{"id":1055,"date":"2016-07-04T10:12:31","date_gmt":"2016-07-04T08:12:31","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/brandanschlaege-auf-kirchen-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:07:38","modified_gmt":"2023-02-27T15:07:38","slug":"brandanschlaege-auf-kirchen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/brandanschlaege-auf-kirchen-html\/","title":{"rendered":"Brandanschl\u00e4ge auf Kirchen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">In den vergangenen Jahren wurde die Region Araukanien im S\u00fcden Chiles zum Schauplatz gewaltt\u00e4tiger Anschl\u00e4ge gegen die Bev\u00f6lkerung. Hunderte Menschen fielen dem \u201eMapuchekonflikt\u201c zum Opfer (die Mapuche sind eine einheimische Volksgruppe im S\u00fcden Chiles). Extremistische Gruppen ver\u00fcbten gewaltt\u00e4tige Brandanschl\u00e4ge, um, wie sie sagten, das Territorium zu verteidigen, das einst ihnen geh\u00f6rte.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Seit dem Jahr 2014 hat sich die Bedrohung auf Kapellen und Kirchen der Region ausgeweitet. Insgesamt 15 Gottesh\u00e4user, davon zw\u00f6lf katholische und drei evangelische, wurden in Brand gesteckt, elf davon allein im Jahr 2016. Es handelt sich um die Zentren l\u00e4ndlicher christlicher Gemeinden, die in ihrer Region enorme Dienste leisten.<\/p>\n<p>Eines der letzten Attentate traf das Priesterseminar San Fidel, das der Di\u00f6zese von Villarica geh\u00f6rt. Der Ort wurde im Mai 2014 von mehreren Mapuche-Gruppen besetzt, die von dort am 8. M\u00e4rz diesen Jahres vertrieben wurden. In diesem Seminar, das 1925 gegr\u00fcndet wurde, sind ca. 350 Priester ausgebildet worden, und man hoffte, dort 60 Seminaristen unterbringen zu k\u00f6nnen, sobald die Kirche die vier Geb\u00e4ude zur\u00fcckerhalten w\u00fcrde, die ihr weggenommen worden waren. Heute sind zwei der drei Stockwerke des zentralen Geb\u00e4udes einschlie\u00dflich der Kapelle vollst\u00e4ndig durch den Brand zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Nach Angaben des B\u00fcros f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten (ONAR) bekennen sich 55 Prozent der Mapuche zum katholischen Glauben und 37 Prozent bezeichnen sich als evangelisch. Es handelt sich um eine mehrheitlich friedliche Gemeinschaft, die selbst ebenfalls Opfer der in ihrem Namen ver\u00fcbten Gewalttaten ist.&nbsp;<\/p>\n<p><em>Seit 2014 sind insgesamt15 katholische und evangelische Gottesh\u00e4user im S\u00fcden Chiles abgebrannt. Der Bischof von Villarrica, Francisco Javier Stegmeier, sprach mit ACN Chile \u00fcber die Situation, der die Christen in dieser Region ausgesetzt sind. \u201eDiese Gl\u00e4ubigen, die mit solcher Grausamkeit in ihrem Glauben getroffen werden, reagieren konsequent in \u00dcbereinstimmung mit eben diesem Glauben und sind authentische Zeugen Christi.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"Cuerpo\"><strong>Wie ist das Klima unter den Gl\u00e4ubigen angesichts dieser Anschl\u00e4ge? Wie sind sie davon betroffen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"Cuerpo\">Die Gl\u00e4ubigen, die direkt von den Brandanschl\u00e4gen auf ihre Kirchen betroffen sind, erleben Gef\u00fchle der Traurigkeit, der Best\u00fcrzung und der Ohnmacht. Sie sind Opfer der Irrationalit\u00e4t und der Ungerechtigkeit krimineller Handlungen, die von Personen oder Gruppen ver\u00fcbt werden, die der Lebensweise der Einwohner dieser Region fernstehen.