{"id":1039,"date":"2016-06-16T08:48:20","date_gmt":"2016-06-16T06:48:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/mali-leidet-unter-islamistischen-terror-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:04:59","modified_gmt":"2023-02-27T15:04:59","slug":"mali-leidet-unter-islamistischen-terror-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/mali-leidet-unter-islamistischen-terror-html\/","title":{"rendered":"Mali leidet unter islamistischen Terror"},"content":{"rendered":"<p>Priester aus Zentralmali zu wachsenden katholischen Gemeinden und schwelender Terrorgefahr.&nbsp;Seit 2012 tobt Krieg im westafrikanischen Mali. Ausl\u00f6ser waren Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen der Tuareg, eines Nomadenstammes im Norden Malis. Um einen eigenen Staat errichten zu k\u00f6nnen, hatten sich die Tuareg-K\u00e4mpfer mit radikalen und kampferprobten Islamisten verb\u00fcndet. Diese gewannen die Oberhand. Nach und nach wurden die Tuareg zu Gejagten ihrer einstigen Verb\u00fcndeten. <br \/> Seit dieser Zeit ist Mali faktisch geteilt. Hunderttausende haben ihre Heimat verloren. 2013 griff Frankreich in den Krieg ein. Die Vereinten Nationen folgten \u2013 aktuell befinden sich auch etwa 300 Bundeswehrsoldaten in Nordmali im Einsatz. Stabilit\u00e4t und Frieden sind in weiter Ferne.&nbsp;Von den rund 14,5 Millionen Einwohnern Malis sind rund 85 Prozent Muslime. Jeder Zehnte geh\u00f6rt Naturreligionen an. Nur etwa zwei Prozent sind katholisch \u2013 mit wachsender Zahl. Dies berichtet der \u00d6konom der Di\u00f6zese Mopti, Pater Germain Arama. Sein Bistum liegt in Zentralmali. \u00dcber die aktuelle Lage und die Aufgabe der Kirche in Mali hat das weltweite p\u00e4pstliche Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c mit Pater Germain gesprochen.<br \/> <em><br \/> <\/em><em>\u201eKirche in Not\u201c: Mali leidet unter dem islamistischen Terror. F\u00fchrt das zu Spannungen zwischen Christen und Muslimen?<\/em><br \/> Pater Germain: Christen und Muslime leben Seite an Seite. Beide Gruppen leiden unter dem Terror. Zu Beginn des Krieges dachten manche, es sei ein religi\u00f6ser Konflikt. Aber es geht nicht um Religion. Die Rebellen im Norden wollten die Unabh\u00e4ngigkeit und haben die Krise in Libyen genutzt, um sich Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihren Kampf zu holen. So kamen die Dschihadisten ins Land, K\u00e4mpfer von El Kaida und anderen Gruppen. Das ist die Ursache aller Probleme.<br \/> <em><br \/> <\/em><em> Was wurde aus diesen ausl\u00e4ndischen K\u00e4mpfern?<\/em><br \/> Sie wurden gl\u00fccklicherweise zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Manche sind tot, andere mussten fliehen: nach Mauretanien, Algerien oder anderswohin. Aber nach wie vor befinden sich auch noch viele mitten unter uns. Auch unter unseren Landsleuten haben sie Anh\u00e4nger gefunden. Daher kommt es immer noch zu Anschl\u00e4gen.<br \/> <em><br \/> <\/em><em>Man h\u00f6rt auch von Spaltungen unter den Islamisten.<\/em><br \/> Es gibt zwei Gruppen: die einen k\u00e4mpfen weiterhin f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit des Nordens und wollen dort einen islamistischen Staat errichten. Die anderen wollen, dass ganz Mali muslimisch wird. \u00dcbrigens vertragen sich beide Gruppen untereinander nicht. <br \/> <em><br \/> <\/em><em>Gibt es noch Christen in Nordmali?<\/em><br \/> Weihnachten und Ostern wurden etwa 200 Gl\u00e4ubige gez\u00e4hlt. Die wenigen Christen, die noch \u00fcbrig sind, sind Ausl\u00e4nder, vor allem nat\u00fcrlich Soldaten. Auch einige Verwaltungsangestellte und Lehrer harren noch aus \u2013 sie k\u00f6nnen nirgendwo anders hin, sonst verlieren sie ihren Lebensunterhalt.<\/p>\n<p> <em>Wegen der prek\u00e4ren Sicherheitslage gibt es in Nordmali seit 2012 kein Pfarrhaus und keine betreute Kirche mehr. Wie ist die Situation?<\/em><br \/> Die Lage ist sehr schwer. Die ganze pastorale Arbeit steht still. Es gibt einen einzigen Priester, der gelegentlich zur heiligen Messe nach Nordmali kommt. Er fliegt unter milit\u00e4rischem Schutz dort hin. Er kann unm\u00f6glich vor Ort bleiben, wir d\u00fcrfen ihn nicht verlieren. Im Norden gehen die Menschen am Morgen aus dem Haus, aber niemand wei\u00df, ob sie am Abend ihre Familie wiedersehen. Das Land ist au\u00dfer Kontrolle. Ob Christ oder Moslem \u2013 es kann jeden treffen. Aber wir m\u00fcssen weiter hoffen und zum Frieden einladen.