicht das, was den gr\u00f6\u00dften Schaden unter den pal\u00e4stinensisch-christlichen Staatsb\u00fcrgern Israels anrichtet.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">\u201eIch denke, dass die meisten christlichen und muslimischen Pal\u00e4stinenser sich vollkommen klar dar\u00fcber sind, dass sie nicht gleichbehandelt werden, dass es Diskriminierung gibt in einem Staat, der sich als j\u00fcdisch definiert\u201c, so Neuhaus. \u201eDiese Diskriminierung ist strukturell. Am meisten kann sie in der Infrastruktur des arabischen Bereichs wahrgenommen werden \u2013 in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Besch\u00e4ftigung, Sozialhilfe usw.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">Wenn es sich bei Gopstein und anderen Extremisten auch nur um wenige handelt, so hat Gopstein doch seine Unterst\u00fctzer, sch\u00e4tzt Neuhaus. \u201eEs gibt sicher viele Israelis, die seine Ansichten teilen. Aber nur wenige w\u00fcrden sich mit einer derart absoluten Verachtung f\u00fcr den religi\u00f6s Anderen ausdr\u00fccken.\u201c Pater Neuhaus meint, dass das j\u00fcdische Establishment nicht gen\u00fcgend tue, um Rabbi Gopsteins Ansichten etwas entgegenzusetzen. \u201eIch glaube zwar, dass viele von seiner Vulgarit\u00e4t abgesto\u00dfen sind. Was wir aber brauchen ist eine Erziehungskampagne unter orthodoxen Juden, die Respekt f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen anderer Religionen oder Nationen lehrt.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Der Bibelwissenschaftler Neuhaus ist indes \u00fcberzeugt, dass religi\u00f6ser Extremismus und Verachtung des religi\u00f6s Anderen tats\u00e4chlich eine Grundlage in den drei religi\u00f6sen Traditionen des Nahen Ostens habe. \u201eHeilige Schriften scheinen die Idee eines erw\u00e4hlten Volkes zu f\u00f6rdern, das Instrument von Gottes Herrschaft ist, w\u00e4hrend der Irrtum bek\u00e4mpft werden muss \u2013 und sei es mit Gewalt. Ich bin mir nicht sicher, ob daran irgendetwas besonders j\u00fcdisches ist. Klar ist aber, dass religi\u00f6ser Extremismus, wenn er sich mit nationalistischer Ideologie verbindet, ein extrem giftiges Gemisch wird.\u201c Diejenigen, die von diesem Gift bedroht werden, ist sich Neuhaus sicher, m\u00fcssen zusammenkommen, um diese Ideen gemeinsam zu bek\u00e4mpfen, indem sie alternative Interpretationen derselben Schriften bereitstellen. \u201eSie m\u00fcssen einander helfen, Strategien zu entwickeln, wodurch religi\u00f6ser Extremismus an der Wurzel ausgerissen werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Viele Juden, so Neuhaus, erinnerten sich an die Wunden, die ihrer Gemeinschaft im Laufe der Geschichte zugef\u00fcgt wurden, als sie eine kleine Minderheit waren. \u201eUnd diese Wunden waren tiefer und t\u00f6dlicher in den L\u00e4ndern, wo Christen die Mehrheit stellten als dort, wo Moslems in der Mehrheit waren.\u201c Zu Neuhaus\u2018 Bedauern w\u00fcrden aber zu wenige Juden die Tatsache Ernst nehmen, dass in Israel Juden jetzt die dominierende Mehrheit seien. \u201eDie Verachtung, die sie f\u00fcr sogenannte Nicht-Juden empfinden m\u00f6gen, k\u00f6nnte \u00e4hnlich desastr\u00f6se Folgen haben.\u201c (Foto:&nbsp;<span>Latin Patriarchate of Jerusalem)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Christen in Israel sind verschreckt. 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