<\/p>\n<p class=\"Cuerpo\">Alle Gemeinden, die in einem Augenblick das haben niederbrennen sehen, was die Frucht jahrelanger Arbeit war, bestehen aus Gl\u00e4ubigen, die \u00fcberwiegend arme Mapuche sind. Dennoch reagieren diese Gl\u00e4ubigen, die so grausam in ihrem Glauben getroffen wurden, in \u00dcbereinstimmung mit eben diesem Glauben als wahre Zeugen Christi. Bis jetzt hat man noch von keinem von ihnen Ausdr\u00fccke des Hasses und der Rache gegen\u00fcber den T\u00e4tern geh\u00f6rt. Sie wollen die Vers\u00f6hnung, indem sie ihnen verzeihen und ihnen in christlicher Br\u00fcderlichkeit wiederbegegnen wollen.<\/p>\n<p class=\"Cuerpo\"><strong>Was ist die Antwort der Kirche auf diese Gewalttaten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"Cuerpo\">Die Kirche muss immer mit dem vertrauensvollen Gebet zum Herrn antworten und f\u00fcr die Opfer der Anschl\u00e4ge, aber auch f\u00fcr die T\u00e4ter beten. Wir Christen m\u00fcssen alle lieben, einschlie\u00dflich der Feinde, die uns Schaden zuf\u00fcgen. Nach dem Beispiel, das uns Jesus Christus gegeben hat, m\u00fcssen wir allen jede Art von Beleidigung verzeihen, so oft dies notwendig ist. Wir wissen, dass die volle und definitive Antwort auf die Gewalt und den Hass die pers\u00f6nliche und soziale Bekehrung zu Christus, dem Friedensf\u00fcrsten, ist, der die Menschen mit Gott und untereinander vers\u00f6hnt. Die Kirche sorgt mit der Verk\u00fcndigung Jesu Christi daf\u00fcr, dass die Mitglieder der Gesellschaft Wege des Friedens suchen.<\/p>\n<p class=\"Cuerpo\"><strong>Welche L\u00f6sung sehen Sie f\u00fcr dieses Problem?<\/strong><\/p>\n<p class=\"Cuerpo\">Das Problem, von dem unsere Region betroffen ist, ist komplex und w\u00e4hrt schon lange. Aus diesem Grund muss die L\u00f6sung tiefgreifend und ernsthaft sein und sich auf Wahrheit und Gerechtigkeit gr\u00fcnden, und alle m\u00fcssen daran so mitwirken, wie es ihnen geb\u00fchrt. Das Volk der Mapuche hat Unrecht erlitten, und es ist notwendig, diese Schuld wiedergutzumachen. Es bedarf einer realistischen und effektiven Politik des Staates, um dieses Ziel zu erreichen. Die Gesellschaft muss ihrerseits die eigene Identit\u00e4t des Volkes der Mapuche anerkennen, ihre Kultur w\u00fcrdigen und die Interkulturalit\u00e4t als einen Ausdruck einer Verschiedenheit betrachten, die nicht trennt, sondern die uns vereint und uns gegenseitig bereichert. Die L\u00f6sung muss in einem Kontext der Teilhabe und der Gemeinschaft stattfinden. In diesem Sinne tragen die gewaltt\u00e4tigen Gruppierungen nicht zu einer L\u00f6sung bei, sondern sind ein Teil des Problems. Die Gewalt ruft mehr Gewalt hervor, und man kann das Unrecht nicht mit noch mehr Unrecht wiedergutmachen. Die L\u00f6sung erfordert notwendigerweise den guten Willen aller sowie die aufrichtige Bereitschaft zu vergeben und Vers\u00f6hnung zu suchen in Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren wurde die Region Araukanien im S\u00fcden Chiles zum Schauplatz gewaltt\u00e4tiger Anschl\u00e4ge gegen die Bev\u00f6lkerung. 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