<br \/> <em><br \/> <\/em><em>W\u00e4hrend es in Nordmali kaum noch kirchliches Leben gibt, scheinen die Gemeinden in den anderen Landesteilen zu bl\u00fchen. Wie ist die Lage in Ihrer Di\u00f6zese Mopti?<\/em><br \/> Wir verzeichnen eine betr\u00e4chtliche Zunahme der Gl\u00e4ubigen. 2012 hatten wir 600 bis 700 Taufen. Vergangenes Jahr waren es \u00fcber 1400!<br \/> <em><br \/> <\/em><em>Wie l\u00e4sst sich dieses Wachstum erkl\u00e4ren?<\/em><br \/> Wenn die Menschen sehen, wie wir Christen leben und was wir f\u00fcr andere tun, dann sagen sie sich: \u201eEs sind zwar nicht viele, aber was sie machen, ist beeindruckend.\u201c Und dann sind sie neugierig und wollen den Glauben kennenlernen. <br \/> Die meisten Konversionen haben wir aus den Naturreligionen zum Katholizismus. Eines Tages hat zum Beispiel eine Pfarrei den Einwohnern eines Dorfes geholfen, Brunnen zu bauen. Als es den Leuten bewusst wurde, dass es Christen sind, die hier helfen, ist der Dorf\u00e4lteste mit seiner zehnk\u00f6pfigen Familie zum katholischen Glauben konvertiert.<\/p>\n<p> <em>Steigt auch die Zahl der Berufungen?<\/em><br \/> Zu meiner Heimatdi\u00f6zese geh\u00f6ren heute 30 Priester. Wenn alles gut geht, bekommen wir dieses Jahr vier Neupriester. Wir haben acht Seminaristen. Aber es gibt immer noch Gebiete, in denen nur vier Priester \u00fcber 250 Kirchen und Gottesdienst-Stationen betreuen.<br \/> Sehr wichtig ist auch, dass Schwesternkongregationen sich bei uns ansiedeln. Sie spielen eine gro\u00dfe Rolle bei der Unterst\u00fctzung von Frauen, die bei uns so vielen Gefahren ausgesetzt sind. Die Kl\u00f6ster sind wichtige Anlaufstellen.<br \/> <em><br \/> <\/em><em>Gibt es neben der Sorge um den Priester- und Ordensnachwuchs noch andere N\u00f6te?<\/em><br \/> Wir haben gro\u00dfe materielle Sorgen. In der Di\u00f6zese Mopti haben wir insgesamt sieben Pfarreien. Vor kurzem haben wir eine neue Gemeinde gegr\u00fcndet, aber dort ist noch kein Pfarrb\u00fcro eingerichtet.<br \/> In manchen D\u00f6rfern gibt es vier oder mehr pr\u00e4chtige Moscheen, aber wir Katholiken feiern unsere Gottesdienste in einem Schuppen. Deshalb bitten wir unsere Glaubensgeschwister um Hilfe!<br \/> <em><br \/> <\/em><em>Was ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die Kirche in Mali?<\/em><br \/> Unsere Aufgabe ist die Vers\u00f6hnung. Viele Christen haben im Krieg ihre Angeh\u00f6rigen verloren. Viele Muslime auch. Es gab so viele Verschw\u00f6rungen, bis hinein in die Familien! Die Menschen m\u00fcssen lernen, sich wirklich zu vers\u00f6hnen. Wenn wir als christliche Minderheit anhaltend in Frieden mit unserer Umgebung leben wollen, m\u00fcssen wir ein Beispiel der Vers\u00f6hnung geben. Das ist unumg\u00e4nglich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Priester aus Zentralmali zu wachsenden katholischen Gemeinden und schwelender Terrorgefahr.&nbsp;Seit 2012 tobt Krieg im westafrikanischen Mali. Ausl\u00f6ser waren Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen der Tuareg, eines Nomadenstammes im Norden Malis. Um einen eigenen Staat errichten zu k\u00f6nnen, hatten sich die Tuareg-K\u00e4mpfer mit radikalen und kampferprobten Islamisten verb\u00fcndet. Diese gewannen die Oberhand. Nach und nach wurden die Tuareg zu Gejagten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1038,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[175],"tags":[6,8,114],"class_list":["post-1039","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mali","tag-afrika","tag-islamisierung","tag-mali"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1039"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1039\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3407,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1039\/revisions\/3407"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1039"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}